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  • Anerkennung

    Außenperspektive

    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Ernst + Partner, Trier (DE)
    TGA-Fachplaner: BLS Energieplan GmbH, Berlin (DE), Eisenhüttenstadt (DE), Greifswald (DE), Luxembourg (LU), Frankfurt a. M. (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    „Neubau Förderschule - Emotionale und Soziale Entwicklung auf der Bult in Hannover“

    Städtebau
    Die bestehenden Gebäude der Schule belegen als Solitäre ohne besondere, bzw. wirklich spürbare städtebauliche Anbindung, ein weitläufiges Areal. Zusammen mit den umgebenden Nutzungen für Gesundheit und Soziales, den Verwaltungsbauten, den Verkehrsflächen und Freizeiteinrichtungen vermittelt der Siedlungsraum ein Bild von suburbaner Prägung – heterogen, ohne räumlichen und inhaltlichen Zusammenhang.
    Mit dem Ziel einer stadträumlichen Verdichtung tritt der Neubau der Förderschule bewusst an die Janusz-Korsczak-Allee heran und definiert zukünftig im Zusammenspiel mit der porthallenerweiterung, der Erweiterung des Bahngebäudes und dem geplanten Aegidiushaus einen eindeutigen Strassen- /Stadtraum.

    Freiraum
    Durch das städtebauliche Konzept ergeben sich verschiedene, zum Teil räumlich unabhängig voneinander angeordnete Freiräume. Ihrer Zuordnung entsprechend, sind diese Räume eindeutig in ihrem öffentlichen, halböffentlichen oder eher privaten Nutzungscharakter erkennbar, ermöglichen Orientierung und vermitteln räumliche Identität. Gebäudebezogene Bereiche wie die Schulhöfe, die Außenterrasse der Mensa, Werkhof und die Flächen des ruhenden Verkehrs komplettieren die Grundidee einer einheitlichen Plattform.
    Die angrenzenden übrigen Freiflächen werden entsprechend den schulischen Bedürfnissen differenziert gestaltet.
    Der dem Verwaltungsgebäude zugewiesene baumüberstellte Platz ist repräsentativer Veranstaltungsort und zugleich verbindendes Element zwischen Neubau und bestehender, bzw. zu erweiternder Sporthalle.

    Leitgedanken und architektonische Umsetzung der pädagogischen Bedürfnisse
    - Konzept eines Haus-im-Haus-Modells, welches Verbindungen ermöglicht, gleichzeitig aber auch ein isoliertes pädagogisch differenziertes Vorgehen erlaubt. Es soll dem Gedanken der Offenheit und Ruhe, der Intimität, sowie auch dem gemeinsamen Lernen Rechnung tragen. Hierbei legt der Entwurf besonderen Wert darauf, Verknüpfungen sowohl im vertikalen wie auch horizontalen Bereich zu ermöglichen, d.h. die beiden Lebens- und Lernhäuser können z.B. als Einzelhäuser für gewisse Stufen dienen (die Sekundarstufe 1 wäre dann eher in der Nähe der Ateliers anzusiedeln), es ist aber auch möglich beide Häuser gemeinsam im Sinne von Primarbereich im Erdgeschoss, Mittelstufe im 1. Obergeschoss und Oberstufe im 2. Obergeschoss zu nutzen. Unser Gedanke hierbei ist Gemeinsamkeit zu fördern, aber auch in Konfliktsituationen die Möglichkeit der Abtrennung zu haben. Klare Regelungen für den Aufenthalt der einzelnen Schülerinnen und Schüler sind somit möglich, was für mehr Ruhe im Schulhaus sorgen kann.
    - Direkter Zugang nach außen mit z.B. der Anlegung von Schulgärten und Werkhöfen. Gleichzeitig sind auch die Innenhöfe so konzipiert, dass sie sowohl als Ruhe- aber auch Aktionsflächen
    für alle Klassen dienen können.
    - Innenhöfe und der gesamte Außenbereich sind so aufgebaut, dass sie variabel für alle Belange des Schullebens nutzbar sind.
    - Verglasung überall dort, wo Einsicht und Aussicht nötig ist (Vermeidung von Nischen und Ecken), als Mittel zur Einbeziehung der Natur, Vermeidung von Einengung und Konflikten sowie gleichzeitig als Verbindung der Schulgemeinschaft.
    - In den einzelnen Stockwerken ordnen wir jeweils 4 Klassenräume an, die sich paarweise gegenüberliegen. Dieses Konzept der Gruppierung verspricht mehr Ruhe, Intimität und damit einhergehend ein hohes Identifikationspotential.
    - Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, dem Einüben und Wertschätzen sozialer Verhaltensweisen Platz zu bieten und somit auch produktives, kooperatives, konfliktlösendes und gewaltfreies Lernen und Verhalten zu fördern, erhalten vier Klassen jeweils eine Aktionsfläche, die als weitere Rückzugsmöglichkeit dienen kann, vielfältigen Formen von Arbeit (selbstständige Kleingruppenarbeit / Leseecke, Schülercafé, Kiosk…) Raum bietet, darüber hinaus jedoch auch als Präsentationsmöglichkeit genutzt werden kann
    - Ein harmonisches Zusammenspiel von Licht, Materialität und Farbe soll Wärme und Geborgenheit widerspiegeln, Anreize setzen, Neues zu erfahren und dadurch das Selbstwertgefühl zu stärken. Als sinnvoll sehen wir hierbei an, durch die unterschiedliche Farbgebung in den einzelnen Häusern / Stockwerken Gemeinsamkeit zu vermitteln, gleichzeitig aber auch Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bereich zu spüren. Darüber hinaus dient dies der Orientierung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.