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  • DE-94469 Deggendorf
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-12344)

Landesgartenschau Deggendorf 2014


  • Ankauf

    Picto

    Landschaftsarchitekten
    HAHN HERTLING VON HANTELMANN, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schmitt von Holst Architekten, Berlin (DE)
    Bauingenieure: Ingenieurbüro für Bauwesen Stefan Baur, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    LANDSCHAFTSZONEN
    Die Grundlage für den Entwurf sind die drei bestehenden Landschaftszonen:
    das Deichhinterland, mit den intensiven Nutzungen Stadthallenpark, Festplatz und den Flächen für den neuen Camping-und Tennisplatz.
    Der Deich, mit den wichtigen Fuß- und Radwegeverbindungen in Ost-West Richtung und der Verbreiterung zu den Deichgärten.
    Und das Deichvorland, mit den extensiv gestalteten Deichwiesen, einer Uferpromenade mit verschiedenen Uferplätzen und dem Donaustrand.

    DONAUACHSEN
    Das Hauptziel des Entwurfes ist es, die Stadt Deggendorf optimal mit dem Donauufer zu verbinden und die Orientierung in dem unübersichtlichen Gelände zu verbessern.
    Die in das Wettbewerbsgebiet gelegten sechs „Donauachsen“, haben ganz unterschiedliche Charaktere, jedoch gewährleisten sie die gleiche Funktion: Kurze Wege an die Donau für Fußgänger und Radfahrer.
    LANDMARKACHSE: Der Auftakt des Donauparks flußaufwärts, ist durch die
    „Landmarkachse“ gekennzeichnet. Hier ist eine Landmark denkbar, wie z.B. eine überdimensionale Boje oder figürliche Darstellung, die den Donauschiffern, aber auch dem Autoverkehr in Richtung Deggendorf als Begrüßung dient. Eine temporäre Markierung, wie z.B. mit einem Heißluftballon während der Gartenschau bietet sich als Anziehungspunkt an.
    WIESENACHSE: Die „Wiesenachse“ westlich des Bahndamms erschließt einen direkten Zugang zu den Deichgärten und den Deichwiesen im Donauvorland, für die Stadtteile westlich der Bahnlinie Plattlingen - Bayrisch Eisenstein und ist gleichzeitig die westliche Begrenzung der neuen Deichgärten.
    BRÜCKENACHSE: Die „Brückenachse“ ist die wichtigste Verbindung des neuen Donauparks. Die neue Brücke verbindet die beiden Donauseiten in Nord-Süd Richtung für den Rad- und Fußverkehr. Im Norden der neuen Donaubrücke besteht eine Anbindung an das Niveau der Deichgärten, sowie zum Bahnhof Deggendorf entlang der Bahndämme. Am südlichen, Fischdorfer Ufer führt der Radweg, wie auf der Deggendorfer Seite, entlang der Bahndämme bis an die südlich gelegene Landstraße. Hier besteht Anschluss an die Radwegeroute zu den in Richtung Plattlingen gelegenen Naherholungsgebieten. Auch auf der Fischdorfer Seite ist eine direkte Abfahrt von der Brücke auf das Niveau des Deiches möglich.
    FESTPLATZACHSE: Die vierte Achse ist die „Festplatzachse“, die aus der Unterführung der Neusiedlerstraße heraus, über den Festplatz, durch das neue Parkdeck direkt auf den Deich und in die Deichgärten führt. Barrierefrei ist hier die Überwindung des eingeschossigen Parkdecks möglich, mit einer entsprechenden Abfahrt in das Deichvorland, auf die Donauwiesen, bis an den Donaustrand. Endpunkt dieser Achse ist, wie auch bei der „Landmarkachse“ und der „Wiesenachse“ ein schwimmender Garten als Aussichtsponton.
    BOGENBACHACHSE: Die „Bogenbachachse“, nimmt den bestehenden Rad- und Fußweg durch die Stadt Deggendorf entlang des Bogenbaches auf. Neu ist die Verlängerung der Achse über die bestehenden Bahngleise hinweg. Eine direkte Abfahrt in das Donauvorland zum Donaustrand ist hier ermöglicht. Die „Bogenbachachse“ ist auch die Hauptverbindung des Stadthallenparks und den Deichgärten. Der Endpunkt dieser Achse ist ein Aussichtsponton mit einem „Wasserfenster“, symbolisch für den Zusammenfluss von Bogenbach und Donau.
    STADTACHSE: Die sechste und östlichste Donauachse ist die „Stadtachse“. Sie besteht bereits, bis auf die Fortführung im Bereich des Donauvorlandes. Die „Stadtachse endet mit einem schwimmender Garten und Sportbootanleger.
    Die „Stadtachse“ ist, wie der Name schon sagt, der schnellste Weg von der Altstadt Deggendorf und allen umgebenden östlichen Stadtteilen an den
    Donaustrand. Eine neue Fußgängerzone verbessert die Anbindungsqualität an die Deggendorfer Altstadt.

    GEHÖLZSTRUKTUREN
    Es gibt in dem Entwurf zwei grundsätzlich unterschiedliche Gehölzstrukturen.
    In Reihen gesetzte Bäume und freie Gehölzpflanzungen.
    Die in Reihen gesetzten Bäume markieren die wichtigsten Wegeverbindungen und verbessern die Orientierung. Baumreihen flankieren die Hauptstraßen und -Wege im Deichhinterland und auf dem Deich. Als Kontrast zu dem gehölzfreien Festplatz und der Festplatzerweiterung sind flächige Gehölzpflanzungen auf dem neuen Campingplatz, dem Gleisdreieck, an den Autobahndämmen und im Stadthallenpark vorgesehen.
    Die lockeren Baumpflanzungen im Deichvorland, sind bis auf wenige Ausnahmen aus dem ausgelichteten Gehölzbestand hervorgegangen. Die Gehölze entlang der Uferzone sollen so weit wie möglich erhalten werden und in das Entwurfskonzept integriert werden.
    Auf den Deichgärten, außerhalb der Überschwemmungsbereiche, dienen Buchenhecken als strukturierendes Element, um die dauerhaften Gartenräume mit ihren unterschiedlichen Charakteren von einander abzugrenzen.

    DEICHGÄRTEN AUF DER PARKIERUNGSANLAGE
    Die Deichgärten entstehen auf der breiten Dachfläche der neuen Parkierungsanlage. Die Besonderheit der Parkierungsanlage ist, das auf Grund der räumlichen Tiefe des Entwurfes, auf ein zweites Geschoss verzichtet werden konnte. Das hat den großen Vorteil, das ohne Probleme das Niveau der neuen Deichgärten, an das Niveau der angrenzenden Deiche in östlicher und westlicher Richtung angeschlossen werden kann.
    Die Fläche der Deichgärten auf dem Parkdeck, sind über eine Rampe von dem Festplatz aus barrierefrei zu erreichen. Diese „Donauachse“ ist eine bequeme Verbindung zwischen dem Deichhinterland und dem Deichvorland für Fußgänger und Radfahrer.
    Nach der Gartenschau nehmen die Deichgärten, die Parkbereiche auf, die im Donauvorland auf Grund der Überschwemmungsgefahr nicht angesiedelt werden können. Die Deichgärten werden ein Freizeitband mit vielseitigen Nutzungen sein. In den Deichgärten wechseln sich Sport- und Spielfelder mit Gartenräumen unterschiedlichstem Charakter ab. Es wird z.B. einen Schaukelgarten geben, Beachvolleyballfelder und einen Asphaltplatz für Streetball und freies Spiel. Gartenräume sind u.a. der Rosenheckengarten, der Sanddorngarten, der in das Parkdeck eingeschnittene Senkgarten und die im Norden die Deichgärten begrenzenden Extensiven Ziergräser- und Staudenpflanzungen. Die unterschiedlichen Gartenräume sind durch breite Buchenhecken von einander getrennt. Die Anordnung der Hecken ermöglicht einen freien Blick auf das Donauvorland und die Donau.

    STADTHALLENPARK
    Der Stadthallenpark ist in seiner neuen Gestalt das Bindeglied, zwischen den urbanen Nutzungen rund um die Stadthalle und dem Donaupark.
    Der neue Stadthallenpark hat zwei Bereiche, den Stadthallenplatz, vor der Stadthallenerweiterung, mit einem großen flachen Wasserbecken und den Stadthallenpark, mit Wiese und Wäldchen.
    Der Stadthallenplatz ist der neue Treffpunkt für alle Veranstaltungen, die in der Stadthalle stattfinden und zusätzlich eine Campuserweiterung für die benachbarte Fachhochschule.
    Der an den Platz anschließende, grüne Teil des Stadthallenparks nimmt die klassischen Funktionen eines Parks auf. Eine Wiese mit lockerem Baumbestand lädt zum Lagern und Spielen ein. Der Trampolinspieplatz lockt Kinder und Erwachsene zum Toben. Das Wäldchen spendet Schatten und Schutz vor der nahe liegenden Autobahntrasse.
    Die im Süden des Stadthallenparks verlaufende Wegeverbindung, entlang des Wassergrabens in Richtung Westen, bildet die Haupterschließung des Quartiers Stadthallenpark, zu dem nahe liegenden Donaupark. Im Osten führt die Wegeverbindung weit über das Planungsgebiet hinaus, in Richtung Hafengebiet Deggendorf und südöstliche Altstadt, mit den angrenzenden Naherholungsgebieten.

    UFERPROMENADE
    Die Uferpromenade verläuft im gesamten Planungsgebiet im gleichen Abstand zur Donau und bildet eine klare Trennung zwischen den Donauwiesen im Deichvorland und den neu gestalteten flachen Donauufern, mit langen Strandabschnitten. Die Donaupromenade aus anthrazitfarbenem Asphalt wird zur Donau hin von einem ca. 1m breiten weißen Betonband begrenzt, dass neben der Einfassungsfunktion auch als Sitzkante dient. In drei Bereichen ist das Betonband zu einer Treppenanlage in Richtung Donaustrand erweitert.
    Neben den „Donauachsen“, die jeweils mit einer Rampe und einem schwimmenden Gartenponton enden, sieht der Entwurf zwei längere Promenadenabschnitte vor, die sich als Plätze direkt in die Donau hinaus schieben.
    Der erste Promenadenplatz, zwischen „Stadt- und Bogenbachachse“, dient mit einem vorgelagerten Ponton als Anleger für die Kreuzfahrt- und Fahrgastschiffe.
    Promenadenplatz Nummer zwei liegt zwischen der „Festplatzachse“ und der neuen Radwegebrücke. Der Platz ist eine breite Terrasse auf der die bestehende Bootshalle steht. Die Bootshalle ist als Gastronomie umgebaut und belebt den Donaupark. Breite Sitzstufen ermöglichen hier den Aufenthalt direkt am Wasser. Dem Promenadenplatz vorgelagert ist eine schwimmende Bühne, die nach der Gartenschau, als Open-Air Kino in den Sommermonaten als weiterer Anziehungspunkt genutzt werden kann.
    Auf der südlichen, Fischdorfer Donauseite sieht der Entwurf ebenfalls zwei kleine platzartige Erweiterungen der Promenade vor. Die Plätze mit Sitzstufen hinunter zum Wasser, erhöhen die Aufenthaltsqualität am Fischdorfer Donauufer und sorgen für eine abwechslungsreiche Ufergestaltung.

    FESTPLATZ
    Der Festplatz, ist eine große Rasenschotterfläche, die durch breite Plattenbänder in Streifen unterteilt ist und durch einen großzügigen, ebenfalls befestigten Rahmen gefasst ist. Die wegbegleitenden Baumpflanzungen rahmen die freie Festplatzwiese zusätzlich. Lange Bänke im Norden und Süden des Platzes laden zum Ausruhen und Beobachten ein.
    Die dreireihige Baumpflanzung zur Neusiedler Straße hin, begrenzt den offenen Festplatz deutlich, ohne als Barriere wahrgenommen zu werden. Blickbeziehungen zu der gegenüberliegenden Straßenseite und den parallel zur Neusiedler Straße verlaufenden Geh- und Fahrradwege sind möglich.

    AUSSTELLUNGSKONZEPT LANDESGARTENSCHAU

    Das Gartenschaukonzept hat zwei Schwerpunkte. Zum einen das sinnliche Erleben der Donau zu Lande, zu Wasser und aus der Luft. Aussichtspunkte auf dem Wasser, am Wasser und erhöht über dem Wasser ermöglichen ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Donau. Der zweite Schwerpunkt ist die verbindende Komponente des Flusses Donau innerhalb Europas. Dieser Inhaltliche Schwerpunkt kommt durch die Auswahl verschiedener Gartenthemen zum Ausdruck, die im Rahmen von Themengärten präsentiert werden. So gibt es u.a. großzügige Gärten, in denen die zehn Donauländer die Besonderheiten ihrer Gartenkultur zeigen können. Auch die Donau-Partnerstädte Deggendorfs haben die Möglichkeit Ihre Stadt mit einem Themengarten den Besuchern näher zu bringen.

    AUSSTELLUNGSFLÄCHEN
    Die Hauptausstellungsflächen für die Gartenschau, sind die Deichgärten auf dem Parkdeck und die Wiesen im Deichhinterland, auf der Fischdorfer Donauseite. Die räumlich komprimierten Ausstellungsflächen, ermöglichen in dem ohnehin großen Gartenschaugelände relativ kurze Wege. Zusätzlich gibt es Gartenschauflächen, mit Themengärten parallel zum Hauptweg, im Stadthallenpark. Schauflächen für Sommerflorpflanzungen, mit Außenwirkung, befinden sich auch vor dem Gartenschauzaun, entlang der Neusiedlerstraße, auf Seite des Gartenschaugeländes und im Bereich der Eingänge auf beiden Donauseiten. In der neuen Fußgängerzone in Richtung Altstadt und auf dem Marktplatz präsentieren sich während der Gartenschau die Partnerstädte der StadtDeggendorf. Sommerflor begleitet die Wegeführung.

    BESONDERE ORTE
    Im Rahmen der Gartenschau, wird es auf dem Gelände verteilt, einige „Besondere Orte“ geben. Dazu gehören die Schwimmenden Gärten am Ende der „Donauachsen“. Die Schwimmenden Gartenpontons sind während der Gartenschau als intensive Gräser- und Staudengärten gestaltet. Ein weiterer „Besonderer Ort“ ist das flache Wasserbecken auf dem neuen Stadthallenplatz im Stadthallenpark. Hier schwimmen eine Vielzahl von üppig bepflanzten Schalen, auf dem Wasserspiegel und heißen die Gartenschaubesucher willkommen. Die breite Beckeneinfassung dient als Sitzgelegenheit und bietet sich als Treffpunkt für die ankommenden Besucher an. Ein ganz „Besonderer Ort“ ist die Blütenfahrt am Fischdorfer Donauufer. Dort besteht die Möglichkeit, sich auf der Donau ein Stück in einem als Blüte gestalteten Boot treiben zu lassen und die Donauströmung aus nächster Nähe zu erleben. Auch der transluzente Tunnel auf der neuen Donaubrücke, im Bereich der Donauinsel, ist ein „Besonderer Ort“. Der schützenswerte „Lebensraum Donauinsel“, wird hier durch die verweigerte Begehbarkeit und direkte Einsehbarkeit in Szene gesetzt. Installierte Fernrohre an der Brückenbrüstung bieten die Möglichkeit, aus dem temporären Tunnel heraus, die Pflanzen und Tiere der Donauinsel gezielt zu beobachten. Der Höhepunkt der Gartenschau ist eine Fahrt in einem Heißluftballon , der flussaufwärts an der westlichsten Donauachse verankert ist und dem Gartenschaubesucher einen einmaligen Überblick über die Landesgartenschau aber auch über die schöne Altstadt Deggendorfs und das abwechslungsreiche Umland ermöglicht.

    WEGEKONZEPT GARTENSCHAU
    Es bieten sich unterschiedlich lange Routen für den Besuch der Gartenschau an. Der Hauptweg ermöglicht den Besuch aller Ausstellungsbeiträge auf beider Donauseiten. Abkürzungen können an verschiedenen Kreuzungen genutzt werden. Auch ein kürzerer Rundgang ist möglich, um die wesentlichen Ausstellungsbeiträge zu erleben.

    PFLANZENVERWENDUNG
    Hecken- und Ziergräserpflanzungen in den unterschiedlichsten Kombinationen sind die Leitidee für die Pflanzenverwendung der Gartenschau. Ziergräser in Ihrer großen optischen Varianz sind gut geeignet Luftströme sichtbar zumachen und passen thematisch zu der Wasserströmung der Donau. Ziergräser dienen als Rückrat aller Wechselflor- und Staudenpflanzungen. Die Raumbildung für die Gartenschauthemen, erfolgt durch ein Wechselspiel von temporären Gräserhecken und dauerhaften Buchenhecken. Die Raumabfolgen in unterschiedlichen Breiten und Tiefen bilden die Grundlage für die Vielzahl an Themengärten und Gartenschaubeiträgen.
    Das Wäldchen am Stadthallenpark ist auf den „zweiten Blick“ ein Arboretum, das typische Baumarten der Donauanreihnerstaaten präsentiert. Das Deichvorland ist in unterschiedliche Wiesenqualitäten unterteilt. Rasen als Liege-/ Spielwiesen und Wildwiesen wechseln sich rhythmisch ab und geben dem Landschaftsraum den Namen „Donauwiesen“.
    Die Natürliche Sukzession an den flach modellierten Donaustränden, wird die Intensität der Strandbegrünung vorgeben. Nur an den stadtnahen Strandbereichen sollte eine übermäßige Begrünung mit großen Gehölzen eingegrenzt werden.
    Die Gehölzpflanzungen auf den „Donauwiesen“ resultieren größtenteils aus dem ausgelichteten Baumbestand. Unterholz sollte zu Gunsten der Orientierung und der Blickbeziehungen zum Fluss, in weiten Teilen des Geländes unter Berücksichtigung der schützenswerten Biotope, zurückgedrängt werden.

    DONAUBRÜCKE

    ENTWURF
    Die überdachte Fuß- und Radwegebrücke, überspannt als Stahlfachwerkkonstruktion die Donau bei Deggendorf. Sie ist in unmittelbarer Nähe, parallel zu einer eingleisigen Bahnbrücke angeordnet, die ebenfalls eine Stahlfachwerkkonstruktion hat. Die Anordnung und die Neigung der Diagonalen im Stahlfachwerk der neuen Brücke, bilden die Konstruktionsmaße der Bahnbrücke direkt ab, so dass in den Ansichten von den Flussufern aus, durch die Überlagerung, abhängig vom Standort, mehr oder weniger engmaschige Netze entstehen. Dieser Moireé-Effekt entsteht, bei einer fortlaufenden Bewegung des Betrachters durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Überlagerungen der Fachwerkkonstruktionen und der feinen Seilabspannungen. Das Licht- und Schattenspiel der Stahlprofile unterstützt das Muster.
    Die fünf Felder der Fuß- und Radwegbrücke haben Stützweiten von 84.0m – 95.5m – 106.0m - 106.0m – 74.5m – die den Feldern der Bahnbrücke entsprechen. Bei einer Ansicht von der Flussmitte aus (Standort Autobahnbrücke) verschwindet die Brücke beispielsweise fast vollständig.
    Maße Stahlfachwerkkonstruktion neue Fuß- und Radwegebrücke, Achsmaße im Querschnitt h = 6.10m, b = 5.30m, eingleisige Bahnbrücke, ebenfalls Stahlfachwerk h = 9.70m, b = 5.70m. Der durch die Überdachung gefasste Verkehrsraum auf der Brücke, wirkt wegen des sehr großen Abstandes der Fachwerkstreben im 10m Raster und der Höhe von h = 6.10m großzügig und offen, obwohl er Schutz bietet.
    Die lichte Breite von 4.80m zwischen den Fachwerkstreben läßt Fußgängern und Radfahrern in beiden Verkehrsrichtungen ausreichend Platz.

    PARKIERUNGSANLAGE

    In einem eingeschossigen Topografiesprung, der gleichzeitig als Deich dient, wird die Parkierungsanlage für die Landesgartenschau in Deggendorf konzipiert. Eine grüne Wand verhüllt die 600 Einstellplätze und gibt dem Festplatz eine immergrüne Hintergrundkulisse. Kein Bauwerk mit einer klassischen Fassade tritt hervor, sondern eine begrünte Topografiekante. Erst auf den zweiten Blick erkennt man hinter einem immer- grünen Schleier, die großzügigen Parkplatzflächen. Die Anlage schmiegt sich mit einem minimalen Volumen in den Donaudeich.
    Zentral gelegen in mitten der Garagenfläche liegt ein besonders geheimnisvoller Garten. Dieser ist als heller Lichthof der zentrale Orientierungspunkt innerhalb der Garagenfläche.

    FASSADE
    Ein kaum sichtbares filigranes Metallgewebe bildet gleichzeitig Rankhilfe für Kletterpflanzen, als auch Raumabschluss der Garagenfläche. Alle notwendigen Funktionen, WCs, Büros, Lagerflächen etc. können je nach Flächenbedarf als eingestellte Boxen unter das Dach der Parkierungsanlage, unter das Deichgartendach geschoben werden.

    KONSTRUKTION
    Grosse Spannweiten mittels vorgespannter Stahlbetonfertigteile, die auf punktuell gegründeten Stützen aufliegen, ermöglichen wirtschaftliche Herstellungskosten und die geringste Versiegelung. Die der Donau zugewandte Wand der Parkierungsanlage, übernimmt die Doppelfunktion des Raumabschlusses und ist gleichzeitig Spundwand und somit Hochwasserschutzlinie im Donaudeich. Hierdurch ist keine teure „weiße Wanne“ notwendig. Die Bodenfläche der Anlage wird minimalinvasiv ausgeführt, die Parkplatzflächen werden mit einem Betonsteinpflaster mit Dränagefunktion und entsprechend großem Fugenanteil belegt. Eintretendes Wasser, Regen- oder Hochwasser, kann so schnellstmöglich wieder abfließen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 09.11.2010, 11:05
Zuletzt aktualisiert 09.11.2010, 11:08
Beitrags-ID 4-40043
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