loading
  • DE-91744 Weiltingen
  • 12/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-50048)

Neubau eines Museums im Römerpark Ruffenhofen


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    Landschaftsarchitekten
    Werner Franz Garten- und Landschaftsarchitekt, München (DE), München (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: karlundp (ehem. Karl + Probst), München (DE)

    Preisgeld
    10.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf beeindruckt durch die an diesem Ort unerwartete eigenwillige Gebäudeform. Die Sorgfalt, die der Verfasser für die Korrespondenz dieser äußeren Form mit der inneren Gebäudeorganisation an den Tag gelegt hat, wird leider bei der städtebaulich landschaftlichen Einfügung des Gebäudes vermisst. Dessen Position wirkt beliebig, zudem fehlt bei der äußeren Zuwegung eine Auseinandersetzung mit der Höhensituation des Geländes und ihrer Anbindung an die umgebenden Freibereiche. Die Parkplätze liegen peripher zum Gebäude, ein Heranrücken darf die inszenierte Freistellung des Gebäudes nicht beeinträchtigen.
    Die faszinierende Idee, die Ausstellung vom Eingangsbereich her in einer Aufwärtsspirale zu durchschreiten, ist auf den ersten Blick stringent und schlüssig vorgetragen. Insbesondere das allgegenwärtige Landschaftserlebnis im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ausstellungsbesuch kann überzeugen. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich jedoch funktionale Mängel: Mehrzweckraum, Büros und WC’s sind weit vom Eingang entfernt, der Rückweg vom Spiralenhochpunkt ist für seine Länge nicht erlebnisreich genug, die Größen der Ausstellungsräume weichen im einzelnen von den Vorgaben ab und die Raumhöhe ist zu niedrig.
    Es wird kontrovers diskutiert, ob die Schwächen soweit behoben werden können, dass sie die sehr positive Strahlkraft des Entwurfs nicht schmälern.
    Die schwierige Spiralform wird formal sicher beherrscht, es entsteht ein zeichenhaftes, sympathisch anmutendes Gebäude. Die gewählten Materialien und die sorgfältigen Details erzeugen ein zurückhaltendes Erscheinungsbild, das die Wirkung der ausdrucksstarken Baukörperform unterstreicht.
    Die vorgeschlagene Bauweise mit massivem Sockel und darauf ruhendem leichten Holzbau ist durchdacht, ob daraus jedoch eine unkomplizierte und schnelle Errichtung des Gebäudes resultiert, wird kontrovers diskutiert. Die Überlegungen der Verfasser zur Konstruktion und deren Vorfertigungsgrad tragen dazu bei, die durch die komplexe Geometrie des Baus ausgelösten Bedenken hinsichtlich einer einfachen Realisierbarkeit des Hauses zu relativieren.
    Die Kennwerte des Entwurfs liegen im mittleren Bereich, allerdings ist der vergleichsweise geringe BRI der zu geringen Raumhöhe geschuldet. Als nachteilig wird der konzeptbedingt hohe Glasflächenanteil angesehen, zudem weist der Entwurf ein ungünstiges A/V-Verhältnis auf. Positiv zu vermerken sind die geringen erforderlichen Erdbewegungen und baustellenbedingten Aufwendungen.


Anzeige