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  • 3. Preis


    Architekten
    SPAP// Architektur / Stadt / Landschaft _ BDA DASL, Dortmund (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Leitidee – Einfach und Klar

    Zwei präzise ablesbare Cluster mit einem prägnanten Hochpunkt an der Universitätsstraße sollen den diffizilen Grundstückszuschnitt gliedern, deutliche Adressbildungen im Binnengefüge und entlang der Entwicklungsachse „Universität-Stadt“ definieren und ebenso Grundlage für ein flexibles Strukturkonzept sein, dass trotz hoher Eigenständigkeit, überzeugend die vorhandene städtebauliche Struktur integriert und weiterdenkt.

    Städtebau und Freiraum

    Ziel ist, dass innerhalb dieses denkbar einfachen Konzepts sich viel Spielraum für qualitätvolle Binnen-Stadträume und –Freiräume generieren lässt, damit ein urbanes Stadtquartier überhaupt entstehen kann. So definieren sich sehr selbstverständlich zwei identitätsstiftende Quartiersplätze, jeweils in einem der Cluster, beide als Anfangs- oder Endpunkt einer zweireihigen Baumallee, die zick-zack-artig als Rückgrat durch das gesamte Areal führt.

    Großer Cluster mit Hochhaus

    Hochhaus, bauliche Längskante des großen Clusters mit davorliegendem kleinem Park schaffen eine signifikante Adressbildung zur Universitätsstraße und gliedern das Gesamtareal ein, als einen der besonderen „Trittsteine“ des Masterplans der Entwicklungsachse „Innenstadt-Universität“.

    Durch Verschwenken der eigentlichen Baukante von der Universitätstrasse, entsteht ein dreieckiger großzügiger Freiraum, der einerseits Stadtraum für den Hochhaussolitär wird und andererseits ein kleiner Landschaftspark ist, innerhalb der immer wiederkehrenden grünen Raumkante entlang der Universitätsstraße. Ebenso ist dieser Parkraum qualitätvolle Aufweitung der wichtigen Fuß-Radwegeverbindung Querenburger Straße – Universität.

    Zwischen Hochhaus und westlicher Raumkante des Clusters entsteht ein Platzraum, der Auftakt und „Tor“ ins Quartier für alle Besucher mit U-Bahn, Bus und Rad ist. Aber genauso schafft dieser Platzraum mit dem Hochhaus einen adäquaten Endpunkt der Querenburger Straße als ehemals große Radiale, die seit dem Bau der Universitätsstraße heute im „Nichts“ endet. Das Hochhaus wird somit nicht nur signifikante Adressbildung zur Universitätsstraße, sondern es entwickelt ebenso mit dem Platzraum städtebauliche Binnenqualitäten und sucht an dieser Stelle die fragmentierte historische Stadtstruktur zu reparieren. Der Hochpunkt wird somit wichtiger Dreh- und Angelpunkt zwischen neuem Quartier, Universitäts- und Querenburger Straße.

    Der Quartiersplatz im Innern des Clusters schafft einen multifunktionalen Stadtraum mit vielfältigen Qualitäten. Er ist quasi Anfangs- oder Endpunkt der Philippstraße und soll daher den Namen „Philippplatz“ tragen. Er ist mit dem Platzraum am Hochhaus Teil einer urbanen Raumfolge.

    Kleiner Cluster

    Gerade der kleinere Cluster fordert eine überzeugende Integration der bestehenden Gebäudestrukturen. Ebenso klar und rigide wie sein „großer Bruder“, integriert er quasi die vorhandene Wohnbebauung entlang der Paulstraße und verbindet vorsichtig die unterschiedlichen Maßstäbe. Man könnte die Wohnbebauung strukturell als Teil des Clusters bezeichnen, wobei nutzungstypologisch eine klare Trennung gegeben ist. Auf diese Weise aber verzahnt sich dieser kleinere Cluster über definierte Fluchten mit dem größeren und es entsteht eine ablesbare städtebauliche Gesamtfigur.

    Der Quartiersplatz im Innern schafft ebenso wie der „Philippplatz“ hohe identitätstiftende Qualitäten und kann verschiedenartig bespielt werden. An der südlichen Seite des Platzes entsteht eine kleine, angemessene Torsituation ins Quartier. Der Platz ist Teil der Paulstraße und soll daher den Namen „Paulplatz“ tragen.

    Philippplatz und Paulplatz werden somit zu zwei einprägsamen Synonymen für das neue Areal mit seinen beiden Quartieren.
    Bauabschnitte und Flexibilität

    Es ist offensichtlich, dass der vorliegende Bebauungsvorschlag in unterschiedlichen, in sich abgeschlossenen Abschnitten realisiert werden kann. Klare Raumkanten definieren immer wieder „Teilblöcke“ oder „Untercluster“ innerhalb der Quartiere, die bei genauer Betrachtung erkennbar sind. Die Freiräume sind klar definiert und fungieren als Impulsgeber.

    Auch der bestehende Hof ist mühelos über einen längeren Zeitraum integrierbar, ohne dass undefinierte städtebauliche Fragmente entstehen müssen.

    Die einfache Grundstruktur mit definierten Platzräumen und klar ablesbaren Außenkanten stellt ein vielfältig variierbares Grundgerüst dar, das langfristig eine hohe Flexibilität erlaubt, ohne dass das Grundgerüst bzw. die eigentliche Leitidee Schaden nimmt. Die Struktur lässt innerhalb der Nutzungsanforderungen viele Variationen und Typologien zu.

    Erschließung

    Ein neuer Kreisel dient für den MIV als Auftakt ins Quartier, wie er auch windmühlenartig die beiden neuen Cluster bzw. deren Haupterschließungen mit der bestehenden Straßenstruktur verknüpft, ohne ungewollte Durchgangsverkehre zur erzeugen.

    Der Kreisel ist quasi „Gelenk“ sowohl zwischen den beiden Clustern als auch zwischen alter und neuer Bebauung. Sowohl die neue verlängerte Philippstraße als auch die verlängerte Paulstraße docken als jeweils rechtwinklige Straßenkonstrukte am Kreisel an. Sie werden über den Kreisel zu einer durchgängigen Baumallee mit jeweils einem Quartiersplatz am Anfang und Ende - als Rückgrat des gesamten Areals. Ziel ist, ein denkbar einfaches, aber auch städtisch urbanes Erschließungskonzept mit straßenräumlichen Qualitäten vorzuschlagen.

    Der neue Paulplatz könnte eine Anbindung für den MIV von der vorhandenen südlichen Paulstraße aufnehmen. Favorisiert wird hier aber von den Verfassern, wie beim Philippplatz, einen klaren Endpunkt der Paulstraße ohne Durchfahrmöglichkeit vorzusehen, damit die Erschließung der beiden Cluster jeweils vom Kreisel aus identisch ist. Es entstünde somit wiederum eine Torsituation nur für Fußgänger und Radfahrer wie beim Philippplatz.

    Beide Quartiere bzw. Cluster schaffen darüber hinaus eine hohe Durchlässigkeit mit Fuß- und Radwegen. Sämtliche wichtigen Wegebeziehungen werden integriert.

    Entwässerung

    Analog zum Entwurfskonzept und der gegebenen Wasserscheide stellt sich die Ausformulierung der Regenrückhaltung als integraler Bestandteil des stadtgestalterischen Gesamtkonzepts dar.

    An den tiefsten Punkten der beiden Cluster entstehen jeweils als Teil der städtebaulichen bzw. freiräumlichen Situation, offene qualitätvoll angelegte Erdbecken:

    - Westlich des größeren Clusters, im Bereich des kleinen Parks und des Hochhauses entstehen mehrere Becken auf unterschiedlichen Ebenen, die zusammen mit dem Hochhaus einen reizvollen Wasserakzent im Zugangsbereich des Areals setzen und die Adressbildung unterstützen.

    - Südlich des kleineren Clusters entsteht ein lineares Band, das zusammen mit einer begleitenden Baumreihe einen ebenso interessanten Wasserakzent als Abschluss des Quartiers bildet.

    - Darüber hinaus haben beide Quartiersplätze Wasserbecken, die zur Regenrückhaltung dienen können.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 26.11.2010, 09:12
Zuletzt aktualisiert 05.02.2013, 16:02
Beitrags-ID 4-40523
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