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  • DE-99734 Nordhausen
  • 08/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-37057)

Freianlagen Blasiikirchplatz Nordhausen


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Stötzer Landschaftsarchitekten, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gisela Marta Stötzer

    Mitarbeit
    Alexander Wachter

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: 3d fotoreal | Visualisierung & Graphik-Design im Raum, Buchenbach (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Autor setzt sich sowohl kritisch wie kreativ mit der (vormaligen) historischen Bebauung auseinander.So wird der Baublock zwischen Blasiikirche und Kranichstraße an der Barfüßerstraße eingekürzt und soeine interessante neue Räumlichkeit entwickelt, mit gelungenen Übergängen, Einblicken und Sichtachsen.Dadurch wird der Logik der historischen Raumstruktur entsprochen und diese weiterentwickelt. DieSchlüssigkeit wird lediglich durch die unnötige Einordnung von zergliedernden Freitreppenstufen ge-schmälert. Auch wird das gesamte Raumgebilde zwischen nördlichem Rand des Blasiikirchplatzes und derKranichstraße als eine Einheit diskutiert, die sogar das Pfarrhaus hinterschneidet und sonst eine überzeu-gende Lesart des neuen Platzes mit drei Einstellungen empfiehlt. Diese sind die Kirche, das Pfarrhaus unddas neue Gebäudekarré.

    Funktional wird eine geschickte Einordnung von Linden und Cafés vorgenommen, die das urbane Gewebesinnvoll weiterwebt. Von besonderer städtebaulicher Bedeutung ist die räumliche Wiederinszenierung desPferdemarktes, der als gestalterisches wie funktionales Rückgrat den Stadtbereich zwischen Hagentorund historischem Rathaus elegant zu verbinden weiß. Dies geschieht nachvollziehbar durch geschickt an-geordnete Baumreihen und gut aufeinander abgestimmte Seitenbereiche. Die städtebauliche Integrationder Baumassen verfügt über eine große und klärende Kraft durch den Vorschlag von einfachen Baulinien.Das betrifft sowohl das neue Gebäudekarré wie die nördliche Bebauung. Gleichzeitig ist diesem Entwurfeine große Flexibilität gegeben, da die Körnung der zu entwickelnden Bautypen auf dem jeweiligen kon-kreten städtischen Kontext reagieren und unterschiedlichste Investitionsmassen verorten kann. Hohe ar-chitektonische Qualität gilt es hierbei in den nächsten Realisierungsschritten zu sichern.

    Die Einheit der Platzfläche wird mit Granitkleinpflaster treffend vorgetragen. Die Passe-Verlegung isthierbei eine gute Wahl. Die Arbeit berücksichtigt sowohl den Baumbestand wie das Gebäude Kranich-straße 8. Die Realisierbarkeit wird als hoch eingeschätzt, die Bauprojekte lassen sich auch in Phasen umsetzen. Die Einordnung der Ausstattungselemente ist gekonnt, die Wasserbassins sind gut platziert undnehmen die Idee der Pferdetränke auf.Das vorgeschlagene Lichtkonzept folgt konsequent den neuen Raumkonturen und akzentuiert diese.Die Gedenkstätte unter den Bäumen ist eine gelungene Aufwertung an authentischem Ort.Die Verkehrsführung orientiert sich am Bestand, ist funktional und begnügt sich mit dem notwendigenVerkehrsraum. Das Primat haben die Seitenflächen für den Bürger. Behindertenparkplätze sind berücksich-tigt, die Bushaltestellen im Straßenraum wirken verkehrsberuhigend.Große Veranstaltungen mit größerem Platzbedarf sind mit dieser Platzanlage nicht möglich, jedoch über-zeugt die Arbeit insgesamt durch ihre ruhige selbstverständliche Haltung, die ohne Aufgeregtheiten aus-kommt und eine hohe Aufenthaltsqualität erwarten lässt.