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  • 1. Preis

    Modell, © Fritsch+Tschaidse Architekten GmbH

    Architekten
    Fritsch + Tschaidse Architekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Dr. Heinekamp Labor- und Institutsplanung, Karlsfeld (DE), Berlin (DE), Basel (CH)
    sonstige Fachplaner: Ingenieurberatung JAEGER, Stuttgart (DE)
    Modellbauer: AR Modellbau GbR, Taufkirchen (DE)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU
    Der Neubau des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts reiht sich ein in die Baustruktur der nahen Universitätsbauten und orientiert sich an den Vorgaben des Bebauungsplans bezüglich Geschosshöhe und offener Bauweise zum Freibereich des Naturschutzgebiets „Exerzierplatz“ um als Bindeglied zwischen Naturschutzgebiet und Universitätsareal zu fungieren. Eine wirtschaftliche und einfache Erschließung des Grundstücks mit der Parkierung im Norden und der Reduzierung des Zufahrtsbereichs mit großzügigem Vorplatz öffnet repräsentativ das Gebäude und den Eingangsbereich zur Staudtstraße. Die kompakte Anordnung der Baukörper ermöglicht eine gute Nutzung der Freiflächen für Erholung/Aufenthalt, Parkierung/Anlieferung und baulichen Erweiterungen. Der Erweiterungsbau mit 4 Geschossen soll punktartig das Gebäudeensemble ergänzen und gleichzeitig den Eingangsbereich freistellen. Die hofartigen Freiflächen sollen mit unterschiedlichen Bepflanzungsthemen gestaltet werden, die äußeren Freiflächen übernehmen den Grüncharakter des „Naturschutzgebiets“ im Norden und Westen und vernetzen das Gebäude mit dem Landschaftsraum.

    ENTWURFSIDEE
    Das Institut soll sich eigenständig präsentieren und seine Wissenschaftsinhalte vermitteln. Licht ist erst durch Materie wahrnehmbar. Das schwarze Glas der Fassade reflektiert das Thema (Dunkelheit), die Spiegelung verbindet mit der umgebenden Welt und „entmaterialisiert“ die „bauliche Masse“. In Dunkelheit erfolgen die Experimente in den optischen Laboren, die Lichtausbreitung erfolgt dort linear durch Laserlicht, Prismen zrelegen das Licht in seine einfarbigen Bestandteile. Es sind Themen, die sich in der dunklen, streifenartigen aber auch farbigen Gestaltung der Fassade wiederspiegeln und mit der Helligkeit der innenliegenden Halle, die sich zum Licht nach oben öffnet, kontrastieren. Die Fassade des Gebäude „bricht“ im Eingangsbereich auf und gibt Einblicke in das kommunikative Herzstück des Instituts. Eine schräg gesetzte Wand soll die Wechselwirkung von Licht und Materie durch Reflexion und Projektion in Szene setzen. Das zentrale Atrium ist ein offener Erschließungsraum vom Untergeschoss bis zum Dach, es verbindet untereinander die einzelnen Abteilungen , Labor- und Bürobereiche und fordert auf zu Aufenthalt und Kommunikation auf dem Weg vom dunklen Arbeitsbereich der Labore in den lichten Raum der Halle.

    DAS GEBÄUDE
    Die Haupterschließung erfolgt über einen kleinen Vorplatz mit Vorfahrt und eine gedeckte Verbindung vom Parkplatz zum Eingang. Von der Eingangshalle öffnet sich der Blick auf alle Geschossebenen, zum Reinraumgebäudeteil und in den Aufenthaltsbereich für Pausen im Innen- und Aussenbereich. Eine offene und kaskadenartige Freitreppe führt bis ins 4.OG auf dem Weg ins „Licht“, eine breite Treppe in den Ausstellungsbereich im Untergeschoss und zum Labortrakt. Die breite, mit Sitzstufen ausgestattete Treppe bietet die Möglichkeit zu Vortrag und spontanem Gespräch. Der offene Treppenraum verbindet die Labore der “Unterwelt“ über den Gemeinschaftsbereich wissenschaftlicher Kommunikation mit der Arbeitswelt der Obergeschosse. Das Atrium wird signifikanter Ausdruck für die Unternehmenskultur der MPL. Das Erdgeschoss umfasst die Bereiche wissenschaftlicher und administrativ-technischer Bereiche, Empfangszone und Pausenaufenthalt und das zentrale Herzstück der Technik für die Labore im UG und OG. Die Obergeschosse sind ringförmig besetzt mit Einzelbüros und zum Innenhof orientierten Laboren der einzelnen Abteilungen des Instituts. Seminarbereich, Bibliothek, Kommunikations- und Aufenthaltsflächen mit offenen Teekücheninseln umgeben das Atrium und verbinden zum Innenhof. Die verglasten Besprechungsräume öffnen das Atrium zum Aussenbereich. Die Gästeappartments im Dachgeschoss sind auf kurzem Weg mit dem Institut verbunden und separat erschlossen. Die 3 Gebäude des Instituts mit Büros und Laboren, dem Reinraum und den Werkstätten bilden eigenständige Gebäudeteile, die in Bauweise, funktionaler Anordnung und haustechnischer Installation nutzungsspezifisch und wirtschaftlich errichtet werden können und in Bau und Betrieb energieeffizient realisiert werden können.

    MATERIALIEN
    Die Verwendung von industriell vorgehängten, anthrazitfarbenen Glasplatten auf Glasgranulatbasis mit ihrem Spiegelungseffekt und der Akzentuierung mit farbigen Glasstreifen besitzen eine dauerhafte Eigenschaft und nehmen Bezug auf das Entwurfsthema des Lichts. Helle Farben in den Innenräumen durch die Verwendung von Birkenholz und hellen Anstrichen kontrastieren mit der Fassadengestaltung. Die Materialien werden bei allen Gebäuden in gleicher Weise eingesetzt und unterstützen den Gedanken des Gebäudeensembles.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.