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  • 2. Preis


    Architekten
    KOLB RIPKE Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Birgit Hammer, Marko Augustat

    In Zusammenarbeit mit:
    Verkehrsplaner: VIC Planen und Beraten GmbH, Potsdam (DE), Dresden (DE), Zwickau (DE)

    Erläuterungstext
    Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ist als Grundzentrum Brandenburgs einerseits eingebunden in das Netzwerk mit anderen Zentren der Region und befindet sich andererseits auf vielen Gebieten aber auch in Konkurrenz zu ihnen. Insbesondere die Nähe zu Berlin ist zugleich Chance und Problem.
    Mit dem Zusammenschluss der unabhängigen Gemeinden Blankenfelde, Dahlewitz, Groß Kienitz, Jühnsdorf und Mahlow entstand eine neue Gemeinde, die sich in dem neuen Rathausbau präsentieren wird. Mit der Wahl des Standortes für den Neubau des Rathauses der Gemeinde in Blankenfelde wird die notwendige Neustrukturierung des zentralen Ortsbereiches durchgeführt und die Möglichkeit eröffnet, einen
    identitätsstiftenden Ort - nicht nur für Blankenfelde - zu schaffen.
    Aus dieser Überlegung ist es vorrangiges Ziel der vorgeschlagenen Wettbewerbslösung, die besonderen Stärken des Ortes Blankenfelde herauszuarbeiten. Vor allem die noch vollständig erhaltene Zeilenstruktur der Gagfah-Siedlung, durchmischt mit Einzelwohngebäuden, ist ein herausragendes Merkmal, das besondere Beachtung verdient.
    Es gilt die vorhandenen Qualitäten zu erhalten und die zu ihrem Fortbestehen notwendigen Veränderungen in Angriff zu nehmen. Hierzu gehört das Erreichen einer Synthese aus den notwendigen Veränderungen mit dem vorhandenen Charakter des Ortes durch Weiterentwicklung der gewachsener Strukturen. In diesem Spannungsfeld ist der Wettbewerbsbeitrag entwickelt worden.

    Stadträumliche Ordnung
    Die derzeitige Ausgestaltung des städtebaulichen Raumes repräsentiert eine Planungshaltung, die ohne Leitidee fungiert und den öffentlichen Raum den Anforderungen des fließenden Verkehrs unterordnet.
    Bestehende Grünflächen stellen sich als rudimentäres Straßenbegleitgrün dar, welche es nicht schaffen, eine Aufenthaltsqualität zu generieren.

    Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ist als Grundzentrum Brandenburgs einerseits eingebunden in das Netzwerk mit anderen Zentren der Region und befindet sich andererseits auf vielen Gebieten aber auch in Konkurrenz zu ihnen. Insbesondere die Nähe zu Berlin ist zugleich Chance und Problem.
    Mit dem Zusammenschluss der unabhängigen Gemeinden Blankenfelde, Dahlewitz, Groß Kienitz, Jühnsdorf und Mahlow entstand eine neue Gemeinde, die sich in dem neuen Rathausbau präsentieren wird. Mit der Wahl des Standortes für den Neubau des Rathauses der Gemeinde in Blankenfelde wird die notwendige Neustrukturierung des zentralen Ortsbereiches durchgeführt und die Möglichkeit eröffnet, einen identitätsstiftenden Ort - nicht nur für Blankenfelde - zu schaffen.
    Aus dieser Überlegung ist es vorrangiges Ziel der vorgeschlagenen Wettbewerbslösung, die besonderen Stärken des Ortes Blankenfelde herauszuarbeiten. Vor allem die noch vollständig erhaltene Zeilenstruktur der Gagfah-Siedlung, durchmischt mit Einzelwohngebäuden, ist ein herausragendes Merkmal, das besondere Beachtung verdient.
    Es gilt die vorhandenen Qualitäten zu erhalten und die zu ihrem Fortbestehen notwendigen Veränderungen in Angriff zu nehmen. Hierzu gehört das Erreichen einer Synthese aus den notwendigen Veränderungen mit dem vorhandenen Charakter des Ortes durch Weiterentwicklung der gewachsener Strukturen. In diesem Spannungsfeld ist der Wettbewerbsbeitrag entwickelt worden.

    Stadträumliche Ordnung
    Die derzeitige Ausgestaltung des städtebaulichen Raumes repräsentiert eine Planungshaltung, die ohne Leitidee fungiert und den öffentlichen Raum den Anforderungen des fließenden Verkehrs unterordnet.
    Bestehende Grünflächen stellen sich als rudimentäres Straßenbegleitgrün dar, welche es nicht schaffen, eine Aufenthaltsqualität zu generieren.

    Leitidee
    Ausgehend von der genauen historischen und strukturellen Analyse des Ortes, den städtebaulichen Notwendigkeiten und den Wegbedürfnissen wird mit dem vorgelegten Entwurf der Ort weiterentwickelt und zu einem neuen städtebaulichen Gefüge zusammengeführt, das den Ansprüchen nach Zentrum und Identität gerecht wird.
    Der für brandenburgische Orte typische Anger wird als Leitidee aufgegriffen. Mit diesem Motiv lassen sich die entwickelten Ziele gut zusammenfassen und umsetzen. Die vorgefundene Struktur des Ortes kann ohne große „übergestülpte“ gestalterische Prinzipien, einfach den definierten Zielen folgend, weiterentwickelt werden. Die aus der Analyse der Aufgabenstellung und des Ortes herausgearbeiteten Ziele sind:

    - Schaffung eines identitätsstiftendes Ortszentrum
    - städtebauliche Ordnung und Weiterentwicklung des Zentrums
    - adäquate Einordnung des Rathausneubaus

    Der neue Anger zentriert den Ort und schafft eine neue Mitte mit hohen Aufenthaltsqualitäten. Für den Rathausneubau wird ein adäquater Platz geschaffen, der das neue Rathaus städtebauliche Wirkung entfalten lässt und der Raum für öffentliche Nutzungen wie z. B. das jährliche Angerfest oder eine Terrasse für ein Bürgercafé, bietet.

    Architektonischer Entwurf
    Die Grundlage für die Einordnung des neuen Bauwerks bildete die städtebauliche Neuordnung des Ortes durch den Anger. Er wird als zentrales Thema in den Baukubus fortgeführt und in einem Innenhof, dem Amtsgarten, werden der Außen- und Innenraum miteinander verzahnt.
    Von allen öffentlichen Bereichen im Inneren des Gebäudes hat der Nutzer den Ausblick in diesen Amtsgarten, der so Mittelpunkt und Orientierung des Gebäudes wird. Seine Gestaltung mit einer Skulptur und einem Wasserbecken geben darüber hinaus einen besonderen Rahmen für vielfältige Nutzungen des neuen Amtsgartens durch öffentliche und kulturelle Anlässe.
    Der neue Rathaus wird ein individuelles Zeichen mit hohem Wiedererkennungswert setzen. Es wird die notwendigen repräsentativen Funktionen übernehmen und in seiner Zeichenhaftigkeit mit dem Ort verbunden werden und ihn prägen, ohne jedoch durch übertriebene Gesten zu dominieren.
    Die Kubatur des Rathauses ist aus den städtebaulichen Festlegungen und bestehenden Bedingungen entwickelt worden. Es wird als Solitär aufgefasst, der sich eng an den städtebaulichen Kontext anpasst und ein städtebauliches Gegengewicht zum bestehenden Einkaufszentrum “Grüne Passage“ bildet. Zum Anger bildet das Rathaus eine wichtige Platzkante. Dem Schwung der Karl-Marx-Straße folgt die Ostseite des Gebäudes und bildet zusammen mit dem Volumen des neuen Parkhauses eine
    städtischebauliche Verengung, die sich dramaturgisch zum Anger öffnet. Die geplante Unterführung der Karl-Marx-Straße unter der Bahntrasse, die mit dem neuen Rathausgebäude endet, verstärkt diesen Effekt weiter. Mit dieser Anordnung wird eine deutlich höhere Dichtung als in der Umgebung geschaffen, wie sie für zentrale Bereiche typisch ist.
    Die Nordseite des Gebäudekubus reagiert auf die Ansicht von der Bahn und die anschließende EFHBebauung. Auch zu dieser Ansichtseite wird eine Front ausgebildet, die dem Gebäude ein typisches Gesicht gibt. Im Inneren spiegelt sich diese Struktur durch einen durchgängigen, fließenden Raum wider, der zum Anger und zur Bahn in „Stadtfenstern“, d.h. Punkten mit besonderen Ausblicken in die Umgebung kulminiert.
    Der Baukörper ist durchgängig dreigeschossig gehalten, um eine klare eindeutige Form zu erzielen und durch die Kompaktheit des Baukörpers den in Anspruch genommenen öffentlichen Raum zu minimieren.

    Grün- und Freiflächenkonzept
    Das Freiraumkonzept orientiert sich an dem typologischen Leitbild des Angers und seiner Funktion als gemeinschaftlich nutzbarer Raum. Die Gestaltungsidee verbindet die vielfältigen Anforderungen an einen öffentlichen Platz und verzahnt die befestigten Erschließungsbereiche mit unterschiedlich bepflanzten Aufenthaltsflächen. Der spannungsvolle Wechsel zwischen befestigten und unbefestigten Flächen erzeugt vielfältige Raumsituationen, die den unterschiedlichsten Nutzungsansprüchen
    Rechnung tragen. So variiert auch der Charakter der Grünflächen entsprechend der Funktion und gewünschten Raumatmosphäre zwischen Rasen-, Bodendecker- und Staudenpflanzung. Ihre Anordnung bietet eine hohe Durchlässigkeit zwischen der Nord- und der Südseite des Angers und behält so die historischen Blick- und Raumbeziehungen bei. Mit dem Entschluss, das Planungsareal einer umfassenden Neustrukturierung zu unterziehen, besteht die Möglichkeit den Anwohnern den
    "Anger" als Ort der nachbarschaftlichen Begegnung und des Verweilens wiederzugeben.

    Verkehrsführung
    Kfz-Verkehr
    Die Haupterschließungsstraße Erich-Klausener-Straße/ Brandenburger Platz Süd/ Brandenburger Platz Ost/Karl-Marx-Straße wird auf 6,50 m Fahrbahnbreite ausgebaut, um dem Linienbusverkehr das Grundmaß für den benötigten Verkehrsraum zu gewähren.
    Die Einmündungen in die Hauptstraße werden wie Zufahrten ausgebildet. Aufpflasterungen sorgen dabei für Verkehrsberuhigung.
    Der Brandenburger Platz Nord wird als Sackgasse ausgebildet, um den Parkraum vom
    Durchgangsverkehr zu trennen und somit sicherer zu gestalten.
    Östlich der Bahn entsteht durch das Verziehen der Moselstraße zur Waldstraße eine Kreuzung. Die Karl-Marx-Straße wird als Vorfahrtstraße ausgewiesen. Die Lösung hat einen vergleichsweise geringen Flächenbedarf und ist bei der prognostizierten Verkehrsbelastung ausreichend leistungsfähig.
    Zur Erschließung des Rathauses wird eine Einbahnstraße als Mischverkehrsfläche ausgebildet, die vom Brandenburger Platz Nord bis zur Mozartstraße führt und eine Verlängerung der Schubertstraße darstellt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit entwickelt in überzeugende Weise ein Freiraumelement, das zwischen Brandenburger Platz und neuem Rathaus städtebaulich vermittelt. Dieser Anger verdichtet sich zum Rathaus zu einem platzartigen Gebilde mit schöner Vorraumqualität und Brunnen.

    Als Amtshof erscheint dieses Freiraumelement erneut im Gebäudekomplex, gibt Orientierung und schafft einen wertvollen Aufenthaltsort.

    Die städtebaulichen Standlinie zwischen Rathaus und Brandenburger Platz ist konsequent entwickelt und erlaubt auch, das bestehende Verwaltungsgebäude (eventuell auf Zeit) einzubeziehen. Als verklammernde Baulinie sollte diese städtebauliche Kante allerdings geschlossener in Erscheinung treten.

    Das neue Rathaus selbst, ist als städtebaulicher Hybrid entworfen, welcher zu den unterschiedlichen Richtungen Referenzen entwickeln kann. Dominierend und identitätsstiftend ist die elegant geschwungene Hauptfassade zur Karl-Marx-Straße hin. Die Erweiterung mit einem zweiten Bauabschnitt ist möglich, setzt jedoch gewisse Umbauarbeiten an der Nord- Ost-Fassade des Gebäudes voraus. Die innere Organisation des Rathauses ist entsprechend der Baukörperausbildung logisch entwickelt. Die drei Eingänge lassen zunächst ein Überangebot vermuten, bedienen jedoch sinnfällig die gewünschte Zugängkeit zum Gebäude.Der separat nutzbare Eingang zum Ratssaal und den Besprechungsräumen wird positiv hervorgehoben. Die Anordnung der Büroräume lässt eine große Flexibilität vom Einzelbüro bis zum kleinen Großraumbüro zu. Die Erschließungsfläche auf den Geschossen wird als Warteraum großzügig ausgewiesen. Dienende Funktionsräume sind in den Erschließungsflächen integriert.

    Energie
    Besonderer Wert wurde auf eine nachhaltige, umweltfreundliche und ökonomische Energienutzung gelegt, in dem unter Einbeziehung von Geothermie, Solarstrom, Wärmedämmung der Außenhaut als Klinkerfassade mit Kerndämmung und einem kontrollierten Abluftsystem einschließlich Wärmetauscher alle derzeit bekannten und gängigen Anwendungen überzeugend Verwendung finden.

    Verkehr
    Die Ausbildung einer eindeutigen Hauptverkehrsstraße Karl-Marx-Straße / Brandenburger
    Platz Süd / Erich-Klausener-Straße, zweifach abknickende Vorfahrt wird nicht problematisiert. Die langgestreckte Mittelinsel ist funktional nicht begründet und erfordert eine Änderung des Trogbauwerkes. Die Fuß- / Radwegverbindung Mozartweg/Bahnhof wird umwegig im Norden oder Süden um das (Gebäude) Rathaus geführt. Die Trennung der Stellplätze für Besucher entlang Karl-Marx-Straße und der Stellplätze für Bedienstete nördlich Rathaus wird positiv eingeschätzt. Die Erschließung des Gebäudes entlang der Westseite der Karl-Marx-Straße ist nicht geklärt.

    Insgesamt unterbreitet die Arbeit einen wertvollen Beitrag für die gestellte Aufgabe. Rathaus und Anger stellen einen gelungenen Rahmen für die weitere bauliche und funktionale Zentrumsentwicklung dar.