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  • DE-30519 Hannover
  • 07/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-48549)

Haus der Begegnung/Kommunikationszentrum TÜV Nord AG


  • 4. Preis


    Architekten
    Kellner Schleich Wunderling, hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Energieplaner: Enercity Braunschweig GmbH, Braunschweig (DE)
    Tragwerksplaner: DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Haus der Begegnung TÜV Nord HanNover

    Das Kommunikationszentrum spiegelt in seiner rationalen Grundhaltung das Leitbild des TÜV - eines Konzerns, der sich, seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, mit einem breiten Spektrum zukunftsorientierter und auf Sicherheit bedachter Dienstleistungsangebote in der Öffentlichkeit präsentiert.
    Eingespannt zwischen Hauptverwaltung und dem Haus der Begegnung wird dem weitläufigen, fast gänzlich versiegelten Betriebsareal ein hochwertig gestaltetes Entree hinzugefügt, das von allen gleichermaßen, Besuchern wie Mitarbeitern, Autofahrern wie Fußgängern oder Radfahrern genutzt wird, ohne durch den Fahrverkehr dominiert zu werden.
    Großflächig schiebt sich dieses Entree trotz fassender Eingangsmauer in den öffentlichen Raum entlang der Straße „Am TÜV“ und markiert dort unprätentiös den Eingang.

    Sinngemäß wird das Gebäude selbst zur Einfriedung, während die ihm vorgelagerte, baumbestandene Grünfläche den unwirtlich in Erscheinung tretenden öffentlichen Raum befriedet und damit auch die Adresse „Am Tüv 1“ nachhaltig aufwertet und attraktiviert.

    Mit der „kleinen“ Geste der wie David und Goliath konträr gestalteten Eingangssituationen treten die versetzt zueinander angeordneten Gebäudeingänge in einen spannungsvollen Dialog, der Kommu-nikation überhaupt erst ermöglicht.

    Das Kommunikationszentrum selbst gruppiert sich um ein Atrium, das einmal abgesehen von kalten Wintertagen als üppiger Begegnungsraum genutzt werden kann, und öffnet sich auf der Westseite zu einem in sich geschlossenen Garten des Rückzuges.

    Die Anordnung der einzelnen Räume folgt einer nutzungsorientierten Logik. Großzügige Aufenthaltsbereiche und Teeküchen an den zentralen Wegekreuzen dokumentieren die unabdingbare Notwendigkeit einer weltoffenen, auf Kommunikation und Erfahrungsaustausch angelegten Firmenstrategie bei einem Höchstmaß an Raumflexibilität aufgrund eines stützenfrei gewählten Konstruktionsrasters im Gebäudeinneren.
    Das Tragwerk besteht im Erdgeschoss aus einer effizienten Stahlbetonskelettkonstruktion mit Flachdecken. In den Obergeschossen werden die Lasten über weitspannende Spannbetonhohldielen auf Stahlbetonunterzüge und Stützen abgetragen. Die Aussteifung erfolgt über die Treppenhaus-kerne. Gebäudefugen sind wegen der kompakten  Baukörperform nicht erforderlich. Die Gründung wird als Flachgründung auf Einzel- und Streifenfundamenten gemäß Bodengutachten geplant.

    Die kompakte Gebäudehülle und die Wahl der verwendeten Materialien dokumentieren für den TÜV Nord die ökologische Notwendigkeit eines zukunftsorientierten, minimierten Energieverbrauches, mittels eines Konzeptes, das auf die jeweiligen Nutzungsanforderungen flexibel reagiert und niemanden aus der Verantwortung entlässt, mit unseren natürlichen Ressourcen sorgsam umzugehen:

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Arbeit Kellner Schleich Wunderling

    Die 4-geschossige kompakte Gebäudefigur überzeugt an dem Standort hinsichtlich der
    Höhenentwicklung und der Erschließung und fügt sich im Grundsatz gut in den Bestand ein. Die Geste des Haupteingangs gegenüber Gebäude 1 wird vom preisgerichtunterschiedlich bewertet. Das Portalthema setzt sich in Form der ansprechenden Eingangshalle nach innen fort. Eine klare Struktur charakterisiert den Baukörper, der im Wesentlichen aus 5 Hauptteilen besteht: Den beiden Zeilen, der Eingangshalle, dem überdachten Innenhof und den Galeriegängen an der Westfassade, wobei die Eingangshalle Orientierung für alle Ebenen vorgibt. Im Erdgeschoss ist das Restaurant nach Süden richtig ausgerichtet. Die Anlieferung an der Nordfassade ist gut platziert. Der Innenhof, gedacht als "transparenter" Bereich kann verschiedenen Funktionen dienen. Wieweit der sog. "Hortus Conclusus" im Westen eine plausible Ergänzung an der städtebaulich richtigen Stelle darstellt, ist kritisch zu hinterfragen. Die Situation ist im Grunde städtebaulich wie funktional widersprüchlich.
    Der linear angeordnete Markt ist in seiner Funktionsfähigkeit ebenso fraglich. In den Obergeschossen herrscht klare Orientierung und eine plausible Anordnung der Nutzungen mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft vor. Dezent sind die Seminarräume im 1. OG über eine separatur Treppe angeschlossen. Die Nebenflächen sind in allen Geschossen übersichtlich und an der richtigen Stelle angeordnet. Das vorgeschlagene Tragwerk lässt größtmögliche Flexibilität zu. Die vorgeschlagene Gebäudetechnik reagiert auf die Anforderungen mit möglichst wenig technischem
    Aufwand. Der Entwurf zeigt eine sparsame stringente Lösung auf, die das Unternehmen TÜV gut darstellt.