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  • DE-30159 Hannover
  • 06/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-28282)

Hannover City 2020+


  • Teilnahme 1. Phase

    Städtebauliches Konzept

    Landschaftsarchitekten
    A24 Landschaft, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Eva Lange

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln (DE), Leipzig (DE)

    Erläuterungstext
    Vom Raum zum Ort

    Die denkmalgeschützte Stadtstruktur Hannovers drückt den Gedanken der dynamischen Stadt in Reinform aus: Die Stadt ist durchzogen von breiten Verkehrsadern und fließenden, in einander übergehenden Freiräumen.
    Der Cityring als Haupterschließungssystem der Innenstadt und die Leine Aue als Verbindung vom Maschsee zu den Herrenhäusern Gärten bilden hierbei das Gerüst.

    Der hohe Grünanteil stellt ein bisher ungenutztes Potenzial dar. In der Planungseuphorie der Wiederaufbaujahre nach dem Ideal der gegliederten und aufgelockerten Stadt konzipiert, sind die Freiräume entweder Abstandsgrün oder Straßenbegleitgrün der Verkehrsräume. Es ist eine „Drive-Through-Landschaft“ entstanden, in der als dekoratives Element des Stra-ßenraums beiläufig im Seitenfenster historische Fragmente wie die Waterloo-Säule oder die durchschnittene Nikolai Kirche auftauchen. Dem heutigen Bedürfnis der Erlebbarkeit aus der Fußgängerperspektive oder nach Aufenthaltsqualität werden diese Stadträume meist nicht gerecht.

    Gezielte, punktuelle Setzungen von Baukörpern gliedern die Räume und separieren sie in ablesbare räumliche Einheiten. Diese werden anhand ihrer spezifische Eigenarten zu wi-dererkennbaren Orten entwickelt: Zwischen Cityring und Altstadt lässt der Leinepark die Leine neu erleben, der Waterlooplatz ersteht wieder als gefasster Platz, der Marstall wird zum grünen Quartiersplatz…


    Der Leinepark

    Durch die Höherlegung des Wasserspiegels rückt die Leine ins Zentrum des Leineparks und wird als Gewässer erlebbar. Große Holzdecks, die „Leinedecks“, liegen als Inseln im Fluss und beziehen den Flussraum in das Parkerlebnis ein.
    Das linkseitige Leineufer wird als artifizielle Flusslandschaft mit Aufweitungen gestaltet. Eine breite Sitzmauer begleitet den Uferweg und fängt die modellierte Rasenböschung zum Leibnizufer ab.

    Die Leineterrassen bilden den Abschluss der Altstadt zur Leine. Im Gegensatz zu dem gege-nüberliegenden grünen Ufer sind die Leineterrassen städtisch geprägt. Mit dem Blick auf die Leine und einem schattigen Baumdach wird die Leineterrasse ein idealer Standort für Au-ßengastronomie, die jeweils aus den Neubauten am Marstall und an der Roßmühle bzw. aus temporären Pavillons auf der Terrasse bedient werden kann.

    An der Roßmühle schließt ein viergeschossiger Baukörper mit Hotel und Gastronomienut-zung die Baulücke.


    Quartiersplatz Marstall

    Ein gläserner, dreigeschossiger Baukörper bildet den westlichen Abschluss des Marstalls und den Übergang zur Leineterrasse. Die gastronomische Nutzung des Erdgeschosses be-spielt den Uferplatz und die tiefer liegende Leineterrasse.

    Der Marstall vermittelt als grüner Quartiersplatz zwischen Vergnügungsviertel und Wohnen. Ein durchgängiges Baumdach betont die schmale langgestreckte Form des Platzes. Wasser-gebundene Wegedecke und lange lineare Sitzelemente machen den Platz zur urbanen Pro-menade.
    Ein steinerner Platz mit Kiosk und Bushaltestelle bilden den östlichen Abschluss des Plat-zes.


    Forum Niedersachsen - Waterlooplatz

    Der Baukörper am Friederikenplatz separiert den Waterlooplatz vom Cityring und der Leine-aue. Der Höhenakzent des Baukörpers reiht sich in die Höhendominanten entlang des City-rings ein. Gleichzeitig bildet er den Kopf des Regierungsviertels sowie den räumlichen Ab-schluss des Waterlooplatzes.

    Durch eine Änderung der Verkehrsführung in einen großen Kreisverkehr ersteht wieder die historische Form des Waterlooplatzes. Der Platz rückt in das räumliche Zentrum des Regie-rungsviertels und angrenzenden der Schulkomplexe.

    Eine doppelte Baumreihe fasst den Platz und unterstreicht seine Form. Als räumlich präg-nante Figur hält sie die angrenzenden heterogenen Bebauungsstrukturen zusammen.

    Die große Wiesenfläche des Platzes erlaubt eine vielfältige Nutzung des Forums Nieder-sachsen als Versammlungs- und Veranstaltungsort. Ein Rundweg sowie diagonale Wege verbinden die U-Bahneingänge und die Waterloosäule.

    Durch die Neuordnung der Verkehrsflächen im südlichen Platzbereich entstehen Flächen für eine bauliche Ergänzung der Verwaltungsbauten. Die Baukörper entlang der Straße Am Schützenplatz fassen die aufgelockerte Bebauung des Regierungsviertels und bilden mit dem langgestreckten Baukörper entlang der Lavesallee ein Tor zum Waterlooplatz.


    Klagesmarkt und Nikolai Friedhofspark

    Die neue Wohnbebauung entlang der Straße am Klagesmarkt bildet eine räumliche Zäsur zwischen dem Nikolaifriedhof und dem Marktplatz des Klagesmarkts.
    Der halbgeöffnete Block bildet zum Nikolaifriedhof eine geschlossene Kante aus. Mit der aufgelösten rückwärtigen Blockseite mit freistehenden Baukörpern entsteht ein differen-ziertes Angebot an innerstädtischen Wohnraum.

    Der Nikolaifriedhof mit der durchtrennten Nikolaikapelle versinnbildlicht den rigorosen Um-gang der Nachkriegsplanung mit gewachsenen Stadtstrukturen. Kapelle und Grabsteine wurden zur Kulisse der Verkehrsader.

    Eine lange Parkpergola und unterbrochene Heckenkörper bilden eine partielle Umgrenzung des Friedhofs und machen den Nikolaifriedhof wieder zum eigenständigen Ort. Der Friedhof selbst wird zum Friedhofspark, einer ruhigen Parkanlage, die mit der ehemaligen Friedhofs-nutzung respektvoll umgeht.

    Zur Kurt-Schumacher-Straße bildet ein kleiner Platz den Abschluss des Nikolaifriedhofs. Ein Kleinbauwerk analog zur Parkpergola mit Kiosk-/Gastronomienutzung bildet hier die räumliche Fassung des Parks.


    Köbelinger Markt

    Die neue Wohnbebauung entlang des Köbelinger Markts und der Leinestraße fasst den Platz.
    Auch hier entstehen durch die Auflösung des Blocks in Einzelkörper vielfältige und attraktive innerstädtische Wohnungen.

    Ein Gebäudesolitär mit kultureller Nutzung als Pedant zum Kubus schließt den Köblinger Markt und vermittelt als Gelenk zwischen den Achsen zur Marktkirche, zum Neuen Rathaus und zum Aegidientorplatz.

    Ein Baumdach überspannt die gefasste Platzfläche des Köblinger Markts.
    Durch eine Neuorganisation der Anlieferung kann die Rückseite des Maritim Hotels ent-scheidend aufgewertet werden.


    Trammplatz

    Eine ebenerdige Querung des Cityrings verankert den Trammplatz stärker im Stadtraum und ermöglicht eine direkte Wegebeziehung über den Köblinger Markt zur Marktkirche. Über eine Anhebung des Platzniveaus ist der Rathauseingag direkt in diese Wegeverbindung ein-bezogen.

    Der markante Altbaumbestand wird erhalten. In sich in die Platzfläche einschneidende Senkgärten liegen die Baumstandorte auf dem ursprünglichen Platzniveau


    Aegidientorplatz

    Durch eine Reduzierung der Verkehrsflächen wird es möglich die rechteckige Platzform wieder herauszuarbeiten. Insbesondere die Konzentration der Fahrspuren in der Platzmitte ermöglicht es den Platz bestimmenden Gebäuden wie dem Theater einen angemessenen Vorplatz zu geben. Ein Baumkarree markiert den Eingang in die Breite Straße Richtung Köblinger Markt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 29.03.2010, 11:12
Zuletzt aktualisiert 14.01.2011, 11:36
Beitrags-ID 4-35023
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