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  • DE-81673 München
  • 01/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-33034)

Leben in urbaner Natur


  • 1. Preis

    Der Fluss der Gleise und die Gebaute Stadt

    Stadtplaner
    Ammann Albers StadtWerke, Zürich (CH) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Albers, Priska Ammann, Johannes Treibert

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Der Fluss der Gleise und
    die Gebaute Stadt

    Das neue Quartier bezieht seine Einmaligkeit aus dem direkten Bezug zu den ökologischen Vorrangflächen der ehemaligen Gleisanlagen: Flächen mit hoher natürlicher Dynamik treffen auf ein dichtes Stadtquartier.

    1 Der Gleispark

    Die Sukzessionflächen innerhalb der Gleisharfe werden in unterschiedlichen Zyklen auf Stock gesetzt, so dass ihr ökologisches und atmosphärisches Potential erhalten bleibt, während ihr Anblick sich wandelt. Der Mensch bewegt sich innerhalb dieser Flächen auf Gleisen, die als Stege ausgebildet sind und gekieste Zwischenräume einschliessen.

    2 Das neue Quartier

    Das neue Quartier stärkt in Nord-Süd-Richtung die Verbindung vom alten Ortskern Baumkirchen zur S-Bahn: Hier liegen die publikumsbezogenen Nutzungen (KITA, ALDI). Der Maßstab steigert sich schrittweise von der Dorfkirche zum Hochhaus an der Bahn, der Baumbestand der Straße bleibt erhalten.

    In Ost-West-Richtung spannt sich das Quartier auf zwischen zwei sozialen und räumlichen Polen: Im Osten der Torplatz am S-Bahnhof mit den zentralen Versorgungseinrichtungen, im Westen ein Abendsonnenplatz am Gleispark mit der Anlage des Sportvereins, seiner Vereinsgaststätte mit öffentlichem Biergarten und der Aussichtsplattform auf dem Dach der Turnhalle.

    Südlich der Quartierstrasse spannt sich ein niedriges Bebauungsfeld mit Gassen und Höfen auf, das sich besonders für die geforderten Stadthäuser eignet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der sehr klar präsentierte Wettbewerbsbeitrag setzt auf die Gegenüberstellung von „Gleisfluss“ – den Prozess der Sukzession im Fokus – und „Baugebiet“ – verstanden als präzise definiertes Quartier. Aus diesem Verständnis der Aufgabe leitet sich eine volumetrische Setzung von Baukörpern und Freiräumen ab, die von der Morphologie der Umgebung inspiriert ist. Es entsteht das Bild einer “Zitadelle“, das den schwierigen Standort auf sehr schlüssige Weise interpretiert. (...)
    Besonders eindrucksvoll ist der skulpturale Endpunkt des Quartiers nach Westen mit Hochpunkt, Aussichtsterrasse und Baumdach gelungen, durch den die bauliche Entwicklung - wie in den Wettbewerbsvorgaben gefordert – sinnfällig abgeschlossen wird. (...)
    Die Freiräume im Planungsgebiet sind im Kontrast zur ökologischen Vorrangfläche durch befestigte Flächen gekennzeichnet, in die Baukörper und begrünte Innenhöfe mit Lindenhainen wie Intarsien eingesetzt sind. Die Dachgärten, Terrassen und Plätze bieten attraktive Angebote für die Bewohner und Beschäftigte. (...)
    Die Jury begrüßt die Ansätze zur Vernetzung des neuen Quartiers nach Süden mit dem Zentrum von Berg am Laim.(...)
    Insgesamt liefern die Verfasser einen Entwurf, der hinsichtlich seiner klaren Haltung im Umgang mit den ökologischen Anforderungen und dem Bauprogramm überzeugt und trotz der komplexen Rahmenbedingungen eine Lösung mit hoher stadträumlicher und landschaftsarchitektonischer Qualität präsentiert. Ohne der Versuchung zu erliegen, eine unangemessene städtebauliche Dichte zu realisieren, haben die Verfasser ein stadträumlich gut gestaltetes und atmosphärisch dichtes Quartier entwickelt, das dem Leitgedanken „Leben in urbaner Natur“ Ausdruck verleiht.


INFO-BOX

Angelegt am 21.01.2010, 19:16
Zuletzt aktualisiert 23.08.2010, 16:39
Beitrags-ID 4-35827
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