loading
  • 4. Preis

    Dauernutzung

    Anzeige


    Landschaftsarchitekten
    Schirmer - Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin (DE)

    Mitarbeit
    Andrea Schirmer, Karsten Krüger, Thomas Fuchs

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Michael Martin, Leipzig (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext


    Dauerkonzeption
    Die Grundidee der neugestalteten Parkanlage besteht in der Herausarbeitung und Neuinterpretation vorhandener Elemente des ehemaligen Güterbahnhofes.

    Die Bewahrung der Weite, die Schaffung klarer Übergänge von Dichte zu Offenheit, das Herausarbeiten von Sichtbezügen und linearen Elementen sowie das behutsame Setzen von Einzelobjekten in den Park bilden die Gestaltungsgrundsätze des Entwurfs. Durch eine klare Abgrenzung der einzelnen Elemente erhöht sich die Spannung des Raumes und damit die Aufmerksamkeit.

    Der zukünftige Hopfenbruchpark wird durch seine Gestaltung mit dem funktionalen Schwerpunkt Spiel – Sport – Fun – Erholung ein interessanter Treffpunkt für Jung und Alt und stellt einen Anziehungspunkt für Schwerin und Umgebung dar. Er wird ein Identifikationsort und verbindet die unterschiedlichen Stadträume mit der Landschaft.

    Konzeption Bundesgartenschau
    Der Park wird über einen Haupteingang im Süden sowie einen Nebeneingang im Nordosten erschlossen. Der Haupteingang liegt neben der Blumenhalle und ist an intensiv gestaltete Gärten und Ausstellungsflächen angebunden.

    Die Blumenhalle wird durch ihre Lage und Form in die Linearität des Ausstellungskonzeptes der Bundesgartenschau einbezogen. Ihre weitgespannte Stahlkonstruktion nimmt Bezug auf die Tradition des Ortes als Verbindung zwischen dem Eisenbahnzeitalter und der heutigen Medien- und Freizeitgesellschaft. Im Ergebnis gewährleistet Sie eine flexible Nutzung während des Zeitraumes der Bundesgartenschau 2009 sowie für die vorgesehene Folgenutzung als FunSport-Areal.

    Ihre Einbauten sind sowohl temporär, als auch für die Dauernutzung verwendbar. Die eingestellte Galerieebene mit der Multimedia- Ellipse bietet zonierte Sonderbereiche die auch später mit sinnvollen Nutzungen wie z. B. Internetforum, Gastronomie, etc. belegt werden können.

    Über den Eingangsbereich erreicht man das Hochplateau um die ehemalige Bahnhofshalle. Hier sind Ausstellungsflächen und Informationspunkte angeordnet. Eine Bühne und eine Terrasse bieten Platz für kulturelle und kulinarische Genüsse. Dem Plateau vorgelagert finden abgesenkte, artifiziell gestalteten Gärten. Präsentationsflächen für Rosen, Gräser und Stauden sowie Gärten mit Sonderthemen liegen ‚In den Gleisen’ nördlich der ehemaligen Bahnhofshalle.

    Den Übergang zum landschaftlichen Parkteil bildet der Wasserspiegel mit vorgelagertem Steg. Offene Wiesenflächen bilden den Kontrast zu den naturnah und dauerhaft bepflanzten Waldbereichen und Böschungen.

    Der Auenbereich bleibt weitestgehend unberührt und wird nur über den Schwimmsteg und einen Fußweg erschlossen.

    Der zentrale Spielbereich liegt westlich der Blumenhalle. Er wird als Spiel- und Klettergarten dauerhaft angelegt. Zusätzliche Spielelemente werden punktuell in den Wiesen- und Waldbereich gesetzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht



    Die Verfasser stellen einen überzeugenden, auf traditionellen Vorstellungen fußenden Entwurf vor.
    Alle Bausteine, die auf einer Bundesgartenschau vom Besucher erwartet werden, haben einen funktionell nachvollziehbaren Ort im Gesamtgefüge gefunden.
    Grundsätzlich wird das Areal des Hopfenbruchparks in zwei Teile gegliedert, einen südlichen, intensiv genutzten und einen nördlichen, der offenen Landschaft zugewandten Teil. Die Trennung zwischen diesen erreichen die Verfasser durch die Situierung eines großen Wasserbeckens. An dieser Grenze wechselt die streng geometrische Struktur in eine freiere, räumliche Landschaftsarchitektur.

    Ein frei geführter Fußweg neben der Draisinenbahn im intensiv genutzten südlichen Teil bildet hier eine nicht nachvollziehbare Ausnahme von der ansonsten streng geometrischen Gestaltung des Bereiches.
    Neben den einzelnen Themengärten und Bühnen, einschließlich der dazugehörigen Nebennutzungen, befindet sich als Hauptbau die Blumenhalle unmittelbar im Eingangsbereich und schließt die Ausstellung ohne Notwendigkeit städtebaulich räumlich nach Südosten, d.h. zur Stadt, ab.
    Die Blumenhalle bleibt dabei sowohl funktional wie auch städtebaulich ein isoliertes Bauwerk. Die Nutzung hätte ebensogut in den vorhandenen Gebäude des Güterbahnhofs eingebaut werden können.
    Dass die neue Blumenhalle ein gedankliches und funktionales Zentrum der Gesamtanlage bildet, wird durch die perspektivische Darstellung noch unterstrichen.

    Die vorgefundene Stimmung des Ortes, eines ehemaligen Eisenbahngeländes, wird durch die dargestellten architektonischen und landschaftsplanerischen Elemente leider nur wenig aufgegriffen. Der Vorschlag der Draisinenbahn zur Nutzung und Erschließung der weitläufigen Landschaft wird jedoch positiver bewertet als die geplanten Fußwege.

    Die großzügig vorgeschlagenen Büronutzungen und die intensive Ergänzung der vorhandenen Wohnbauten wird kritisch gesehen. Die Stege im Medeweger See sind aus naturschutzrechtlichen Aspekten abzulehnen. Die Zufahrt im Bereich des Obotritenringes ist unter verkehrsplanerischen Gesichtspunkten nicht möglich.

    Der Stadtwald als Reservefläche einer später zu bestimmenden Nutzung ist ein positiver Beitrag an der vorgesehenen Stelle.


Anzeige