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  • DE-76829 Landau in der Pfalz
  • 02/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-52934)

Landesgartenschau Landau 2014


  • 5. Preis

    Daueranlage

    Landschaftsarchitekten
    Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Krasimira Stoilkova

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)

    Erläuterungstext
    GRUNDKONZEPTION
    Das Grundkonzept des Beitrags basiert auf den Vorgaben des Städtebaulichen
    Rahmenplanes und der Machbarkeitsstudie. Wichtigste Aufgabe ist die Ausbildung
    des südlichen Stadtrandes im Bereich der ehem. Kaserne Estienne et Foch und die
    Definition der Übergangszone zum angrenzenden Naturschutzgebiet Ebenberg.

    Grüngürtel Süd
    Durch die Anlage eines durchgehenden Ost-West-Weges in Verlängerung des
    Sträßchens „Am Birnbach“ wird der südliche Rand dieser heute diffusen
    Zwischenzone klar gefasst und es entsteht eine bandartige Grünzone zwischen
    Bahnanlagen und Naturschutzgebiet – der Grüngürtel Süd. Der renaturierte Birnbach
    mit seinen Gehölzsäumen durchfließt als klar ablesbares Landschaftselement den
    Grüngürtel und bildet so das Rückgrat des neuen Freiraumes. Die vorhandenen
    Gehölzstrukturen im Süden werden weiterentwickelt und unterstützen neben dem
    vorhandenen Geländerelief die räumliche Begrenzung des Grüngürtels zum
    Naturschutzgebiet.

    Verbindungen
    Die so entstehende Grünzone zwischen Stadt und Natur wird überlagert durch quer-
    (also in Nord-Süd-Richtung) verlaufende Wege in Verlängerung der geplanten
    Brücken. Diese linearen Strukturen verbinden strahlenförmig das neue Wohngebiet
    mit dem Grüngürtel und führen an den im Besucherlenkungskonzept vorgesehenen
    Punkten bis an das Naturschutzgebiet Ebenberg heran. Die östliche Verbindung führt
    über eine lange lineare Brücke über die Gleisanlagen in den zentralen Grünzug im
    Bereich des neuen Messegeländes.

    DREI PARKS FÜR LANDAU
    Die im Rahmenplan angelegte Achse entlang der zentralen Grünfuge im Wohnpark
    am Ebenberg wird über die beiden Brücken Süd über die Bahn in den Bereich der
    heutigen Sportanlagen fortgeführt. In direkter städtebaulicher Verbindung zum neuen
    Wohngebiet und damit auch zum Stadtzentrum werden entlang dieser Achse die
    gewünschten neuen Sportanlagen mit den erforderlichen Gebäuden angeordnet.
    Dadurch entsteht ein auf kurzem Wege erreichbarer, multifunktional nutzbarer
    Sportpark, der langfristig nach Westen durch die neugeordnete Reitanlage ergänzt
    werden könnte.
    Den Auftakt zum Sportpark bildet das neue Funktionsgebäude mit
    Erweiterungsoption für ein Vereinsheim, das über die Eutzinger Straße auf kurzem
    Wege anfahrbar ist. Westlich der zentralen Achse wird der Neubau der Rollsporthalle
    vorgeschlagen. Ein großes Wasserbecken mit Wasserspielen und Fontänen bildet
    den wahrnehmbaren Endpunkt der Achse. Zum östlich angrenzenden
    Geothermiekraftwerk wird eine Bodenmodellierung mit Sitzstufen aufgeschüttet, die
    einerseits das Kraftwerk abschirmt, andererseits eine Aussichtsmöglichkeit zum
    Naturschutzgebiet bietet.
    Durch die Anordnung der Sportanlagen an dieser Stelle bleibt der Bereich des ehem.
    Kohlelagers frei für eine großzügige landschaftliche Gestaltung, die sich in die offene
    räumliche Struktur des Grüngürtels einfügt. Konzipiert wird ein Landschaftspark mit
    einer großen ovalen zentralen Grünfläche, an die weitere Nutzungen angelagert
    sind. Nach Süden wird das Oval in die vorhandene Hangsituation eingebunden,
    wodurch die Anlage von Sitzstufen ermöglicht wird. Die noch vorhandenen
    Gleisanlagen werden als Fragmente teilweise erhalten und in ein kleines Wäldchen
    aus Birken und Kiefern eingebunden. Zusammen mit neu angelegten
    Gabionenmauern kann so ein Ersatzhabitat für die hier lebenden Eidechsenarten (v.
    a. Mauereidechse) entstehen. Im östlichen Bereich des Ovals wird ein großer
    Kinderspielbereich angelegt, der in Verbindung mit der großen Spiel- und Liegewiese
    in der Mitte und einem neuen Weinpavillon mit Rebgarten eine große
    Anziehungskraft entwickeln kann.
    Nördlich schmiegt sich die neue Kleingartenanlage an das von einer
    Traubeneichenreihe gesäumte Oval an. Eine Erweiterung jenseits des
    Realisierungsbereichs ist auf einfache Weise möglich.
    Nach Süden werden über die Stufenanlage Verbindungswege zum angrenzenden
    Naturschutzzentrum angeboten. In Verbindung mit einem Naturspielbereich und dem
    neuen Aussichtsturm entsteht am Endpunkt der Südostachse ein attraktiver Bereich
    mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Naturschutz.
    Die Skateanlage wird zusammen mit der Dirtbahn östlich des Geothermiekraftwerks
    ebenfalls an dieser Achse angeordnet.
    Das Konzept berücksichtigt die geplante Trasse der Süderschließung, die bei Bedarf
    relativ harmonisch in den Landschaftspark integriert werden könnte. Die räumlich
    trennende und zerschneidende Wirkung der Straße bliebe bei einer Realisierung
    jedoch unverändert erhalten.

    WOHNPARK AM EBENBERG
    Zentrales Freiraumelement des Wohnparks ist die grüne Fuge, die die Altstadt durch
    das neue Wohngebiet mit der Landschaft verbindet. Die lineare Grundstruktur in
    Nord-Süd-Richtung reagiert auf diese Funktion.
    Den Anforderungen als Quartierspark entsprechend werden zusätzlich Aufenthaltsund
    Spielbereiche geschaffen und der Park durch Baumraster in Querrichtung
    räumlich gegliedert.
    Das Retentionsbecken wird aufgrund der leichten Gefällesituation des Geländes (ca.
    1%) in drei Terrassen geteilt, die um jeweils 40 cm versetzt liegen. Bei anfallendem
    Niederschlagswasser entstehen dadurch kleine Wassertreppen, die zur Belebung
    der Wasserfläche beitragen. Am Nordende des Beckens befindet sich in direkter
    Zuordnung zum großen Eingangsplatz ein Café mit großer Seeterrasse nach Süden,
    die in einem großen Holzdeck mit Stufen zum Wasser fortgesetzt wird. Zur
    Wohnbebauung im Westen wird der teilweise alte Baumbestand erhalten und
    ergänzt, so dass eine ruhige Pufferzone entsteht. Der Diagonalweg nimmt die
    Wegebeziehung vom Torhaus zur Brücke Süd auf.
    Die städtebauliche Grundstruktur ist durch den Rahmenplan vorgegeben.
    Vorgeschlagen wird eine relativ stark verdichtete Quartiersstruktur als Grundlage für
    flexible Gebäudetypologien. Im Norden werden die großen Kasernengebäude durch
    Geschoßwohnungsbauten ergänzt. Südlich der Promenade folgt ein Bereich mit
    aufgelockerter Quartiersbebauung, die sich um zentrale grüne Wohnhöfe und
    Privatgärten gruppiert. Diese Gebäude können als Geschoßwohnungsbau oder in
    Einzelabschnitten durch private Bauherren oder Baugruppen errichtet werden. Im
    Süden folgt eine Zeile mit gereihten individuellen Stadthäusern für Einzelbauherren.
    Auf diese Weise kann neben einer flächensparenden Bauweise ein breites und
    vielfältiges Wohnungsangebot, aber auch eine hohe Freiraumqualität angeboten
    werden.

    BRÜCKEN
    Die Brücke Ost wird entsprechend dem Konzept der linearen Verbindungen als
    geradlinige, gewellte Brücke in direkter Linie über die Gleisanlagen vorgeschlagen.
    Die Lage südlich des geplanten Kreisels ermöglicht eine geringere Länge und
    dadurch einen günstigeren westlichen Fußpunkt der Brücke.
    Durch die vorgesehene Platzgestaltung zwischen Einkaufszentrum und südlicher
    Platzbebauung wird eine gefahrlose Querung der - da ohne Durchfahrtsmöglichkeit -
    relativ schwach belasteten Promenadenstraße durch Fußgänger und Fahrradfahrer
    ermöglicht.
    Eine optionale bauliche Anbindung an das spätere Einkaufszentrum steht der
    angestrebten einfachen und wirtschaftlichen Lösung entgegen und wird daher nicht
    verfolgt.
    Auf der Ostseite der Bahnanlage nimmt ein kleines Plätzchen alle ankommenden
    Wegebeziehungen auf.
    Die beiden Brücken Südost und Süd (neu) werden in ähnlicher Formensprache als
    leicht gebogene Brücken in linearer Form konzipiert. Bei der Brücke Südost ist auf
    der Parkseite eine leichte Anhebung des angrenzenden Geländes erforderlich, um
    das geforderte Lichtraumprofil von 5,90 m zu den Gleisen einzuhalten.
    Bei allen Brücken ist die Barrierefreiheit aufgrund von Gefällesituationen unter bzw.
    maximal 6% gewährleistet.

    BODENMANAGEMENT
    Um die Aushubmassen aus dem Kasernengelände im Grüngürtel Süd
    unterzubringen wird der seither leicht zum Birnbach hin abfallende Bereich des
    Sportplatzes leicht aufgefüllt, so dass eine ebene Fläche auf 151,00 ü. NN entsteht.
    Außerdem wird ein Hügel zur Abschirmung ggb. dem Geothermiekraftwerk und als
    Aussichtspunkt hergestellt. Insgesamt können auf diese Weise ca. 38.150 m³ Boden
    aufgefüllt werden.
    Um die Sportflächen optimal anordnen zu können ist in diesem Bereich eine
    Verlegung des Birnbachs erforderlich. Hierbei entstehen Abtragsmassen in Höhe von
    ca. 5.800 m³.
    In der Bilanz können insgesamt ca. 32.350 m³ Boden aufgefüllt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.