loading
  • DE-15230 Frankfurt (Oder)
  • 07/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-33027)

Erweiterungsgebäude Kleist-Museum


  • 4. Preis


    Architekten
    B19 Architekten BDA, Weimar (DE), Barchfeld (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Marc Rößling , Matthias Döhrer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Ansgar Heinze Landschaftsarchitekt, Erfurt (DE)
    Modellbauer: modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE)

    Erläuterungstext
    PROJEKTBETEILIGTE

    Entwurfsverfasser
    Marc Rößling, Matthias Döhrer, Weimar

    Fachplaner Haustechnik
    IPH Klawonn.Selzer, Weimar

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dem barocken Gebäude wird ein Neubau mit völlig eigener Formensprache im Stil der klassischen
    Moderne zur Seite gestellt. Dieser Kontrast wurde innerhalb der Jury kontrovers diskutiert.
    Er streicht die Flächigkeit der neuen Fassade auf der einen Seite und die vertikale
    Gliederung des barocken Hauses auf der anderen Seite heraus, womit ein starker Kontrast
    zwischen Alt und Neu provoziert wird. Die Verfasser versuchen diesen Kontrast zu mildern,
    indem eine eingeschossige Mauer wie ein Band das Gesamtensemble umschließt. Hier sieht
    die Jury allerdings die Gefahr, dass sich das Ensemble über dieses Element zu sehr aus
    dem Stadtgrundriss herausnimmt.
    Die Komposition des Museumsbaus wird durch die vorgeschlagenen Baukörper am südlichen
    Ende der Faberstraße sehr gelungen unterstützt. Die Verfasser schlagen eine betont
    ruhige und einfache Struktur des Stadtraumes vor.
    Die notwendige große Baumasse wird geschickt gegliedert, indem die Traufhöhe des barocken
    Gebäudes aufgenommen wird und dieses sich erst am südlichen Ende zu seiner monumentalen
    Dreigeschossigkeit erhebt. Dieser monumentale Kopfbau verlangt jedoch nach
    einem Weiterbau dieser Geschossigkeit im Bereich der südlichen Faberstraße. Die Höhe des
    Hauses wird außerdem über die Lichtfuge zwischen dem 1. und 2. Obergeschoss gesteigert.
    Diese qualifiziert die Innenräume des 1. Obergeschosses (Wechselausstellungs-Bereiche),
    vergrößert jedoch die ohnehin große Baumasse des Hauses.
    Der neue Architekturbaustein überzeugt in erster Linie durch seine hohe Funktionalität. Für
    die Nutzung als modernes Museum werden hervorragende räumliche Bedingungen geboten.
    Der Haupteingang ist richtig positioniert, wohingegen die Situation des Durchgangs zum
    Garten verbesserungswürdig wäre.
    Die Anordnung der Funktionen ist über alle Etagen folgerichtig und überzeugend. Dauer- und
    Wechselausstellung ziehen sich vom Neubau in den Altbau hinein, besonders der Kleistsalon
    mit seinem Gartenblick verspricht eine besondere Atmosphäre. Hervorzuheben sind die
    sehr guten Arbeitsbedingungen im 2. Obergeschoss des Neubaus.
    Die Freiräume an der Bischofstraße bleiben in ihrer heutigen Struktur erhalten. Die Gliederung
    der Vorgärten durch Heckenstreifen ist zurückhaltend, wenngleich auch ein wenig
    spröde. Der Blick auf den Altbau wird nicht verstellt. Die Zuordnung in private und öffentliche
    Flächen ist klar formuliert. Problematisch stellt sich das von den Verfassern vorgeschlagene
    Spalier dar, welches die vorhandene Häuserzeile ausblenden zu wollen scheint. Der Vorplatz
    erscheint in seiner Proportion angemessen. Die vorgeschlagene lange Bank trennt wichtige
    Wegebeziehungen.
    Es handelt sich um einen wirtschaftlichen Beitrag zur gestellten Aufgabe. Die Baukosten
    liegen unter der vorgegebenen Obergrenze.
    Das Untergeschoss grenzt unmittelbar an die Gründung des Baudenkmals. Das bedeutet
    einen erhöhten konstruktiven Aufwand, um das Baudenkmal nicht zu gefährden.
    Die Abstandsflächen sowie der fehlende 2. Rettungsweg im 2. OG sind baurechtlich ungeklärt.