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  • CH-8462 Rheinau
  • 03/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-25470)

Neunutzung Klosterinsel Rheinau


  • 2. Rang

    kein Bild vorhanden
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    Bernhard Irmler, Zürich (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schmid Schärer Architekten, Zürich (CH)
    Landschaftsarchitekten: Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH)
    Tragwerksplaner: APT Ingenieure GmbH, Zürich (CH)
    TGA-Fachplaner: Waldhauser Haustechnik AG, Basel (CH), St.Gallen (CH)
      Klaus Architekten Innenarchitekten AG, Mettmenstetten (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Projektverfassenden entfernen das Wysssche Gebäude bis auf das Untergerschoss komplett. Im Wolffschen Gebäude wird die Hauswirtschaftsschule untergebracht, die sich zudem in den rückwärtigen, von hohen Mauern um schlossenen Hof ausdehnt. Interessant an diesem Vorschlag, welcher durch
    das ersatzlose Entfernen des Wyssschen Gebäudes eine deutliche Lücke schlägt, ist die präzise Klärung der Zugangssituation. Der Brückenkopf wird bis ans Pförtnerhaus verlängert, die Begrenzung des Klosterhofs wird durch Brüstungs- mauern neu definiert. Man gelangt nun von der Brücke direkt auf den offenen Klosterhof, vorbei am Pförtnerhaus, welches nun als Element der Platzbegrenzung das Ende der Brücke markiert. Auch das bestehende Untergeschoss des Wyssschen Gebäudes ist Teil der Gesamtanlage und bekommt seine Bedeutung als Stützmauer mit Fenstern zur neu gestalteten Uferböschung. Durch all diese Eingriffe wird die Gesamtsituation räumlich geklärt, aufgewertet und die Einbet- tung in die Natur verstärkt.
    Die Fassaden von Wolff- und Mühlesaalgebäude bleiben weitgehend erhalten, einzig beim Mühlesaal sind nach historischem Vor- bild gestaltete zusätzliche Fensteröffnungen geplant. Das eingeschossige Neubauvolumen, welches im Hof des Wolffschen Gebäudes aus der Umfassungsmauer herauswächst, definiert und belebt den neuen Schulhof, um den sich die Schulküchen gruppieren. Allerdings erscheint hier der Aussenraum in seiner Gesamtheit nicht mehr so ausgewogen wie bisher.
    Das recht sorgfältig teilentkernte Wolffsche Gebäude wird mit dem vorgegebenen Raumprogramm für die Hauswirtschaftsschule bespielt, wobei das Angebot an Nebenräumen zu knapp ist. Gravierender jedoch ist, dass das Projekt die ver- langten Schulräume für BWS und Strickhof gar nicht einplant und zugunsten der städtebaulichen Klärung auslagern möchte. Im abgewinkelten Ende des Wolffschen Baus befinden sich Lift und Treppenanlage für Mensa und Festsaal. Hier befindet sich auch der eher ungeschickt platzierte Zugang zu diesen wichtigen Räumen. Das vollständig entkernte Mühlesaalgebäude wird mit einem Warenlift bestückt, der zwar alle drei Ebenen bedient und gut mit der separaten Anlieferung im Erdgeschoss funktioniert, den historischen Mühlesaal jedoch in seiner räumlichen Wirkung stark beeinträchtigt. Die Eingriffstiefe im Mühlesaal- bau entspricht einer Vollauskernung, während im Wolffschen Gebäude sehr bewusst mit der bestehenden Struktur gearbeitet wird.
    Der Vorschlag für den Nasszelleneinbau in die Gästezimmer ist sehr pragmatisch. Ein minimales WC / Duschmöbel wird in die Ecke gestellt, das Waschbecken steht frei an der gegenüberliegenden Wand. Somit ist zwar viel möblierbarer Raum freigespielt, die dargestellte Einrichtung schafft jedoch nicht das ge- wünschte Ambiente. Wegen der fehlenden Identität und architektonischen Idee vermag der Vorschlag der Raumzellen nicht zu überzeugen.
    Generell ist bei diesem Vorschlag ein sehr sorgfältiger und bewusster Umgang mit den vorhandenen Strukturen erkennbar, was sich auch in der recht guten Wirtschaftlichkeit des Projekts niederschlägt. Überhaupt besticht der Entwurf durch seine Sensibilität und Zurückhaltung, was zu einer wohltuenden Klärung der Anlage führt. Dieselbe klare und differenzierte Haltung ist auch in der Umgebungsgestaltung spürbar, was zu unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Höfe führt. Allerdings ist zu hinterfragen, ob das Entfernen des Wyssschen Gebäudes und damit das Aufbrechen der Gebäudekette auch im historischen Kontext richtig ist.


INFO-BOX

Angelegt am 08.04.2010, 13:10
Zuletzt aktualisiert 22.03.2012, 12:09
Beitrags-ID 4-34323
Seitenaufrufe 127

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