Gestaltet mit vier unabhängig zu realisierenden und weitgehend präzise gesetzten
Stadtbausteinen (Baublöcke: Wohnen, Gewerbe, Büro, Hotel) versucht die Arbeit,
das Wintergartenquartier zu umfassen und zu schließen. Das Wintergartenhochhaus
wird als Solitär (Campanile) mit einer neuen Platzsituation freigestellt.
Das starke Zurücksetzen der Gebäudefront in der Wintergartenstraße jedoch ist
wenig verständlich, erscheint auch nicht notwendig und führt zu künstlichen
Engstellen zum Hochhaus.
Durch spannungsreiche Einschnitte und Verschränkungen entstehen interessante
Durchwegungen des gesamten Areals und wichtige Blickbeziehungen. Der
Entwurf orientiert sich an den für eine räumliche Anbindung des Leipziger Ostens
an das Zentrum notwendigen Wegebeziehungen. Ebenso besitzen der Zugang
vom Bahnhof in das Gebiet und damit auch der Zugang aus dem Gebiet
zur Straßenbahnhaltestelle einladende Qualitäten sowie funktionale Richtigkeit.
Der vierte Baukörper ist überflüssig, weil er die Beziehung Hochhaus und
Scheibenhausbebauung entlang des Georgirings stört. Die Bestandsgebäude
der Schützenstraße reichen als Raumkante und vis á vis für das Hochhaus aus.
Die konkrete Ausformung der drei Baukörper und Fluchten zum vorhandenen
Stadtraum ist noch nicht gänzlich überzeugend und müsste in einem weiteren
Bearbeitungsschritt und dann nutzungsbezogen präzisiert werden.
Als Nutzungen werden zwei Büroblöcke und eine Kantine sowie ein Wohnblock
mit kleinen Stadtwohnungen vorgeschlagen. Der Vorschlag, an diesem Standort Möbel- und Inneneinrichtungsläden zu integrieren, scheint eine interessante
Idee zu sein. Eine Stadtteilbibliothek an der Stelle scheint dagegen nicht tragfähig.
Insgesamt erzeugt die Anordnung von zu vielen kleinen Läden ungünstige
Erschließungen. Die Tiefgarageneinfahrt im oberen Abschnitt der Querstraße
liegt ungünstig.
Die Sockelzone ist in Naturstein ein- bzw. zweigeschossig ausgebildet. Betonfertigteile
und Putz bilden die Fassaden der Obergeschosse mit einem Fensteranteil
von mehr als 50%. Die Fenster sollen geschosshoch ausgebildet werden und variieren
in ihrer Breite.
Die Fassaden sind in ihrer Aussagekraft noch nicht überzeugend und aussagefähig
genug, vermitteln aber planungsstufengerecht (städtebaulicher Ideenwettbewerb)
einen ersten Eindruck architektonischer Themen.
Insgesamt stellt der Entwurf einen interessanten städtebaulichen Beitrag dar, was
die Setzung der Baufelder und Ausrichtung des öffentlichen Raumes angeht, der
aber in der architektonischen Ausformung noch keine endgültigen Aussagen zu
machen vermag.
| Angelegt am | 02.09.2010, 13:05 |
| Zuletzt aktualisiert | 16.06.2014, 09:38 |
| Beitrags-ID | 4-38254 |
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Architekten
KUEHN MALVEZZI ![]()
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