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  • DE-14469 Potsdam
  • 04/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-46658)

Neubau Wohnheim am Luftschiffhafen Potsdam


  • Anerkennung


    Architekten
    Winkens Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Karl-Heinz Winkens

    Mitarbeit
    Marcel Klebs, Arne Bennert

    Erläuterungstext
    Das städtebauliche Konzept für den Ausbau des Sportparkes Luftschiffhafen, Stadt-Land-Fluss, stellt die Basis für den Ersatzneubau des Schülerwohnheimes dar. Durch die Erweiterung des Bestandes entwickelt sich ein homogener Gesamtbaukörper „Schülerwohnheim“. Die solitäre Wirkung im Landschaftsraum wird durch die Art und Weise der Weiterentwicklung unterstützt. Auch der zum jetzigen Zeitpunkt schon existierende stadträumliche Zusammenhang zwischen Wohnheim und Sportschule wird durch den Erweiterungsbau gestärkt. Die Rücksichtnahme des Baukörpers auf die vorhandenen Baumgruppen unterstützt die behutsame Einbindung in den Kontext.

    Ein gemeinsames Sockelgeschoss verbindet den Bestand und den Neubau. Aber nicht nur baulich sondern vor allem räumlich funktional ist der Sockel ein wichtiges Verbindungselement. Der Sockel dient mit seiner Eingangsfunktion als räumlicher Übergang zwischen Stadt, Haus und Landschaft. Der Eingang, das Foyer spiegelt eine Großzügigkeit wieder, die den Schülern Geborgenheit, Souveränität und Freiheit vermitteln soll. Im Foyer finden sich alle Empfangsfunktionen, Fahrradabstellplätze, Briefkästen, Chilloutzonen, wie Sitzecken, Kicker, x-Box Spiele, usw.. Die Ausbauqualität des Foyers ist bewusst dem Außenraumbereich des Sockels angepasst, wodurch Außen und Innen zu einer Einheit verschmilzt. An das Foyer schließen sich die administrativen Räume, der Mehrzweckraum, die Cafeteria, Hausmeisterräume, Waschmaschinenraum und die Zugänge in die Wohnbereiche an.

    Die Wohnbereiche A sind zu je fünf Wohneinheiten in den Ebenen 1.-4.OG in einer kompakten Raumfolge angeordnet. Die beiden Aufenthaltsräume erstrecken sich jeweils über zwei Geschoße und werden so zum zentralen, leicht erreichbaren Raum. Der Haupterschließungsflur bietet immer wieder Sitzbereiche an, die zum Aufenthalt und gemeinsamen Aktivitäten einlädt. Der Wohnbereich B gliedert sich ähnlich wie Wohnbereich A ist jedoch im EG und 5.OG angeordnet. Im EG befinden sich die Doppelzimmer und im 5.OG die Einzelzimmer. Wobei die Räume von ihrer Größe her so gestaltet sind, dass sowohl Einzel- als auch Doppelzimmer möglich sind. Zusätzlich wird im Erdgeschoss noch eine Reserve- und Technikfläche vorgehalten.
    Die Schlafräume erfahren ihre Gestaltung über naturbelassene Einbaumöbel aus Nussholz. Jedes Doppelzimmer verfügt über zwei Fenster. Dadurch erfährt der Bewohner eine gewisse Privatheit.

    Die Fassade ist einfach und zurückhaltend gestaltet, wobei im Gegensatz zum Bestand die Fenster stehend angeordnet sind. Hier wird bewusst mit der Gegensätzlichkeit zum Bestand gespielt. Der Bestand als stehender Körper hat liegende Fensterformate und der Erweiterungsbau als liegender Körper bekommt stehende Fenster. Ansonsten ist die Fassade sehr klassisch aufgebaut, Sockel – Mittelteil – Attika. Der Sockel bindet mit einer robusten Betonfassade Bestand und Erweiterungsbau zusammen. Der Mittelteil erhält eine klare Putzfassade und das Attikageschoss wird mit Metall verkleidet. In der Ausformulierung der Metallfassade sind Nistkästen für Vögel vorgehalten. Auch die Fledermäuse können sich im Bereich der Dachflächen ansiedeln.

    Insgesamt entsteht ein aus dem Bestand heraus weiterentwickeltes Gebäudeensemble. Kompaktheit und Einfacheit ermöglichen eine hohe Ökonomie, stehen aber nicht im Widerspruch zu einem anspruchsvollen und sinnlichen Raumerlebnis.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.