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  • 3. Rang


    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Bestand
    Grundsätzlich wird der Bestand als nicht besonders erhaltenswert angesehen. Die bestehende Typo-logie kann in punkto Orientierung, Flexibilität und offenes Lernen nicht überzeugen. Insbesondere die vielen unterschiedlichen Bereiche und Sackgassen werden für eine Schule der Zukunft als kontrapro-duktiv angesehen.

    Umbau und Erweiterung
    Ziel der Umstrukturierungsmaßnahmen ist daher der Erhalt des Sportkomplexes mit Schwimmhalle um dessen zentrale Position und Bedeutung sich ein 2-geschossiger ringförmiger Klassentrakt spinnt. Zusätzlich kann das Untergeschoss fast vollständig erhalten bleiben (auch Bereiche welche in den OGs abgerissen werden!). Die nord- und ostseitige Spange des Ringes nimmt bestehende Strukturen auf, welche umgebaut und saniert werden müssen. Die süd- und westseitige Spange sind vollständige Neubauten.

    Bei verhältnismäßig geringem Mehraufwand entsteht dadurch eine völlig neue klare Struktur mit folgendem großen Mehrwert:

    -Klare Struktur und Organisation: nur noch 3 Geschosse mit klaren Funktionstrennungen:
    Erdgeschoss: Allgemeine Zonen + Sport
    Obergeschosse: Klassen und Verwaltung
    -Neue Raumeinteilung
    offene zusammenhängende Schulbereiche mit großer Flexibilität, guter Orientierung und vie-len Kommunikationszonen! Keine nordorientierten Klassenräume! Bildung von Nachbarschaf-ten. Raum für gemeinschaftliches Arbeiten.
    -Unterschiedliche Freiraumqualitäten
    vom Eingangshof über den intimen Innenhof mit großzügigen Terrassen auf Klassenniveau bis hin zum großen Pausenhof!

    Struktur und Organisation
    Das Erdgeschoss hat im Wesentlichen eine kreuzförmige, die Obergeschosse eine ringförmige Struk-tur. Im Erdgeschoss sind alle allgemeinen Flächen, wie Aula, Bibliothek, Nachmittagsbetreuung, Kan-tine und Sporthallen untergebracht. In die Obergeschosse führen 4 Stiegenhäuser in die Klassentrak-te, welche bis auf das Hauptstiegenhaus im Foyer gleichrangig sind. Alle Wege führen auf einen zent-ralen Punkt im Foyer zu, womit eine einfache Orientierung gewährleistet ist und die Wege in die all-gemeinen Zonen gleichmäßig kurz sind.
    Der ost-, west- und südseitige Trakt beinhaltet die Klassenräume. Im nordseitigen Trakt sind die Son-derzunterrichtsräume, als auch die Verwaltung untergebracht. Somit gibt es keine nordseitigen Klas-senräume mehr.
    Durch die Reduktion auf 3 Geschosse sind auch die vertikalen Wege kurz, sodass eine optimale Kommunikation und Erreichbarkeit gewährleistet wird.

    Neue Raumeinteilung
    Eine wirklich zentrale Bedeutung der neuen Einteilung erhalten die großen Allgemeinflächen Aula, Bibliothek, Schwimmhalle und Turnhalle. Sie werden zum echten Rückgrat der neuen Schule.
    Der darüberliegende ringförmige Klassentrakt besticht durch optimale Orientierung (keine Sackgas-sen!), optimaler Ausrichtung (keine nordseitigen Klassenräume), als auch der offenen Klassenanord-nung.
    Die Klassen werden zu Nachbarschaften gebündelt. Jede Nachbarschaft erhält eigene Kommunikati-onszonen, zugeordnete Lehrerzimmer und eigene Garderoben mit angehängten WCs. Dadurch wird die Anonymität reduziert, die Identität und der Austausch gestärkt und der Raum für gemeinschaftli-ches Arbeiten geschaffen.

    Unterschiedliche Freiraumqualitäten
    Durch unterschiedliche Freiraumangebote kann die Kommunikation und das wechselvolle Spielen und Arbeiten ebenso verstärkt werden.
    Der Eingangshof ist klar begrenzt, kann vom Schulwart gut kontrolliert werden und lädt zum Verweilen beim Kommen und Gehen in geschützter Atmosphäre ein.
    Der Innenhof ist intim, noch geschützter und noch besser zum Beaufsichtigen. Er ist das wahre Herz-stück der Schule und von allen öffentlichen Bereichen gut erreichbar. Vom Klassentrakt aus sind je-weils Terrassen erreichbar, welche optimal als Klassenzimmer unter freiem Himmel als auch als Pau-senflächen benützt werden können.
    Die große Pausenfläche im Osten der Schule verknüpft den intimen Innenhof mit den grünen und sonnigen Außenbereichen.
    Die Sportfläche im Süden der Schule ergänzt das außerordentlich hohe und vielfältige Freiraumange-bot.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt zeichnet sich durch seine Positionierung, durch die Wahl der Typologie,
    die daraus resultierende Kubaturverteilung und die Integration des bestehenden
    Sporttraktes in die neue Gebäudekonfiguration aus.
    Die EG-Zone wird von vielfältig nutzbaren, qualitativ hochwertigen Außenräumen
    umspült.
    Der gut proportionierte Vorbereich führt über eine Freitreppe mit anschließendem
    Atrium in die großzügige, transparente Eingangshalle, die als adäquates
    Schulentree mit optimaler Verteilerfunktion figuriert. Der Sporttrakt samt den vorgelagerten
    Garderoben und Manipulationsflächen wird in das neu entstehende
    Volumen integriert und ist mittels einer Treppenanlage mit dem Außenraum vernetzt.
    Bestand und Neubau verschränken sich zu einem homogenen Ganzen.
    Weitere Qualitäten bieten die Konzeption eines großen Atriums mit auf zwei Ebenen
    geplanten großzügigen Außenräumen (Terrassen), die vielfältige Möglichkeiten
    der Bespielung bieten.
    Die gesamte Schulnutzung wird in den beiden Obergeschossen angelagert und
    kann über intelligent positionierte Treppenanlagen erschlossen werden. Besonders
    hervorzuheben ist die Beziehung zwischen Innen- und Außenbereichen, die
    qualitativ hochwertig entwickelt wurden.
    Zum Thema innovative, pädagogisch-didaktische Konzepte gibt es diverse Ansätze
    und Vorschläge, die in ihrer Gesamtheit jedoch aus pädagogischer Sicht nicht
    restlos überzeugen konnten.
    Der Entwurf wird dem urbanen Umfeld gerecht und unterstreicht das Erscheinungsbild
    einer modernen Bildungseinrichtung; er stellt somit einen kompromisslosen
    Zugang zur Bauaufgabe dar.


INFO-BOX

Angelegt am 22.02.2011, 11:09
Zuletzt aktualisiert 23.02.2011, 10:11
Beitrags-ID 4-42765
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