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  • DE-93444 Bad Kötzting
  • 12/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-48611)

Bad Kötzting - Südliche Altstadt und Kurpark


  • 3. Preis


    Architekten
    Braun + Müller Architekten BDA, Konstanz (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: KUULA Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Bad Kötzting ist eine junge Kurstadt mit reizvoller Lage am Weissen Regen. Durch Topographie und Lage der Bahntrasse im Stadtgefüge sind die einzelnen Bereiche wenig attraktiv miteinander verbunden. Besonders der Kurpark als wesentlicher Erholungsraum einer Kurstadt ist durch die Bahn abgetrennt und vermisst eine Verbindung zum Kurbad der Stadt auf der anderen Seite des Regens. Städtebauliches Thema ist deshalb die Vernetzung. Dabei spielt das Kurviertel, das sich in einer zentralen Lage zwischen Altstadt, Kurpark und Spitalvorstadt befindet eine wesentliche Verknüpfungsrolle. Hier liegt als initiale medizinische Einrichtung die TCM Klinik – ein Aushängeschild der Kurstadt Bad Kötzting. Als stark durchgrüntes Quartier ist es idealer Übergang von der steinernen Altstadt zum grünen Kurpark. Verknüpfungen und Vernetzungen sowie Aufwertungen sollen durch drei wesentliche sich gegenseitig ergänzende Elemente erreicht werden - Architektur, Wege / Plätze und Freiraum.

    Empfangsgebäude / Baumfeld Bahnhof
    Einer der wichtigsten Katalysatoren ist der Bau des neuen Empfangsgebäudes. Es ist zugleich Eingang und Brückenschlag zum Kurpark. Ein solches Haus ist dem Kurthema gewidmet und verlangt nach einer besonderen Stimmung und einem besonderen Standort. Wir sehen es deshalb als vollendeter Brückenschlag am Rande des Kurparks. Das Haus ist zuerst eine grosszügige Aussichtsterrasse, die über die neue Brücke erreicht wird und herrliche Blickbezüge zur Umgebung bietet. Als erster Bauabschnitt ist es diese Plattform, die zugleich offene Wandelhalle im Kurpark ist. In den folgenden Bauabschnitten können die Funktionseinheiten Prophylaxe und Kurverwaltung als pavillonartige Elemente eingefügt werden. Hier findet sich neben den Sanitärräumen ein Café
    mit Aussenbestuhlung auf dem neuen Vorplatz im Süden. Der neue Besucherparkplatz zwischen Bahnhof und Einkaufsmarkt ist über seine Funktion hinaus Auftakt zum Brückenschlag in den Kurpark. Er wird deshalb neu und kompakt geordnet und mit einem grünen Baumfeld überspannt. Thematisch erfolgt hierdurch ein Dialog mit dem bestehenden baumgesäumten Besucherparkplatz östlich der TCM Klinik.

    Hotel / Wohnen
    An der wichtigen Kreuzung Bahnhofstrasse – Holzapfelstrasse kann ein neues Hotel entstehen. Es ist Gelenk zwischen Altstadt und Kurviertel und verfügt über eine städtebaulich markante Lage. Mit seinen 123 Zimmern, einem grosszügigen Wellness und Spabereich sowie dem Tagungszentrum im 1. Obergeschoss ist es ein wertvoller ergänzender Baustein in der Kurlandschaft. Der Hangkontur folgend schliessen sich darüber südorientierte Wohngebäude an, die sich rhythmisiert entlang den Höhenlinien staffeln. Diese könnten Wohnungen für Familien alternativ auch Standort für Boardingkonzepte sein.

    Seniorengerechte Stadtwohnungen / Gehringstrasse
    Das bestehende Parkhaus zwischen Holzapfel- und Gehringstrasse wird saniert und zur Plattform für eine seniorengerechte Wohnanlage. Der angegliederte Gemeinschaftsraum kann auch extern genutzt werden. Über ein neues Erschliessungselement in der Gehringstrasse werden sowohl Parkgarage wie auch die Wohnungen behindertengerecht erschlossen – ein erster Baustein, der dazu beitragen wird, die Gehringstrasse aufzuwerten.

    Klinikerweiterungen
    Im Kurviertel bestehen im Bereich östlich des Einkaufsmarkts Möglichkeiten zur Errichtung von Erweiterungsbauten für die bestehenden Kliniken. Mittelfristig wird sich hier als Reaktion auf die Entwicklung der Kurlandschaft eine neue Körnung ergeben.

    Fuss- und Fahrradweg an der Bahn / Bahnhofsweg / Bahnhofstrasse
    Entlang der Bahn soll ein neuer Fuss- und Fahrradweg entstehen, der zusammen mit den Querungen in den Kurpark wichtige Verbindungsfunktion besitzt. Im Bereich des Bahnhofs bzw. des neu gestalteten Parkplatzes weitet sich der Weg zu einer platzartigen shared space Fläche auf, die mit Sitzblöcken und Mastleuchten das Entree für den Brückenschlag zum Kurpark darstellt. Analog kann die neu gestaltete und verkehrsberuhigte Bahnhofstrasse für den wichtigen Anschluss an die Altstadt sorgen. Die bestehenden Bäume werden durch neue ergänzt und definieren eine grüne Linie. Die Neugestaltung mit breiteren Gehwegen auf beiden Seiten, einer reduzierten Fahrgasse und neuer Oberfläche mit in Reihen verlegtem Klein- bzw. Grosssteinpflaster aus Granit erzeugt nicht nur eine optische Verlinkung mit der Altstadt sondern bietet die Grundlage für eine attraktive Geschäftsstrasse. Ebenengleiche Neupflasterungen und innovative Beleuchtungskonzepte sind sicherlich auch für den Bereich Gehringstrasse die geeigneten Aufwertungsinstrumente. An der Kreuzung Bahnhofstrasse / Holzapfelstrasse bietet sich gegenüber des neuen Hotels eine markante Freifläche, die durch eine runde in den Boden eingelassene Wasserfläche zum Ort des Verweilens wird. Der bestehende Bahnhofsweg wird durch Heckenkörper gesäumt und im Bereich unterhalb der Sparkasse auf einen neue Platzfläche geführt, in die das bestehende Denkmal integriert wird. Der Platz ist zugleich Startpunkt der Brücke, die über das Baumfeld in den Kurpark führt.

    Spitalvorstadt
    Die Spitalvorstadt verfügt über grosse platzartige Flächen, die wenig gegliedert vornehmlich als Parkierungsflächen genutzt werden. Wir schlagen vor, das Parken zu bündeln und dadurch Raum für ein einfaches Laubengebäude zu gewinnen, das den Spitalplatz neu definiert. Die Laube könnte zu Kurzwecken genutzt werden und beispielsweise eine Trinkhalle sein, auch flexible Belegungen wie Feste, Märkte o.ä. sind gut denkbar. Die durch die neue Laube gefasste Platzfläche erhält eine neue Oberfläche aus Granitsteinpflaster. Der Besucherparkplatz des Kurbads wird durch Baumdächer neu gefasst und verbessert die stadträumliche Qualität der Spitalvorstadt.

    Aktivitätenband / Steg über den Regen / Regenufer
    Das neue Aktivitätenband südlich des Kurbads bietet ein neues Wegesystem, das von der Spitalvorstadt Vernetzungen zum Regenufer bietet. Die ortstypische Wiesenlandschaft wird mit linearen Baumclustern belegt, die spannende Zwischenräume für Aktivitätenfelder bilden. Ergänzend zur bestehenden Regenbrücke in die Spitalvorstadt wird ein neuer Steg über den Regen gespannt und vervollständigt den Brückenschlag zum Kurviertel bzw. Kurpark. Im Bereich zwischen Bahnbrücke und neuem Steg besteht die Möglichkeit durch Auslichtung der dichten Ufervegetation Blickbeziehungen zu erzeugen und punktuelle Zugänge zum Regenufer freizugeben.

    Kurpark
    Die Zugänge zum Kurpark werden durch eine Sequenz aus drei Geländemodellierungen entlang der Bahntrasse inszeniert, die ein grünes Leitmotiv vom Kurpark bis zum Aktivitätenband bildet. Die bisherige Minigolfanlage kann in das Aktivitätenband verlegt werden und bietet Fläche für eine Streuung von Sitz- und Lesemulden. Im Bereich des Empfangsgebäudes entsteht eine neue Platzfläche, das vorhandene Gartenmotiv wird zeitgemäss weiterentwickelt. Das bestehende Wegesystem im Kurpark wird durch einen neuen Hauptweg ergänzt, der sich südlich der Bahn vom Regen zum Empfangsgebäude bis zum Casino spannt. Durch die neu gestaltete Unterführung, die optional durch eine zweite ergänzt werden könnte sowie durch die Brücke im Bereich des Bahnhofs schliesst er die vernetzende Wegeschleife durch Bad Kötzting.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.