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  • DE-76829 Landau in der Pfalz
  • 02/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-52934)

Landesgartenschau Landau 2014


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    A24 Landschaft, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Steffan Robel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Swillus Architekten, Werder / Havel (DE)

    Erläuterungstext
    Mitarbeiter:
    Shyu Shyuen-Wen, Clara Lescouret, Gulia Rube, Moritz Bannach, Elena Wichmann, Claudia Alvino, Ines Schneider, Luca Torini



    ERLÄUTERUNGSTEXT

    Landschaftsachse
    Landau liegt im Herz der Südpfalz. Als Teil des Oberrheinischen Grabenbruchs ist die Südpfalz eine einzigartige Kul-turlandschaft mit Wein- und Tabakanbau sowie zahlreichen geologischen Besonderheiten wie Erdölförderung oder Geothermie. Das Gelände der Landesgartenschau 2014 markiert den Übergang von der Stadt zur Landschaft: Von der ehemaligen Kaserne als Zeugnis der Garnisonstadt Landau erstreckt es sich bis zur Naturlandschaft Ebenberg, einem Fragment der ursprünglichen, nicht landwirtschaftlich überformten Landschaft der Rheinebene.
    Die Landschaftsachse verbindet die Innenstadt über das Kasernenareal mit der Naturlandschaft Ebenberg. Ein 21 m hoher Turm bildet den Zielpunkt der Landschaftsachse. Von hier aus öffnet sich der Blick über die Natur- und Kultur-landschaft der Südpfalz sowie über die Stadt Landau.

    Kasernengelände
    Das Freiraumsystem des Kasernenareal ist geprägt von zwei Achsen: Der Ost-West-Promenade und der Landschafts-achse mit dem Quartierspark.
    Der Quartierspark spannt sich zwischen zwei Plätzen auf. Im Norden bildet der Eingangsplatz mit einer breiten Trep-penanlage den Auftakt. Ein Gebäudedurchgang verbindet den Eingangsplatz mit der Cornichonstraße. Eine seitliche Rampe ermöglicht die barrierefreie Erschließung. Nach Süden bildet ein kleiner Platz mit dem Bestandsgebäude den räumlichen Abschluss des Parks.
    Der Quartierspark ist die zentrale Grünfläche des Wohnparks am Ebenberg. Eine große Rasenfläche mit Parkliegen lädt zum Verweilen und Spielen ein. Ein Wasserbecken mit Wassergarten bildet das Gelenk zwischen Promenade und Quartierspark und wird zum zentralen Ort des neuen Wohnquartiers.
    Eine dreifache Gleditschienreihe fasst den Park nach Westen. Wassergebundene Wegeflächen mit Bänken unter den Bäumen bieten schattige Plätze zum Aufenthalt und Boulespielen.
    Die Landschaftsachse setzt sich nach Süden fort. Die ehemalige Panzerbrücke wird durch einen befahrbaren Brü-ckenneubau in der Landshaftsachse ersetzt.
    Das Ausstellungskonzept der Gartenschau folgt der räumlichen Gliederung des zukünftigen Wohnquartiers. Flächen-intensive, temporäre Ausstellungsbeiträge wie Themengärten sind auf den zukünftigen Baufeldern angeordnet. Die Bündelung von Hauptgastronomie und Bühne entlang der Landschaftsachse sowie die das Wechselflorband im Quar-tierspark stärken die Richtung der Landschaftsachse und führen die Besucher in die Landschaft.

    Grüngürtel Süd / Freizeitanlage Kohlelager
    Der Grüngürtel Süd bildet eine wichtige Pufferzone zwischen Stadt und dem Naturschutzgebiet Ebenberg Der renatu-rierte und dynamisierte Birnbach wird zum Rückgrat dieses Landschaftspuffers.
    Die Landschaftsachse durchdringt diese Pufferzone und verbindet den Ebenberg mit der Stadt.
    Der Birnbach integriert sich in die Landschaftsachse. Stufen senken sich zum Ufer ab und der Bachgarten zieht die Blicke auf sich. Eine Landschaftstreppe führt vom Bachufer auf das Turmplateau von wo aus sich der Blick zum Ebenberg öffnet.
    Zur Gartenschau thematisieren die „Südpfalzgärten“ die Abfolge der Kulturlandschaft der Rheinebene von Wald über Wein, Tabak, Obst und Gemüse bis zur Industrie am Rheinufer. Musterbiotope mit Trockenmauern und Trockenrasen-gesellschaften zitieren die reichhaltige Biotopstruktur der Kulturlandschaft.

    Aussichtsturm und Naturschutzzentrum
    Den Abschluss der Landschaftsachse bildet das Naturschutzzentrum mit Aussichtsturm.
    Aus dem Promenadenband hebt sich das Naturschutzzentrum als künstliche Topografie heraus und bildet das bauliche Pendant zur Kante des Ebenbergs. Stufen in den Rasenterrassen führen nach oben auf das platzartige Dach des Naturschutzzentrums. Von dort bietet sich ein erster Blick auf die Landschaft des Ebenbergs über die zukünftige Süderschließung hinweg. Auf dem Platz in 5,5m Höhe über dem Promenadenniveau befindet sich der Zugang zum Aussichtsturm.
    Der Aussichtsturm mit einer Höhe von 21 m ist Landmarke und Orientierungspunkt für den Wohnpark Ebenberg und das südliche Landau. Er markiert den Übergang zwischen kultivierter und unberührter Natur und verbindet Natur-schutz mit Naturerlebnis. Von der Aussichtsplattform kann die Aussicht über Landau und Ebenberg hinweg zum Haardtrand und Odenwald genossen werden.
    Die Fassaden von Naturschutzzentrum und Aussichtsturm aus heimischem gelbem Sandstein interpretieren das Bild der Trockenmauer neu: die charakteristischen leeren Fugen werden als Muster im Verband aus glatten Sandsteinplatten aufgenommen.
    Das Naturschutzzentrum mit einer Nutzfläche von 500qm bietet im EG und Galerie im OG Flächen für Cafe, Information, Ausstellungen, Seminare, Vorträge, Büros und Nebenräume. Der Haupteingang liegt im Süden, der Nebeneingang im Norden vom Promenadenband. Der Aussichtsturm ist in das Ausstellungskonzept integriert und wird vom Zentrum mit Aufzug und Treppe erschlossen. Der Aussichtsturm kann unabhängig von den Öffnungszeiten des Zentrums geöffnet werden.
    Naturschutzzentrum und Turm werden in Stahlbetonbauweise errichtet. Der Turm wird mittels Pfahlgründung rückverankert.
    Die Integration des Naturschutzzentrums in den Erdkörper des Turmplateaus ist thematisch naheliegend, jedoch optional.

    Freizeitsportanlage Kohlelager
    Die Freizeitsportanlagen werden am ehemaligen Kohlelager konzentriert. Die ehemaligen Gleisanlagen mit der erhal-tenwerten Sukzessionsvegetation bilden das Gerüst für den neuen Sportpark. Die befestigte Fläche des Skateparks mit Bowl und Streetelementen löst sich auf, wird durch Vegetation durchsetzt und verliert sich in einzelnen Holzpo-desten. Die ehemaligen Gleise werden mit Ortbeton gefüllt zu Wegen.
    Durch die behutsame Integration einzelner Nutzung kann die landschaftaftsästhetische und ökologische Qualität des Kohlelagers erlebbar bleiben.

    Brücke Ost
    Die Geh- und Radwegbrücke über die Bahnstrecken Landau-Karlsruhe/ Pirmasens verbindet den Wohnpark Ebenberg/ LGS-Gelände mit dem Parkplatz neue Messe als mäandrierende barrierefreie Rampe mit einer Steigung von 5%. Die Brücke verzichtet auf separate Rampenbauwerke und inszeniert den Weg über die Gleise als Erlebnis mit wechseln-den Ausblicken und Richtungen. Die räumlich versetzten Startpunkte der Brücke und die notwendige lichte Höhe von 5,90m über den Gleisen werden durch eine Form gelöst. Die dynamisch bewegte Brückenform markiert ein neues Stadtentree für Bahnreisende und einen schwungvollen Auftakt als Zugangsbrücke zur Landesgartenschau.
    Der Überbau der Brücke besteht aus blockverleimten Leimbindern als Durchlaufträger in Holz/ Beton-Verbundbauweise. Der Unterbau besteht aus Stahlstützen und Stahlbetonwiderlagern. Die Verwendung von Holz bie-tet einen Beitrag zum CO2-neutralen Wohnquartier und nachwachsenden Rohstoffen.

    Brücke Süd
    Die Promenade der Landschaftsachse wird als Brücke über die tiefer liegende Gleistrasse Landau- Pirmasens ge-führt. Die Brücke ist für PKW befahrbar und hat eine Breite von 8,0 m zwischen den Geländern. Die Brücke ist eine Mischverkehrsfläche, Gehwege und Fahrbahn liegen in einer Ebene. Der Promenadenbelag läuft optisch durch. Die Brücke wird als schlanke Spannbetonrahmenkonstruktion ausgeführt.

    Brücke Südost
    Die Geh- und Radwegbrücke führt mit einer Breite von 4,0m über die Bahntrasse Landau-Pirmasens und verbindet den Wohnpark mit den Flächen südlich der Bahn. Der Überbau wird als eingespannter Stahlhohlkasten, gevoutet in Längs- und Querschnitt, ausgeführt. Dadurch entsteht eine filigrane Schlankheit der Seitenansicht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    erscheint in Kürze