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  • DE-45879 Gelsenkirchen
  • 06/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-39923)

Umgestaltung der Ebertstraße in Gelsenkirchen


  • Anerkennung

    Blick über den Fritz-Rahkop-Platz zum Musiktheater

    Landschaftsarchitekten
    wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Verkehrsplaner: ambrosius blanke verkehr.infrastruktur, Bochum (DE)

    Erläuterungstext
    Verbindungen schaffen

    Für die Ebertstrasse wird zwischen dem offenen Platz vor dem Musiktheater im Revier und dem neuen Heinrich-König-Platz eine lineare Grundstruktur vorge-schlagen.
    Mit geschnittenen Baumreihen, Bändern mit unterschiedlichen Nutzungsmög-lichkeiten und offenen Blickachsen wird das lineare Konzept umgesetzt. Damit wird es der wichtigen Funktion der Ebertstrasse, die Innenstadt mit dem Musik-theater zu verbinden, gerecht.

    Neben den Verbindungen in Nord-Süd-Richtung wird auch die Durchlässigkeit in Ost-West-Richtung gestärkt, insbesondere im Haltestellenbereich MiR.
    Alle Flächen werden niveaugleich vorgesehen, ein durchgängiger, übersichtlicher Stadtraum entsteht.

    Stadträume stärken
    Mit den neuen Baumreihen und den bestehenden Solitärbäumen wird eine neue Raumqualität erreicht.
    Insbesondere nach Westen bilden die Baumreihen Raumkanten zu den offenen Strukturen. Mit dem Spiel zwischen Baumreihen und offenen Bereichen werden neue, überschaubare Teilräume in der Ebertstrasse gebildet, ohne dass sie zur Konkurrenz für die beiden angrenzenden großen Plätze - vor dem MiR und Hein-rich-König-Platz- werden.
    Weiter fungieren die Baumreihen als leitende Elemente zwischen Heinrich-König-Platz und MiR und bieten mit den Bänken eine neue Aufenthaltsqualität.
    Die Wahrnehmbarkeit der Ebertstrasse von der Florastrasse wird durch die li-neare Struktur ebenfalls verbessert.

    Auf dem Fritz-Rahkop-Platz wird über dem U-Bahnbauwerk, das sich noch ca. 1,20m aus dem Niveau hebt, ein schlichter, langgestreckter Kubus vorgesehen, der sich als Keil aus der Platzfläche schält. Als wasserüberströmter, nachts be-leuchteter Block wird er zum Anziehungspunkt in der Ebertstrasse.

    Der westliche Rand erhält mit den einfachen Rasenflächen, die mit breiten Sichtbetoneinfertigteilen eingefasst sind und sich nach Westen bis zu 30cm aus dem Platz schälen, eine hochwertige Aufenthaltsqualität. Zwischen die Rasen-felder wird ein Spielpunkt integriert.
    Mit dem Baumdach, Bänken und Hecken zu den Stellplätzen erhält der Aufent-haltsraum hier eine gefasste Raumkante.

    Die langgestreckten, baumüberstellten Bänder entlang der Stadtbahntrasse mit der Stützwand zur Stadtbahn-Rampe im „Rücken“, werden ebenfalls als lineare Aufenthaltsbereiche ausgebildet. Insbesondere für die Ostseite wird erwartet, dass eine Aussengastronomie entsteht.


    Verkehr
    ÖPNV- Mit einer offenen, transparenten Neugestaltung der Haltestelle MiR wird die Öffnung zum Musiktheater gestärkt.
    Zwei schlichte langgestreckte Dächer aus Beton sorgen im Haltestellenbereich für den Schutz der Fahrgäste. Vertikale, transparente Elemente bieten Infoflä-chen und Windschutz.
    Die Bahnsteige, zu den Gleisen um 20cm erhöht, werden zu den umgebenden Flächen ohne Kanten integriert.
    Die U-Bahn Zugänge nehmen die kubische Form der neuen Bauten des Heinrich-König-Platzes auf, orientieren sich jedoch mit der Oberfläche, einem strukturier-ten Beton, an der Fassade des MiR. Eine durchgängige Gestaltung der Verkehrs-bauten, die in der Feinausbildung auf die Umgebung reagiert, wird damit er-reicht.

    Individualverkehr- Die Querung der Florastrasse wird durch zwei Fußgänger-überwege optimiert. Zwischen den beiden Querungen mit Lichtsignalanlage wird die Fahrbahn mit einem farbigen Asphalt markiert.
    Die Vattmannstrasse/ Von-Oven-Strasse wird im Bereich der Kreuzung mit der Ebertstrasse auf 6.00m zurückgebaut. Die Fahrbahn bleibt zwar weiterhin ge-trennt von den Fußgängerbereichen, optisch wird durch ähnliche Beläge jedoch eine Kenntlichmachung der Durchgängigkeit der Ebertstrasse erreicht. Auf eine Lichtsignalanlage wird verzichtet.
    Die östliche Fahrbahn in der Ebertstrasse, die die Mulvanystrasse anbindet, wird etwas nach Westen verlegt, um vor den Gebäuden mehr Platz für Fußgänger zu erhalten.
    Alle Erschliessungsfunktionen der Strassen werden beibehalten.

    Ruhender Verkehr- Westlich des Fritz-Rahkop-Platzes werden in Verlängerung der privaten Stellplätze des Versorgungswerks neue öffentliche Stellplätze vor-gesehen. Unter den neuen Baumreihen entlang der Ebertstrasse werden Senk-rechtstellplätze angeboten. Insgesamt werden 60 Stellplätze angeboten.

    Materialien
    Für die Beläge werden Pflasterplatten (Beton mit Natursteinvorsatz) in unter-schiedlichen Längen und Breiten vorgesehen. Die maximale Kantenlänge von 45cm wird eingehalten. Die Aufenthaltsbereiche längs der Stadtbahntrasse werden mit gleichformatigen Betonplatten in Sichtbetonqualität belegt.
    Das Wasserspiel erhält eine bearbeitete Natursteinoberfläche, die einen lebendi-gen Wasserlauf erwarten lässt.
    Für die Ausstattungselemente werden die Bänke und Leuchten aus dem Coope-rate Design verwendet.
    Das Lichtkonzept wird entsprechend des linearen Konzeptes entwickelt. Reihen aus Lichtstelen schaffen die Grundbeleuchtung. Schwerpunkte des Lichtkonzep-tes werden die neuen Bauten der Haltestelle und das Wasserspiel. Die Aufent-haltsbereiche erhalten mit Bodeneinbaustrahler eine atmosphärische Beleuch-tung.
    Mit den verwendeten Materialien wird eine hohe Wirtschaftlichkeit angestrebt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.