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  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE), London (GB)

    Erläuterungstext
    Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren Bahnhofsplätze Orte der Repräsentation: Sie gehörten zur ersten Adresse der gründerzeitlich expandierenden Städte. Die Ausgestaltung dieser Plätze und seiner rahmenden Gebäude zeugte vom Selbstbewusstsein der Städte und ihres aufstrebenden Bürgertums.
    Im letzten Jahrhundert veränderte sich ihre Bedeutung grundlegend: Mit der drastischen Zunahme des Verkehrs und dem damit einhergehenden Flächenbedarf wurden sie immer mehr den funktionalen Erfordernissen angepasst und so zu gesichtslosen Plätzen umgebaut. Verkehr wurde vom Ereignis zur Notwendigkeit. Der ursprüngliche Stellenwert als erste Adresse ging damit verloren. Das Bahnhofsumfeld wurde in vielen Städten zu einem stadträumlichen und sozialen Problem - so auch in Düsseldorf.

    Die Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes gibt der Stadt Düsseldorf ihren repräsentativen Stadteingang zurück. Vor dem Bahnhof entsteht ein großzügiger Platz, auf dem sich die Qualität des lang gestreckten expressionistischen Backsteingebäudes voll entfalten kann. Seine steinerne Fläche wird zum Verteiler des nicht abreißenden Stromes von Menschen, der sich Tag für Tag von hieraus in die Stadt bewegt. Und er wird zur Bühne für das pulsierende städtische Leben.

    Die Auseinandersetzung mit dem alten wilhelministischen Verkehrs- und Schmuckplatz weist noch heute den Weg zu der räumlichen und funktionalen Struktur des neuen Platzes: Sie zeigt, wo vorhandene Symmetrien zu stärken oder räumliche Schwerpunkte anzuordnen sind. Auch macht sie deutlich, wo die heute gültigen Parameter neue Reaktionen verlangen. Das Ergebnis ist eine zeitgemäße Übersetzung der historischen Platzfigur:
    Aus den zierenden Schmuckbeeten werden nun transluzente Glaskörper. Gegenüber dem Bahnhof gelegen, respektieren sie alle platzinternen Zusammenhänge und stärken die visuellen Bezüge in den angrenzenden Stadtraum. Ihre gleichmäßigen, kompakten Volumen beinhalten Straßenbahn- und Bushaltestellen sowie Fahrradstationen und Verkaufsräume. Sie sind die bestimmenden Elemente des Konrad-Adenauer-Platzes und empfangen die Reisenden bei ihrer Ankunft in der Stadt.
    Großkronige Platanen rahmen die stadtseitigen Platzkanten. Unter ihren Kronen werden sämtliche Funktionen des Individualverkehrs wie Parkplätze und Erschließung organisiert. Gleichzeitig geben ihre vegetativen Körper dem Platz jene Kraft und Symmetrie, die ihm durch die baulichen Veränderungen der Nachkriegszeit genommen wurde.
    Durch Anordnung und Ausführung der beschriebenen Element entsteht auf dem Konrad-Adenauer-Platz eine räumliche Klarheit, die Raum zum Luft holen bietet, eine schnelle Orientierung ermöglicht und dabei einen Rahmen bildet, in dem die Bewegung von Menschen und Fahrzeugen wieder als eine Qualität des Ortes wahrgenommen wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.