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  • DE Strullendorf
  • 07/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-48361)

Bürgerzentrum Strullendorf


  • 3. Preis


    Architekten
    [lu:p] Architektur GmbH, Grub am Forst (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Renee Lorenz

    Mitarbeit
    Andrea Lorenz

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: JOMA Landschaftsarchitektur, Bamberg (DE)
    Modellbauer: Hauck.Modelle Konzept + Realisation, Haßfurt (DE)

    Erläuterungstext
    Die Entwurfsidee für die Rathauserweiterung besteht darin, durch das Hinzufügen eines neuen linearen Bauteils, die Wahrnehmung des Rathauses im Ortskern in Verbindung mit einem attraktiven, lebendigen Rathausvorplatz zu stärken. Dieser Platz dient als Auftakt einer neuen bürgerfreundlichen Mitte, die sich entlang der Forchheimer Straße zum neuen Gemeindeplatz an der Theaterscheune aufspannt.

    Das städtebauliche Konzept nimmt die vorhandene bauliche und räumliche Struktur auf und platziert die neue Rathauserweiterung mit der zugehörigen Freifläche an der Ecke Forchheimer Straße und Pestalozzistraße. Der neue Baukörper rückt mit seiner Giebelseite an die Forchheimer Straße heran. Er macht so die Bedeutung des Rathauses durch die verbesserte Wahrnehmung im Stadtraum deutlich und nimmt gleichzeitig die städtebauliche Flucht der giebelständigen Bebauung entlang der Forchheimer Straße auf.
    Die Bebauung im Wettbewerbsgebiet auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses wird städtebaulich ergänzt und in den Proportionen und Volumen der Umgebung angepasst. Vor der Theaterscheune öffnet sich der Straßenraum zu einem neuen mit Bäumen bestandenen Gemeindeplatz, der durch die um eine gastronomische Nutzung ergänzte Scheune, zwei neue Dienstleistungsgebäude mit Ärzten, Physiotherapie oder ähnlichem und dem neuen Bürgerzentrum im Mehrgenerationenhaus gefasst wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Neubau des Rathauses, der den Gebäudebestand westlich flankiert, markiert prägnant die Erweiterung und setzt einen Akzent im Ortsbild. Das Gebäude setzt sich selbstbewusst mit seiner modernen Haltung vom Gebäudebestand ab. Die platzartige Eingangssituation verbindet einen repräsentativen Zugang mit der Anforderung der Barrierefreiheit in gestalterisch anspruchsvoller Form. Die nordseitig raumbegrenzende Wand wird kontrovers diskutiert. Der neue Baukörper schließt im Inneren Großteile des Gebäudebestandes barrierefrei an. Die Grundrissstruktur erscheint logisch und durchdacht, zeitlich und räumlich ist eine unabhängige Belegung möglich. Lediglich die räumlich getrennte Anordnung von Bauhofsozialräumen, Bauamt und Bauhof wird hinterfragt. Der großzügige, offen konzipierte Eingangsbereich stellt einen attraktiven Anlaufpunkt für die Bürger dar. Der im OG liegende Sitzungssaal tritt im Straßenraum durchaus selbstbewusst in Erscheinung und gefällt auch wegen seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Konstruktive Aussagen fehlen.

    Die vorgeschlagene Materialität mit einem transparenten Sockel und verputztem Obergeschoss mit großen Öffnungen ist gut vorstellbar. Eine Berücksichtigung des sommerlichen Wärmeschutzes könnte der Fassade eine weitere Dimension in der Tiefe verleihen.

    Die vorgeschlagenen Veränderungen am Mehrgenerationenhaus versprechen ein durchaus attraktives neues Erscheinungsbild. Die Aktivierung der Dachfläche für die Kinderkrippe ist gut vorstellbar, jedoch sollte eine Nutzung durch andere Nutzergruppen eingeschränkt werden.

    Die südseitige Öffnung der ehemaligen Tiefgarage stellt eine interessante Möglichkeit dar, Innen- und Außenraum zu verbinden und mit einer Nutzung zu belegen. Der Bedarf ist aus Sicht des Nutzers jedoch zu prüfen. Insgesamt ist die Gestaltung der Freiflächen am Mehrgenerationenhaus gelungen, jedoch wird keine Aussage zu den notwendigen Stellplätzen getroffen. Der zu begrüßende Anbau der Rampe für die barrierefreie Erschließung, wie auch der nordseitig gelegenen Terrasse führt allerdings zur Verschlechterung der Belichtungssituation im Jugendzentrum.
    Die Fassade muss außerdem den notwendigen 2. Fluchtweg (zu öffnende Fenster) berücksichtigen.

    Der Entwurf lässt eine wirtschaftlich Realisierung erwarten, die Zahlen liegen im mittleren Bereich für Erstellung und Unterhalt, eine Umsetzung in Bauabschnitten ist gut realisierbar.