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  • DE-98574 Schmalkalden
  • 09/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-37814)

3. Thüringer Landesgartenschau 2013 Schmalkalden


  • 1. Preis


    Stadtplaner
    Machleidt GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE)
    Architekten: Mola + Winkelmüller Architekten GmbH BDA, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Mitarbeit:
    Dipl. Ing. Carsten Maerz, Dipl. Ing. Kristin Noack, Dipl. Ing. Benjamin Wille


    LANDESGARTENSCHAU SCHMALKALDEN 2013

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    Zeit nehmen
    Eine Gartenzeitreise in 7 Stationen
    Idee:
    Die neuen Freiräume im Westen Schmalkaldens werden in ihren gestalterischen Merkmalen zu einem zusammenhängenden Parkgewebe verbunden.
    Dabei weisen sie sehr unterschiedliche Stimmungen und Programme auf. Der lineare Erzählstrang der „Zeitreise“ kommentiert diese als Themen der Stadtgesellschaft durch alle Zeiten:
    Zeit 1: Zeit für Veränderung Westendpark (A)
    Zeit 2: Zeit für Sinnlichkeit VibaPark (B)
    Zeit 3: Zeit für Natürlichkeit Siechrasenteiche
    Zeit 4: Zeit für Gemeinsamkeit Park am Quellteich (C)
    Zeit 5: Zeit für Gesundheit Solepark (D)
    Zeit 6: Zeit für Erinnerung Altstadtparcours
    Zeit 7: Zeit für Schönheit Schlossgärten Wilhelmsburg
    Die verbindenden Motive:
    Der Westen Schmalkaldens ist räumlich heterogen, zeigt kaum fassende Strukturen und ist zudem im Umbruch begriffen. Mit den neuen Anlagen wird versucht, ein stützendes Gerüst mit verbindenden landschaftlichen Merkmalen und einer gemeinsamen Identität zu entwickeln. Bei aller Unterschiedlichkeit der Orte werden dabei gewisse Strukturelemente zum Gestaltungsprinzip:

    Eine einfache, sehr klare gestalterische Sprache;

    Das Erleben von großzügigen offenen Zentralräumen mit intensiv gestalteten Rändern

    Eine zurückhaltende Inszenierung des Reliefs mit flachen Terrassen an Schmalkalde und Quellteich;

    Ein übergreifendes Materialkonzept mit den Dominanten des unbehandelten Stahls (für die Tradition der Stadt) und Miscanthus (als Energielieferant eine Pflanze der Zukunft);

    Die markanten „Parkschalen“ als intensiv gegliederte Gräserfelder, die gleichzeitig ab-schirmen und verbinden können;

    Darin eingeschnitten die „Zeitfenster“ als erzählerische Themenstationen und
    Gartenexperimente;
    Westendpark:
    Zeit für Veränderung
    Städte sind sich ständig verändernde Organismen und die Konversion des ehemaligen Kranbaugeländes steht beispielhaft für die massiven Umbrüche, die Schmalkalden erlebt; Die Stadt beschäftigt sich bereits heute mit Zukunftstechnologien, kann Veränderung positiv erleben. Die Zeitfenster im Westendpark beschäftigen sich mit Materialien und Technologien der Vergangenheit und der Zukunft, ein Garten des Eisens, ein Garten der Sonne...
    Das stärkste Parkmotiv der Veränderung bringt aber die Schmalkalde mit sich:
    In der Dynamik der jahreszeitlichen Wechsel der Wasserstände, in den ständigen Veränderungen der Uferlinien. Der Fluss wird aus seiner Fassung befreit und erhält natürliche Ufer mit weichen Krautsäumen. Eine massive Veränderung unseres Verhältnisses zur Natur wird sichtbar;

    Der Uferweg hält Abstand vom Fluss und berührt das Ufer erst an der Biegung, es ent-steht ein Aufenthaltsort mit Blick in beide Richtungen. Der Weg fällt von den Brücken um 2,00 m zum Platz hin ab, nähert sich dem Fluss auch höhenmäßig;
    Landesgartenschau Schmalkalden 2013

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    zur Landesgartenschau:
    -
    Es entwickeln sich 3 stahlgefasste Terrassen in Sitzhöhe, bei Hochwassern ändert sich die Kontur des Parks in 3 Stufen; Die Terrassen sind mit Stauden und Bäume der Aue bepflanzt und bieten Raum zum Sitzen und Spielen;
    -
    Der zentrale Wiesenraum des Parks bietet hervorragende Blicke auf die umgebenden Hangrücken und Schloss Wilhelmsburg;
    -
    Der Zugang zum Park erfolgt von Osten her über flache Schleppstufen mit Rampe, optional kann der Parkeingang nach Süden geöffnet werden (entwurfsabhängig Busbahnhof); Am Eingang zur Schmalkalde hin kann ein Biergarten eingerichtet werden;
    -
    Stellplätze für Busse (PKW zur Laga) und Wohnmobile werden in die Parkschale geschoben;
    -
    Haupteingang zwischen Villa und Kulturhaus in der Hauptachse des Parks;
    -
    Breites Wechselflorband entlang des Hauptweges im Süden;
    -
    Hauptbühne am Brückenplatz bespielt den zentralen Wiesenraum
    Vibapark:
    zur Landesgartenschau:
    Zeit für Sinnlichkeit
    Der Park eines Süßwarenherstellers beherbergt die Landesgartenschau. Kaum ein Genussmittel kommt ohne Pflanzen aus, insofern ist es nahe liegend, den Park den sinnlichen Erfahrungen zu widmen, die Pflanzen uns schenken. Der Park erhält zur Schau eine Schale aus Gräsern, die die (temporären) Zeitfenster beherbergt, den Besucher zur Fuchsenkothe lenkt und den zentralen Parkraum fasst. Die Spieldrops des Parks werden zu einem Kinder-schwerpunkt der Schau;
    -
    Eingangsplatz mit Markt, Obst- und Nutzpflanzenfeldern (mit Baumschulenbeitrag)
    -
    Hallenschau auf den westlichen Baufeldern, Publikumserschließung von Süden, Anlieferung von Norden; Saatfelder mit Nutzpflanzen als extensive Kulisse;
    -
    Der Halle vorgelagert ein Zugangsplatz mit Kübelpflanzen, Schwerpunkt Zitrusfrüchte und Aromen des Südens;
    Siechrasenteiche:
    Zeit für Natürlichkeit
    Natur im engeren Sinn sind Mühle und Fischteiche nicht und dennoch strahlen sie eine gewachsene Natürlichkeit mit großem Charme aus; dieser wird erhalten. Mit der Jausenstation an der Mühle und einem schonend eingelegten Steg zwischen den Teichen. Das Wasser kann von einem floßartigen Deck aus unmittelbar erlebt werden;
    Das Zeitfenster erzählt, wie Natur und handwerkliche Tradition zur Entstehung dieses land-schaftlichen Kleinods führten;
    Park am Quellteich:
    Zeit für Gemeinsamkeit
    Das Verhältnis zwischen Alt und Jung, zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen, zwischen den Ethnien und den Geschlechtern wird gerade in Parkanlagen aktiv verhandelt. Die sog. Generationenparks und das Gender -Prinzip stehen für eine aktuelle Hin-wendung zu diesen Fragen. Der neue Park am Quellteich mit seinen Anrainern ist in besonderer Weise geeignet eine Kultur des „Für sich und miteinander“ zu vermitteln. Die spezifischen Angebote an den Parkrändern korrespondieren dabei mit der offenen Spielwiese als gemeinsame Mitte. Der Busbahnhof wird dabei als Bürgerhaus oder Spielhaus mit Gastro-nomie als attraktive „Perle im Park“ umgebaut.
    -
    Naturerleben am Quellteich: Er wird mit einem Wasserlauf an die Teiche im Westen angebunden, der hainartige Baumbestand ergänzt und zur Straße verdichtet; parkseitig entstehen auf flachen Rasenterrassen Sitz- und Liegebereiche über dem Teich.
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    Spielbereiche im Norden: Jugendspiel mit Street- und Beachballfeldern zur Bahn hin und Kinderspiel mit Wasserspielplatz zum Park. Der Spielplatz korrespondiert mit einem neuen Cafe im alten Busbahnhof.
    -
    Die Zeitfenster in der südlichen Parkschale sind mit experimentellen Spielstationen versehen, die generationenübergreifend funktionieren und barrierefrei sind.
    Landesgartenschau Schmalkalden 2013

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    zur Landesgartenschau:
    Helüsa-Quartier
    zur Landesgartenschau:
    -
    Die Parkschale schirmt damit die Stellplatzanlagen ab, wirkt aber gleichzeitig als nutzbare Oberfläche und Parkzugang für Schule und Seniorenheim.
    -
    Hauptzugänge über Plätze und Doppelpromenaden mit Staudenbeeten / Mixed Borders;
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    Hauptgastronomie in und an der umgebauten Bushalle;
    -
    Kleine Bühne auf der zentralen Wiesenfläche;
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    Wechselflor und Stauden in den Promenadenbeeten
    Wohnquartier als Matrix für das Miteinander Das neue Wohnquartier wird als flexible Matrix entwickelt, welche auf einem klaren, rationalen Grundraster aufbaut und darauf ein freies, kompositorisches Spiel unterschiedlicher Module ermöglicht. In diesem autonomen Organisationsprinzip und seiner Zukunftsoffen-heit findet das vorgegebene Leitmotiv des „modernen Miteinander“ seinen städtebaulichen Ausdruck.
    Vernetzung als Grundprinzip:
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    Durchführung der Straße Siechenrasen bis zur Krötengasse als befahrbare Mischver-kehrsfläche.
    -
    Quartierserschließung über eine doppelt angebundene Ringstraße, die in Verlängerung der Sandgasse eingehängt wird; „shared space“ mit Besucherstellplätzen als gliedernde Intarsien, die restlichen Stellplätze befinden sich auf den privaten Grundstücken.
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    Die fußläufigen Höhenwege gliedern und parzellieren das Gelände in Querrichtung und schaffen eine enge Vernetzung der Nachbarschaften.
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    Quartiersplätze an den Kreuzungspunkten mit der Ringstraße;
    Innovative Wohnformen:
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    Gebäudetypologie besteht aus einfachen Grundformen (Zeilen- und Punktbau), die innerhalb des Baufeldes in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden kann und so auf individuelle und kollektive Bedürfnisse reagiert.
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    Lineare Baustrukturen stehen für Etagenwohnungen oder Reihenhäuser.
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    Hinzugefügte Punktbauten als übergeordnete Serviceeinheit, um u. a. generationsüber-greifenden Wohnformen, wie betreutes oder altersgerechtes Wohnen zu beherbergen.
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    Punkthäuser definieren über ihre Position auf dem Baufeld ihr Nachbarschaftsverhältnis. Freistehende Einfamilienhäuser stehen in Diagonalanordnung; rücken diese zueinander, entstehen aus den Solitären Doppelhaushälften.
    Nachhaltiges Wassermanagement
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    Sammlung des Oberflächenwassers über ein Mulden-/Rigolensystem entlang der Hö-henwege;
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    Versickerung in den Grasfeldern am Fuße der Siedlung;
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    Das System wird bewusst zur Gestaltung des Quartiers eingesetzt und entsprechend mit dem geplanten Wegenetzwerk verwoben.
    Progressives Schrebern
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    Progressive Schrebergartensiedlung am südlichen Grundstücksrand als kleinteilige, improvisationsoffene Struktur;
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    wird auf den Grundstücken in Form von Remisen fortgeführt, um den individuellen Bedürfnissen moderner Lebensstile zusätzliche Räume zur Aneignung und Entfaltung zu bieten.
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    „Gartenteppich“ aus Haus- und Themengärten, verwoben mit Rasen- und Wiesenflächen;
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    auf dem Grundraster der Siedlung, Teilerhalt der Pflanzungen;
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    Nutzung eines Quertiersplatz im Zentrum als „Messeplatz“;
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    Progressives Schrebers als Schauthema im Süden;
    Landesgartenschau Schmalkalden 2013

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    Solepark:
    Zeit für Gesundheit
    Im Solepark wird das Wasser im Kontext der Gesundheit und des Wohlbefindens thematisiert. Die Mittel sollten dabei zunächst auf die Gestaltung und Inszenierung des Schmalkalde-Ufers konzentriert werden. Ein kleiner Höhensprung definiert die Grenze zur Kulisse der Villenparks im Norden. Ein gut gearbeiteter Quellstein signalisiert den Standort der noch nicht erschlossenen Bohrung. In die begleitenden Gräserpflanzungen sind Arzneipflanzen integriert.
    Auf dem Grundriss des Badehauses südlich der Schmalkalde könnte (mit Sponsorenhilfe) ein moderner Bader-Garten mit Wasserbecken (Kneipp?) und Heilpflanzen entwickelt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.