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  • Anerkennung


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    Architekten
    Therese Strohe I Wiebke Lemme, Berlin (DE)

    Erläuterungstext


    Mitarbeiter: Michael Ullrich, Sebastian Haufe, Marco Ullrich
    Haustechnik: IB Wichmann, Berlin
    Laborplanung: LCI, Lübeck


    Wenn man den Zugang zum Inneren des großen Blocks zwischen Luisenstraße und
    Friedrichstraße über einen der Fußwege gefunden hat, steht man in einer
    Parklandschaft, die im Laufe der Jahrhunderte mit kleineren und größeren
    Institutsgebäuden bebaut wurde. Die ehemals für die Veterinärmedizin
    notwendigen Stallgebäude verbreiten eine ländliche Atmosphäre. Rückgrat dieser
    Parklandschaft bildet die Panke, deren zur Zeit stillgelegter Flusslauf von mehreren
    Brücken überquert wird.

    Das Laborgebäude schließt bewusst nicht den Blockrand und wird als Solitär Teil
    dieser Parkanlage. Zur Phillippstraße spannt es, gemeinsam mit Haus 11, einen
    Vorplatz im Strassenraum auf und wird damit zum Gegenüber für das
    Gerichtsmedizinische Institut. Der Ankommende wird durch die Flanken des
    Gebäudes in den Grünzug der Panke und auf den Campus geleitet.
    Beiläufig schließt das Laborgebäude den sogenannten Klinikhof, wahrt aber
    genügend Abstand von den vorhandenen Gebäuden, um sie nicht zu bedrängen.
    Zum Campus hin orientiert es sich als selbstbewusstes Gebäude, das über die
    eingeschossigen Stallgebäude hinweg mit den höheren Institutsgebäuden (z.B.
    Haus 18) kommuniziert.

    Das Haus fängt durch die Geometrie seiner Fassaden Raumsituationen in drei
    Richtungen, lässt sie gleichzeitig dennoch auch im Fluss. Ebenso öffnet sich das
    Erdgeschoss für diese drei Räume: den Platz an der Phillippstraße, den Hof der
    Tierarzneischule und den Park der Institute. Die Pförtnerloge befindet sich zwischen
    Vorplatz und Zufahrt und bildet sowohl für externe Fußgänger als auch für die
    Zulieferung die Adresse zum Campus.

    Wie die Häuser im Park schwimmen die Räume im Grundriss und ermöglichen
    Ausblicke, hinaus in die Stadt, hinein in den Campus. Die inneren Verkehrsflächen
    verweben sich mit der Stadt.

    Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss umschließen die tiefen Raumschichten
    der eher öffentlichen Nutzungen ein Foyer mit einer großzügigen Treppe. In den
    Laborgeschossen, die nur von den Forschern betreten werden, läuft die Treppe in
    einer Skulptur, deren Oberlicht das Tageslicht in die tiefsten Schichten des
    Gebäudes bringt. Die Laborflure in diesen Etagen, die sich um die mit Nebenräumen
    gefüllte Skulptur legen, lassen von jedem Punkt einen Blick ins Freie zu und
    ermöglichen so die Orientierung im Gebäude und Positionierung in der
    Stadtlandschaft.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der nach außen massiv wirkende Baukörper entpuppt sich beim Betreten als eine komplexe Raumschichtung. Ein introvertiertes Atrium umschließt er mit Dunkelräumen gefolgt von einem umlaufenden Gang und den Labor und Büroräumen. An den Gebäudeknicken öffnen sich die Flure zu Kommunikationsflächen.

    So entsteht ein Volumen, welches ein lebendiges Gefäß aus Forschen, Diskutieren und Lehren vermuten lässt. Bei genauer Betrachtung wird jedoch die Dimension des Innenhofes und seines Lichtgewinnes unterschiedlich bewertet.

    Insgesamt erschafft sich der Entwurf aus der hohen inneren Qualität und der Vielzahl von Kommunikationsflächen ein Bauvolumen, welches in seiner Kompaktheit für den Ort zu gewaltig ist. Dieses kann auch die Modellierung des Baukörpers nicht entkräften.


INFO-BOX

Angelegt am 01.11.2010, 11:32
Zuletzt aktualisiert 30.11.2010, 14:16
Beitrags-ID 4-39751
Seitenaufrufe 315

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