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  • DE-14469 Potsdam
  • 04/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-46658)

Neubau Wohnheim am Luftschiffhafen Potsdam


  • 2. Preis


    Architekten
    HINRICHS WILKENING ARCHITEKTEN, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sven Hinrichs , Ralf Wilkening

    Mitarbeit
    christoph höhne, Martin Behrens

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: fd-ingenieure, Dipl.-Ing. Frank Dröse, Tragwerksplanung, Brandschutz, Thermische Bauphysik, Berlin (DE), Braunschweig (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau und Architektur

    In Anknüpfung an die städtebaulichen Leitmotive des Masterplans für den Sportpark Luftschiffhafen in Potsdam wird eine angemessene Erweiterung des Schülerwohnheims geplant. Das Gebiet ist charakterisiert durch eine heterogene Bebauungsstruktur in einem historisch geprägten Kontext. In die weitläufige Anlage entlang des Templiner Sees mit den denkmalgeschützten Bauten wie der Villa Carlshagen, dem Torgebäude und der Tribüne des Stadions wird ein neuer Baustein eingesetzt. Das vorhandene Grundstück auf der nördlichen Seite des bestehenden, in Grosstafelbauweise errichteten Gebäudes, wird durch ein siebengeschossiges Volumen besetzt. Eingebunden in die Topographie der Umgebung besetzt es die Hangkante und bildet zusammen mit dem Bestand ein Ensemble.

    Die Materialität des Gebäudes knüpft an die historischen Bauten der Umgebung an und vermittelt einen zeitgemässen Umgang mit dem Baustein Ziegel als sichtbares Element, welches durch eine Schlämmung den Charakter der Gebäudefigur unterstreicht. Angebunden durch einen eingeschossigen Verbindungstrakt, der sich mit einem auskragenden Dach nach Ost und West als Eingang präsentiert, erhält die Gesamtfigur eine eindeutige Adresse. Das neue bauliche Volumen präsentiert sich als körperhafte architektonische Figur, die ihre Anleihen in den ausformulierten Beispielen der historischen Bauten auf dem Areal sucht. Die kompakte Volumetrie vermag es die geforderte Effizienz in Organisation und Struktur des Wohnheims aufzunehmen.

    Über den Windfang im Verbindungstrakt ist das Foyer als Zentraler Eingangsbereich erschlossen. Die gemeinschaftlichen Nutzräume gliedern sich ihm an. Der Veranstaltungsbereich öffnet sich über einen Freisitz nach Osten mit Blick zum Templiner See. Die Küche wird aus dem bestehenden Erdgeschoss übernommen und bedient das neuen Foyer und den Mehrzwecksaal. Ein neugeordneter Übergang führt im Erdgeschoss des bestehenden Wohnheims direkt zum Treppenhaus und Aufzugskern und verbindet sich mit dem zentralen Foyer. Das alte und neue Treppenhaus liegen sich gegenüber und sind durch den Eingangsbereich sichtbar angebunden. Die zentrale Treppenhalle des Erweiterungsbaus wird durch ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt und ist als Erschliessungselement grosszügig gegliedert. Geschossweise legen sich jeweils vier Wohngruppen um die Treppenhalle und orientieren sich mit ihren Zimmern nach Osten und Westen. Jede Etage, vom 1. bis zum 4. Obergeschoss, erhält einen Wohnraum nach Osten mit Blick zum See und ein Erzieherzimmer nach Westen. Die wohngruppeninternen Gemeinschaftsbereiche öffnen sich am Ende des Erschliessungsflurs nach Norden bzw. Süden. In den beiden ausgestalteten oberen Geschossen sind die Ein- und Zweibettzimmer untergebracht. Das Untergeschoss schiebt sich in die Hangkante hinein und nimmt im Inneren die Technikflächen auf. Die ausgewiesenen Reserveflächen können die Fahrradstellplätze aufnehmen, welche direkt vom unteren Niveau des Areals erschlossen werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Neu- und Altbau ergeben ein gut proportioniertes Ensemble, beziehen sich eindeutig aufeinander und fügen sich mit dieser Haltung sehr selbstverständlich in den Bestand ein. Die kubische Wirkung des Neubaus wird durch seine Volumetrik, die Anordnung der Fenster und mit der Materialwahl Klinker konsequent und überzeugend diesem Ansatz zugeordnet.

    Es entsteht ein durchaus eigenständiger Baukörper, der aber in seiner Gesamtgestaltung und seiner Materialwahl in wohltuendem Bezug zum Bestand steht.

    Die beiden Baukörper werden über einen schlichten Glasgang verbunden,die anschließenden Foyers sind gut proportioniert, mittig liegende Treppenhäuser liegen am Ende dieser Foyers und erschließen zentral die jeweiligen Baukörper. Eine südlich angelagerte Terrasse vor dem Altbau öffnet sich großzügig zum See und ergibt schöne Außenräume.

    Im Kellergeschoss liegen Funktionsräume und gut erreichbare Fahrradabstellplätze.

    Die Regelgeschosse werden kompakt mit einem zentral gelegenen Treppenhaus erschlossen - es ergeben sich klar gegliederte und gut einsehbare Wohnbereiche. Der Gemeinschaftsraum und das Erzieherzimmer liegen im Zentrum des Geschosses - ihre Lage ermöglicht gute Übersicht und Kontaktaufnahme.

    Insgesamt eine Arbeit, die in ihrer ruhigen Volumetrik und klaren Setzung und ihrer klaren und kompakten Innenräumlichkeit zu einem überzeugenden Ensemble von Neu- und Altbau führt.