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  • 08/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-49004)

Ortskern Hagen


  • Ankauf


    Architekten
    Kellner Schleich Wunderling, hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    idee
    prominent plaziert zwischen dem historischen zentrum hagens und dem fachmarktzentrum auf dem ehemaligen betriebsgelände der firma hippe - dem als pendant zum konzert- und ausstellungszentrum der alten st. martinus kirche eine übergeordnete stadträumliche bedeutung zukommt - spannt sich eine konisch zulaufende, trichterförmige platzfläche, die bei der weiterentwicklung der gemeinde hagen mit guter, zurückhaltender und zugleich alltagstauglicher gestaltung eine zentrale rolle übernehmen kann.
    die westliche platzkante des fachmarktzentrums, die sonnenseite, wird über eine großzügige, vorgelagerte treppe gebildet, die den bürgern als nicht kommerzialisierter treffpunkt und aufenthaltsort mit schöner aussicht zur verfügung steht. dieser uneingeschränkt öffentliche zugang vom vorplatz des fachmarktzentrums auf den marktplatz ist als zwangloses, aber unübersehbares angebot zum spaziergang durch das historisch gewachsene zentrum hagens unerläßlich, um das ausbluten der fachgeschäfte in der ortsmitte und die verlagerung der einkaufsgewohnheiten aus der ortsmitte heraus zu verhindern und ein sich gegenseitig befruchtendes miteinander potentieller kontrahenten für die zukunft zu gewährleisten.
    das raumabschließende kopfgebäude, pointiert in die große treppe integriert, vermag einer restauration und / oder einem kleinen cafe' eine aussichtsreiche, gute adresse anzubieten, beiläufig integriert das ensemble zugleich die anlieferzone optisch ganz selbstverständlich.


    städtebauliche entwicklung / nutzung

    der gewählte entwurfsansatz bezieht dabei die kubaturen der vorhandenen, vorrangig zweigeschossigen bebauung in die städtebauliche entwicklung mit ein, ohne den ort zu überformen, und bietet die möglichkeit, bei geänderten nutzungsgewohnheiten oder -ansprüchen, in den erdgeschossen "platzbespielende" nutzungen vorzusehen. dies kann geschehen, indem nunmehr vorgesehene vorgartenzonen zu außenbewirtschafteten zonen umgenutzt werden, für den fall, dass die hinzugewonnene attraktivität des ortes eine umnutzung der augenblicklich vorherrschenden wohnnutzung im erdgeschoss zulässt oder erforderlich macht.
    ie platzfläche selbst wird entsprechend ihrer hanglage derart mit treppenstufen gegliedert, dass sich aus der distanz der dorfstraße heraus betrachtet, das "große motiv der treppe" über kulissenartig vorgelagerte stufen bereits ankündigt, die zudem den raum optisch verkürzen und somit die "gefühlte distanz" zwischen ortsmitte und fachmarktzentrum überbrücken helfen. der jahrmarkt bleibt nach wie vor aufgrund der baumstellungen in platzrandlage uneingeschränkt durchführbar.
    die vorgefundene öffentliche grünanlage zwischen alter straße und parkweg wird an den längsseiten ortstypisch mit buchenhecken gefasst und an der stirnseite hin zum platz mit einer ortstypischen natursteinmauer in verlängerung der bebauung des marktweges hochbaulich akzentuiert. eine eingelassene bank mit zurückhaltender überdachung dient als "verortete" buswartestation. die hierfür notwendigen fahrradabstellplätze werden entlang des parkweges einsehbar und schwellenlos vorgehalten.
    wünschenswert ist an dieser stelle die umnutzung der grünfläche in einen baumbestandenen biergarten.


    material

    mit hilfe einer stimmigen, einheitlichen materialwahl des bodenbelages in erdgrauen tönen, gemessen am farb- und materialkanon des historischen bestands, wird einer zergliederung des platzes in teilflächen vorgebeugt. anempfohlen wird in jedem falle ein wertiger materialkanon aus natursteinpflaster, betonstein mit natursteinvorsatz,farblich angepasster, wassergebunder decke und entsprechend getönten betonstufen.
    der fahrbahnbereich der hüttenstraße, lärmschluckend asphaltiert mit "flüsterasphalt", wird mit kleinteiligem rinnenpflaster in der farbe der fußgängerbereiche optisch auf 4,70m verengt und über abgesenkte flachborde von der platzfläche abgeteilt.
    in der alten straße und der osnabrücker straße wird das parken ortstypisch zwanglos unter bäumen in den seitenräumen parallel zur fahrbahn organisiert. sind die stellplätze nicht von pkws belegt, treten sie gleichwohl als attraktive aufenthaltsfläche in erscheinung. sie sind somit optisch bestandteil der für fußgänger zu nutzenden öffentlichen bewegungsräume.


    resummee

    die adresse ist gegeben, für den einprägsamen charakter und die unverwechselbarkeit eine tragfähige raumstruktur entwickelt, für aneignung und individualität raum und freiheit gelassen. alle weiteren notwendigen nachweise der architektonischen gestaltung bleiben einem anderen maßstab vorbehalten. dabei gilt:
    "wer immer in allen jahrhunderten nur ein notwendiges plante, hat auch das notwendigste nicht erreicht. die menschheit bedurfte des emotionalen bezuges zu ihren wohnstätten, sie forderte die ästhetische überhöhung, eine kultur der gestaltung, die dem alltag mehr als allein glanz verleiht." wolfgang braunfels

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.