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  • 1. Preis


    Architekten
    Bieling Architekten AG, Hamburg (DE), Kassel (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Michael Wieczorek, Isabelle Romagos, Hagen Sparbrodt, Oliver Montag, Julia Roth

    Erläuterungstext
    Erläuterungsbericht


    Das Grundstücks liegt innerhalb des neuen Quartiers in prominentester Lage mit direktem Wasserbezug und Blick auf die Hafenanlagen. Mit der neuen Elbphilharmonie entsteht auf dem Nachbargrundstück zudem ein kultureller Anziehungspunkt für Stadt und Region.
    Die städtebauliche Leitidee des Masterplanes bildet die Grundlage des Entwurfes. Auf der Basis dieser Vorgabe entstehen Lebensräume für höchste Ansprüche. Wohnen und Arbeiten werden im Sinne der städteplanerischen Vorgabe eng miteinander verknüpft. Und profitieren voneinander.

    Gebäudestruktur

    Die beiden Hauptbaukörper aus der Masterplanung werden durch den Entwurf in ihren städtebaulichen Charakteristika herausgearbeitet.
    Der Riegel für die Gewerbenutzung bildet den Abschluß der Baukörperreihe entlang des Dalmannkais und wird deshalb mit einer größeren Höhe und mit einem gläsernen Aufbau als Schwerpunkt an seiner Stirnseite zum Wasser vorgeschlagen. Gleichzeitig erhält er eine ruhige und geordnete Fassadenstruktur für seine Funktion als Platzabschluß zur gegenüberliegenden Philharmonie und zur Straßenseite.
    Die Wohnbebauung orientiert sich in ihrer Höhe an den östlichen Nachbarn. Analog zum Gewerberiegel bleibt die Straßenfassade ruhig in ihrem Erscheinungsbild mit einem Raster aus tiefliegenden Lochfenstern. Die Ausrichtung und Nutzung der Wohnungen zum Wasser bestimmt den Wandel des Fassadenthemas von der Lochfassade zu großformatigen Rahmenelementen auf der Hof- und Wasserseite. Innerhalb dieser Rahmen öffnen sich die Wohnungen mit großen Glasflächen oder Balkonen und Loggien zur Aussicht. Der Wechsel des Fassadenthemas wird mit einzelnen in die Lochfassade der Straßenseiten eingestreuten Rahmenelementen für Balkone bereits angedeutet.
    Rahmenartige Bauelemente markieren auch den Haupteingang zum Gewerberiegel und die Position des Restaurants an seiner Stirnseite.
    Beide Baukörper ruhen auf einem zur Wasserseite sichtbaren Sockel unterhalb des Innenhofes. Im Sockel befindet sich neben der Tiefgarage eine für Gastronomie oder eine vergleichbare Nutzung geeignete Fläche mit Orientierung zur Kaipromenade.


    Erschließung und Konstruktion

    Haus der Deutschen Seereederei- Gewerberiegel
    Flexibilität und optimale Flächenausnutzung sind die Hauptziele der Planung für das bürogebäude. Zwei entgegengesetzt angeordnete Vertikalerschließungen ermöglichen eine wechselnde Teilung der Geschosse in Einzelmietflächen bei geringem Verkehrsflächenanteil. Die statische Konzeption beruht auf tragenden Außenwänden mit achsbezogenen Öffnungen und Innenstützen, die Anordnung von Trennwänden ist in einem 1.35m-Raster flexibel möglich. Die Gebäudebreite erlaubt alle gebräuchlichen Arten der Büronutzung.


    Wohnungsbau
    Ziel ist auch hier eine flexible Flächenaufteilung für unterschiedliche Wohnungsgrößen. Innenliegende Treppenhäuser mit Oberlichtern und zugehörige Aufzüge erschließen die Etagen. Sie dienen gleichzeitig als Tragwerk und Aussteifung. Die Geschoßdecken spannen in drei Abschnitten quer zur Außenwand, so dass ein Verschieben der Wohnungstrennungen jederzeit möglich bleibt. Alle Grundrisse sind flexibel und veränderbar. Eine zentrale Zone für Nassbereiche mit entsprechenden Versorgungsschächten ermöglicht die Umsetzung von klassischen ebenso wie von offenen loftartigen Wohnkonzepten. Ein Teil der Wohnungen wird als Maisonette-Typ über zwei Geschosse geführt. Zentrales Element jeder Wohnung sind Wohn-und Aufenthaltsbereiche mit einer zugeordneten Loggia in Blickrichtung zum Hafen.

    Das gemeinsame Tiefgeschoss erhält seine Zufahrt an der Kaistraße. Seine Aufteilung in Garage- und Kellerzonen wird durch die aufgehenden Gebäude bestimmt. Jedem Gebäudeteil ist dabei ein Kellerbereich mit Abstell- und Trockenräumen zugeordnet. Die Tiefgarage ist in getrennte Einheiten für Wohnen und Gewerbe unterteilt.


    Außenanlagen Gartenhäuser

    Die klare Zonierung des Außenraumkonzeptes leitet sich aus der Architektur ab.
    Der locker gepflanzte Hain aus verschiedenen Gehölzen steht diesem im Dialog gegenüber.
    Zwei Bambusfelder begrenzen den inneren Raum und bilden eine Fuge zwischen Fassade und Hof.
    Der immergrüne Bambus wird ca. 2.20m hoch und richtet den Raum in Richtung Wasser aus.
    Fünf grüne Rasenfelder werden leicht erhöht. Ein lichter Baumhain aus unterschiedlichen Gehölzarten wie z. B. Zierkirsche, Birke, Felsenbirne und Magnolie bildet die Mitte des Hofes. Ein Wegenetz + Sitzstufen laden zum Verweilen ein.
    Der Blick von oben ist ein Blick in eine grüne Oase.
    Holzterrassen mit den Wohnungen vorgeschalteten Rankgerüsten bilden Räume hoher Aufenthaltsqualität.


















    Haus- und Energietechnik

    Das Energiekonzept beruht auf einem optimierten Einsatz von Low-Level-Techniken mit einem sinnvollen Verhältnis von Investition, Effekt und Anpassungsfähigkeit. Basis dafür sind eine hochwirksame Wärmedämmung, die richtige Verteilung der Glasflächen, eine zentrale Wärmeversorgung und thermische Solaranlagen für die Gebrauchwassererwärmung. Durch die zentrale Anordnung der Nassbereiche ist zudem die Voraussetzung für den Einsatz einer kontrollierten Lüftung im Passivhaus-Standard geschaffen. In Abhängigkeit von der Ausstattungskategorie können zudem Fenster mit integrierten Lüftungselementen eingesetzt werden. Grundsätzlich besteht jedoch für alle Wohnungen die Möglichkeit einer effektiven Querlüftung, um im Zusammenspiel mit geeigneten Materialien ein möglichst natürliches Wohnklima zu erreichen.


    Materialien

    Bürogebäude:
    Natursteinfassade anthrazit (Schiefer, Basalt), Glas grün durchgefärbt, Aluminium


    Wohngebäude:
    Naturstein hellgrau (z.B. Sandstein, Schiefer), Rahmenelemente braunrot (z.B. Kupfer, Stahlblech),
    ggf. Sichtbeton eingefärbt

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.