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  • 3. Preis


    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Christian Speelmanns

    Preisgeld
    4.200 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Das bestehende Ensemble der gefächert angeordneten Gebäudekörper wird auf selbstverständliche Weise entlang der Jobst-Rüthner-Straße fortgeführt und ermöglicht eine selbstverständliche, spätere Erweiterung nach Osten.
    Der klar geschnittene, dreigeschossige Baukörper des neuen Instituts bildet mit seinem auskragenden Obergeschoss zur Straße hin einen funktionalen und einladenden Vorplatz mit überdachtem Eingangsbereich, zu dem sich das Foyer über zwei Geschosse öffnet. Der Neubau ist horizontal gegliedert, helle Fassadenbänder unterstreichen die dynamische Figur. Der Hörsaal und die Kongressräume zeichnen sich als Sonderbereich des Instituts klar erkennar nach außen ab.
    Nach hinten schiebt sich das Gebäude in den Hang. Die gewünschte Anlieferung ist im EG/UG auf der westlichen Seite unauffällig in die Topographie eingebunden, ohne in Konflikt mit dem Eingang zu gelangen.

    Foyer und Kongressbereich
    Die äußere Gliederung des Gebäudekörpers findet im Inneren ihre logische und funktionale Fortsetzung. Die klare Gliederung und geschossweise Trennung der Funktionen ermöglicht problemlos den parallelen Betrieb von internen und öffentlichen Veranstaltungen. Ein großzügiges, zweigeschossiges Foyer empfängt die Nutzer und Kongressteilnehmer und bietet eine gute Orientierung. Alle zentralen Einrichtungen – Hörsaal und Kongressräume, WC und Garderobe, sowie Pförtner, Post- und Sanitätsraum - sind über das Foyer sichtbar und unmittelbar erreichbar. Das repräsentative Foyer bietet ausreichende Pausen-, Kommunikations- und Ausstellungsflächen. Die Institutsverwaltung und die Bibliothek befinden sich im Obergeschoss auf einer Galerie.
    Ein zentrales, offenes, repräsentatives Treppenhaus verbindet alle Geschosse miteinander und versorgt über ein Oberlicht das Foyer mit Tageslicht. Alle Ebenen und Räume sind mit einem Aufzug barrierefrei zu erreichen. Die für Lehr- und Forschungsgebäude wichtige informelle Kommunikation findet hier attraktive Zonen der Bewegung und Begegnung.

    Forschungsbereich
    Die Cluster sind im 1. und 2. Obergeschoss als Dreibund angelegt. Jeder Cluster kann getrennt gesichert und erschlossen werden. In der Länge docken die Cluster jeweils mit den zusammenschaltbaren Projekträumen aneinander. Die Mittelzone beherbergt die Server- und Multifunktionsräume, die ebenso dem einen oder anderen Cluster zuzuordnen sind. Ein Innenhof im hinteren Bereich bildet das Gegenstück zur zentralen Treppe und belichtet und belüftet die Mittelzone natürlich – so erhalten auch diese zentral gelegenen Funktionsbereiche ausgezeichnete Aufenthaltsitäten.
    Neben der einladenden Haupttreppe bestehen zwei Fluchttreppenhäuser an den Gebäudeenden. Die Technik befindet sich im nördlichen, unterirdischen Teil des EGs.

    Konstruktion
    Das gestalterische Prinzip und der architektonische Ausdruck der Baukörper und der Fassaden beruhen nicht auf der Wirkung teurer Materialien, sondern auf der Kombination natürlicher, unbehandelter Baustoffe, die die Materialität und Farbigkeit der Umgebung aufnehmen.
    Die Konstruktion besteht aus Stahlbetonflachdecken mit Stützen im Raster von 7,8 Metern und aussteifenden Kernen und Wandscheiben. Als massive, unverkleidete Konstruktionen bilden sie Speichermasse für das klimatische Konzept. Massive, hochwärmegedämmte Brüstungen und Fensterbänder aus mehrschichtigem Wärmeschutzglas ermöglichen einen moderaten Verglasungsanteil von unter 50%. Die Brüstungsbänder sind mit hinterlüfteten hellen Fassadentafeln aus Metall oder bedrucktem Glas verkleidet. Außenliegende Sonnenschutzschiebeläden sorgen für ein lebendiges Fassadenbild. Der Hörsaal erhält eine Verkleidung aus reflektierenden Metallkassetten, Fensteröffnungen stellen den Außenraumbezug her. Die Eingangstüren werden durch Portale aus Holz markiert. Der Seminarbereich erhält eine Holzverkleidung, die im Außenbereich entsprechend behandelt wird.


    Energiekonzept/Nachhaltigkeit
    Der Grundsatz für die gebäudetechnische Planung ist eine primärenergiesparende, ökologisch nachhaltige und nutzerfreundliche Konzeption, welche einen geringen Energiebedarf und geringere Betriebskosten aufzeigt. Grundlage für das Konzept ist eine Unterschreitung der Anforderungen der EnEV 2009 an den Primärenergiebedarf und an den Transmissionswärmeverlust. Diese anspruchsvollen, energetischen Vorgaben können nur mit einem ganzheitlichen Energie- und Technikkonzept erreicht werden. Dazu gehören eine massive Gebäudehülle und eine Dreifachverglasung der Fensterflächen.

    Die benötigte Heizlast wird zu ca. 30 % aus dem geplanten BHKW und zu 70 % aus der modernisierten Kesselanlage der FH gespeist. Die Wärmeverteilung erfolgt größtenteils über statische Heizflächen in den Räumen, des Weiteren über die konditionierte Zuluft der Lüftungsanlagen.
    Der Hörsaal, die Konferenz-, und Serverräume erhalten eine Lüftungsanlage mit Quellluftsystem im Doppelboden. Die Außenluft wird über einen im Erdreich verlegten Lüftungskanal mit Erdwärmetauscher eingebracht, mit konstanter Erdwärme vortemperiert und anschließend geheizt oder gekühlt. Alle Lüftungsanlagen sind mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet. Büro- und Diensträume erhalten eine natürliche Fensterlüftung.
    Zur umweltfreundlichen Stromerzeugung ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes vorgesehen. Die extensive Dachbegrünung kühlt durch verdunstendes Wasser die Photovoltaikmodule und erhöht somit deren Wirkungsgrad. Eine übergeordnete Gebäudeleittechnik integriert die Regelungsfunktionen und stellt den wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes sicher. Der Verbauch wird zentral erfasst. Ein integriertes Wartungsmanagement für die Anlagen der technischen Ausrüstung optimiert den nachhaltigen Gebäudebetrieb.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 06.10.2009, 10:17
Zuletzt aktualisiert 06.10.2009, 12:18
Beitrags-ID 4-34652
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