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  • DE-27432 Bremervörde
  • 10/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-40967)

Realisierungswettbewerb /Alte Straße/


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Landschaftsarchitektur+ Felix Holzapfel-Herziger & Julian Benesch PartG mbB, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Felix Holzapfel-Herziger , Lothar Steffen , Burkhard Wand

    Mitarbeit
    Julian Benesch, Birthe Röth, Berit Hinrichs

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: schaper+steffen+runtsch, Hamburg (DE)
    Architekten: Architekten Stade - Schüch & Cassau, Stade (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Der im östlichen Abschnitt der Alten Straße noch erkennbare Charme einer kleinstädtischen Bebauung ist im westlichen Straßenabschnitt durch eine im Laufe der Zeit stark überformte und langgestreckte Bebauung auf der nördlichen Straßeseite gestört. Das heterogene Erscheinungsbild der südlichen und nördlichen Straßenseite gilt es zu überwinden und den Raum der „Alten Straße“ an die Innenstadt wieder anzuknüpfen. Die Alte Straße wirkt zur Zeit als Barriere zwischen Stadtkern und den Flächen der südlich Innenstadt.

    Gestaltung
    Die neue Gestaltung der Alten Straße orientiert sich zum einem an ihren historischen Wurzeln und zum anderen an der Maßgabe eine klare, starke und selbstverständliche Ausbildung zu formen. Ein Stadtraum wird zurück gewonnen und es wird die Integration der vielfältigen, notwendigen und gewünschten Funktionen in einer gestalterisch ansprechenden Form mit eigener Identität geschaffen.
    Die geplante Fläche - Parkett - aus langformatigen Ziegeln erstreckt sich zwischen den begrenzenden Gebäudekanten südlich und nördlich der Alten Straße und fasst diese in einer neuen Qualität als einheitlichen Raum zusammen. Das Material des Klinkers knüpft an die Flächen der Innenstadt und des Rathausmarktes an und verbindet diese mit den Flächen der Alten Straße. Auf den Parkettflächen in der Alten Straße wird es am schönsten in Bremervörde - Flanieren, Dinieren und Shoppen werden wieder attraktiv.

    Die Straßenflächen werden durch eine offene Entwässerungsrinne mit einem leichten Höhensprung von 3cm eingefasst und wirken gestalterisch ähnlich einem eingelegten Band in einer ruhig aufgespannten Belagsfläche. Die in Reihe auf der Südseite der Alten Straße vorgesehenen Bäume schaffen eine räumliche Verbindung zwischen der hohen Bebauung auf der nördlichen und der historisch, kleinteiligen Bebauung auf der südlichen Straßenseite.

    Diese Neuinterpretation der alten Bepflanzung bildet einen optischen Zusammenhang. Die hohe Aufastung der Bäume im Lichtraumprofil von 4,5 m formuliert den Stellenwert der Alten Straße als Teil des Hauptgeschäftsbereiches und bildet neue Aufenthaltsqualität.

    Die bedachte Wahl der Materialien für den Gehweg- und Fahrbahnbereich lässt eine eindeutige Unterscheidung der jeweiligen Funktionen zu, ohne die Bereich untereinander zu zerschneiden. Der Raum wirkt in sich stimmig, da die Beläge in einem Farbschema orientiert sind. Die Bereiche für die Fußgänger werden durch eine Rinne vom Fahrbahnbereich markiert, die gleichzeitig eine zuverlässige Ableitung des anfallenden Oberflächenwassers ermöglicht.

    Möblierung/ Materialien
    Als Belag wird ein roter Klinker gewählt, der hochkant verlegt wird. Damit werden historische Element aufgegriffen. Für den Fahrbahnbereich wird ein wilder Verband (z.B. Passé-Verband) aus Natursteinkleinpflaster vorgeschlagen. Die in einem Band auf der Südseite der Alten Straße angeordneten Möblierungselemente bieten Bänke, Fahrradständer und Mastlampen mit Reflektor für die Beleuchtung der Straßenflächen und der fußläufigen Flächen.
    Um dem Wunsch nach einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität nachzukommen, werden Sitzmöbel im Außenbereich vorgesehen. Bänke im Bereich der Baumstandorte bieten die Möglichkeiten zum Verweilen, Erholen und Entspannen. Ausreichende Fahrradbügel bieten Stellplätze für den schlanken Verkehr. Dezente Leuchtstelen mit Lichtpunktstreuung beleuchten den Raum in der Dunkelheit und sorgen für eine angenehme Atmosphäre auch in der dunklen Jahreszeit.
    Durch die Beachtung der Farbigkeit und der Materialien der Elemente erscheint der Straßenraum in sich stimmig und wirkt als Einheit, die sich behutsam in das vorhandene Umfeld eingliedert.

    Verkehr
    Die Zonierung der Verkehrsflächen folgt den Vorgaben der Verkehrsuntersuchung. Vorgeschlagen wird in der Alten Straße die Ausbildung einer schlanken Straßenfläche mit 4,5m und beidseitiger offener Entwässerungsrinne von 50cm Breite. Die Zufahrtsbereiche und Anfang und Ende der Alten Straße sowie der Kreuzungsbereich zur Bahnhofsstraße werden leicht aufgepflastert, dort erhält der Fußgänger Vorrang.
    Die fahrbahnbegrenzte Rinne ist 3cm abgesenkt und dient der Führung und Zonierung des Individual-Verkehrs ohne die Barrierefreiheit für Fußgänger und Rollstuhlfahrer einzuschränken. In dem südlich der Alten Straße angeordneten Band von 2,0m Breite werden die Parkierung, Möblierung und die Fahrradständer sinnvoll zusammengefasst. Es entsteht ein Rhythmus, der flexibel gestaltet werden kann und der schnellen Orientierung dient.

    Neubebauung im Bereich „Alte Straße / Ernst-Bode-Straße“
    Die Entwicklung der Fassade erfolgte unter folgenden Grundsätzen:
    Aus städtebaulicher Sicht ist die Baulücke mit definierten Raumkanten zu schließen.
    Das historische Gebäude Nr.69 wird erhalten. Die angrenzenden Gebäude entwickeln sich anhand der historischen Parzellierung. Hierbei bleiben die Gassen zwischen den Gebäuden erhalten und zeichnen sich im Straßenbild wieder. Um einer Überformung entgegen zu wirken, wurden die Höhen der Gebäude dem Bestand angepasst. Richtung Kreuzungsbereich erhöht sich das Gebäude, um eine attraktive räumliche Fassung der Alten Straße zu erzeugen.
    Die konsequente Bildung von Raumkanten lässt hier einen langgestreckten Baukörper entstehen. Damit sich dieser in der Fassade nicht wiederspiegelt, wurde Wert auf eine Teilung ähnlich der historischen Parzellierung gelegt. Dieses wurde durch eine Unterteilung mit Giebeln erreicht. Das Wechselspiel von Giebeln und Traufen führt den Bezug und die Eingliederung zum bestehenden Ensemble her und verhindert ein homogenes Erscheinungsbild.
    Durch den Einsatz von verschiedenen Materialien wird die Strukturierung verdeutlicht.
    Hierbei wird auf die bereits in der Umgebung verwendeten Materialien zurückgegriffen.
    Die Fassadendetails wurden zurückhaltend gestaltet, um beruhigend auf das Straßenbild zu wirken. Die moderne Geschäftsfassade benötigt große Glasflächen. Um diese den typischen historischen Fensterrhythmen anzupassen, wurden stehende Formate gewählt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.