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  • DE Bonn
  • 10/1999
  • Ergebnis
  • (ID 2-2344)

Ideenwettbewerb "Wasserbahnhof"


  • 4. Preis

    Brassertufer

    Architekten
    Peter W. Schmidt Architekt BDA, Pforzheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    WASSERBAHNHOF BONN






    Der Entwurf für die 2. Wettbewerbsphase nimmt die Konzeption aus der 1. Phase auf. Die stadträumlichen Überlegungen werden Beibehalten, die architektonische Ausbildung der Baukörper wird präzisiert


    Situation

    Die vorhandene Bebauung im Wettbewerbsgebiet wird geprägt von einer heterogenen Bebauungsstruktur aus der Nachkriegszeit sowie den unmaßstäblichen Rückseiten des Opernhauses. Den Straßenräumen von Rheingasse, Brassertufer und Giergasse mangelt es durch ihre große Breite an der stadträumlichen Maßstäblichkeit der historischen Situation. Eine Verbesserung kann hier nur durch behutsame Verdichtung der Bebauung bei sorgfältiger Festlegung der Raumkanten erreicht werden.


    Entwurfsidee

    Unser Konzept geht von einer Stärkung der vorhandenen städtischen Strukturen aus, die Bezug nehmen auf die historische Gliederung des Ortes. Die Aufwertung der Situation erfolgt bewußt nicht durch die bauliche Gestaltung eines einzelnen Pavillons, sondern durch eine sensible Vervollständigung der Stadtstruktur im Bereich des Rheinufers. Die angemessene Maßstäblichkeit der zwischen Oper und Stadtgarten gelegenen Baublöcke wird mit einfachen Eingriffen wieder hergestellt. Die historische Situation der sich zum Rhein hin öffnenden Gassen wird bewusst herausgearbeitet. Der \" Wasserbahnhof \" ist nicht als solitäres Bauwerk, sondern als Stadtbaustein zu verstehen.


    Konzeption

    A .Touristisches Dienstleistungszentrum

    Das Touristische Dienstleistungszentrum wird nicht als Pavillon, sondern als städtisches Gebäude aufgefaßt. Es bildet, der bestehenden Bebauung zwischen Rheingasse und Giergasse vorgelagert, die Stadtkante zwischen Innenstadt und Rheinpromenade, Abschluß und Schauseite der Stadt zum Rhein. Der Baukörper enthält in der zweigeschossigen Sockelzone die Agenturen der verschiedenen touristischen Gesellschaften. In den oberen Geschossen ist individuelles Wohnen oder eine Erweiterung für das Hotel Beethoven vorgesehen.

    Die Maßordnung des dreiteiligen Baukörpers und seiner Fassaden nimmt Bezug auf die ehemals an dieser Stelle gelegenen historischen Gebäude wie den \'Rheinkran\' und das Hotel \'Rheineck\', die mit ihren schmalen Fassaden die Stadtansicht geprägt haben. Das Gebäude des Touristischen Dienstleistungszentrums stellt auf der stadtzugewandten Seite die Maßstäblichkeit der historischen Gassen- und Platzstruktur wieder her. Die Gliederung des Baukörpers öffnet die Vogtsgasse und erlaubt vielfältige Blickbeziehungen von der rückwärtigen Bebauung.


    B. Rheinpromenade

    Die Rheinpromenade wird in Anlehnung an die historische Situation, als \'klassische\' Promenade mit einer zweireihigen Allee aus geschnittenen Linden auf einer wassergebundenen Decke vorgesehen. Die Allee bildet einen neuen städtischen Raum mit eigener Aufenthaltsqualität. Die Anordnung des Dienstleistungszentrums jenseits des Brassertufers erlaubt es, die Promenade bis zum Pavillon der \"Köln-Düsseldorfer\" zu führen. Nördlich der Kennedybrücke findet dei Allee ihre konsequente Fortsetzung in der Gestaltung der vorhandenen Uferpromenade.

    Wir sehen vor, das Rheinufer zwischen Kennedybrücke und Pavillon als einen zusammenhängenden Freiraum auszubilden und nicht mit weiteren solitären Bauten zu untergliedern.

    Die Höhendifferenz zwischen Promenade und Rheinuferweg/ Radwanderweg wird durch eine niedrige Stützmauer herausgearbeitet, die die raumbildende Wirkung der Promenade verstärkt. Die Alleebäume werden durch Bodenleuchten von unten angestrahlt, so daß die räumliche Wirkung des \'Grünen Daches\' auch bei Dunkelheit erlebbar ist. Auf Stadtmobiliar wird, außer regelmäßig angeordneten Sitzbänken, verzichtet. Die Promenade liegt über der durchschnittlichen Hochwassermarke.


    C. Bebauung Rheingasse

    Das historische Raumgefüge der Rheingasse wird durch die Anordnung eines neuen Gebäudes entlang der Rückseite der Oper wieder hergestellt. Das Gebäude wird durch einen turmartigen Kopfbau am Übergang zur Straße \'Am Boeselagerhof\' verankert und steht in einem spielerischen Dialog mit der Oper. Das Gebäude begleitet die Rheingasse und verdeutlicht mit einer gleichmäßig durchlaufenden Attika Die Topographie des Ortes. Neben den angeordneten Ladenlokalen ist auf Erdgeschoßniveau der Zugang für die Werkstadtbühne räumlich gefasst. Die Obergeschosse nehmen Büronutzungen auf.

    Das Gebäude wird vor der LKW-Anlieferung der Oper errichtet. Eine Veränderung der Anlieferungssituation ist nicht erforderlich.


    D. Pavillon der \" Köln-Düsseldorfer\"

    Der Pavillon aus den 50 –er Jahren wird durch die neue Freiraumgestaltung in seiner Solitärstellung hervorgehoben und gestärkt. Der Originalzustand bleibt erhalten, als Nutzung des Pavillons wird eine gastronomische Errichtung vorgeschlagen, die durch einen Biergarten auf der Südseite des Pavillons ergänzt wird. Pavillon und Biergarten bilden den südlichen Abschluß der neugestalteten Rheinpromenade.


    E. Brückenpfeiler Kennedybrücke

    Die vorhandenen Brückenpfeiler der Kennedybrücke werden für das Fahrradservice-Zentrum sowie eine Diskothek genutzt. Angestrebt ist eine Nutzung \"rund um die Uhr\", um die Schwellenwirkung der Brückendurchfahrt, gerade in Abendstunden und nachts, zu verringern.


    Resümée

    Ergänzend zu den oben beschriebenen kurzfristig umzusetzenden baulichen Maßnahmen schlagen wir vor, die Bebauung der Giergasse sukzessiv neu zu fassen. Die hier befindlichen Gebäude werden dem Anspruch an ihre prominente innerstädtische Lage nicht gerecht. Der Gebäudebestand entlang der Straßen Belderberg und Rheingasse wird sensibel zu einem städtischen Quartier vervollständigt. Parallel zur Rheingasse entsteht mit der Giergasse eine weitere hochwertige fußläufige Verbindung zur Innenstadt. Im Bereich der oberen Giergasse ist eine Fußwegverbindung zum Stadtgarten zu schaffen, die diesen zentralen Freiraum mit den Universitätsbauten und dem Quartier verknüpft.




    PETER W. SCHMIDT ARCHITEKT BDA

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 25.10.2008, 23:19
Beitrags-ID 4-4305
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