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  • DE-86343 Königsbrunn
  • 08/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-54484)

Königsbrunn Mitte


  • ein 2. Preis

    Der Kopf der Bibliothek am Stadtplatz. Rechts hinten das bestehende Rathaus, vorne links die neugebaute Tramstation.

    Architekten
    Ammann Albers StadtWerke, Zürich (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Albers , Priska Ammann

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich (CH)
    Architekten: seifert hugues architekten gmbh, München (DE)
    Architekten: Peter Bohn + Assoziierte, München (DE)

    Erläuterungstext
    Die Aufgabe: In der sehr zufällig gewachsenen Ortsmitte von Königsbrunn soll ein echtes Stadtzentrum entstehen, mit Kulturhaus und Markthalle (Schranne). Dabei soll das bestehende Rathaus – im Osten abseits der Hauptsstraße – ebenso eingebunden werden wie die Tramendstation westlich der Hauptstraße.
    Unser Vorschlag wird geprägt durch das Wegkreuz zwischen der schnurgeraden Hauptstraße und dem einmal abgeknickten Weg von der Tramstation zum Rathaus. An der Kreuzung spannt sich ein repräsentativer Stadtplatz auf. Östlich davon setzt sich der Weg über einen langgestreckten Anger zum Rathaus fort. Im Schnittpunkt beider Plätze erhebt sich die "Kulturschranne". Ihr Kopfbau mit Saal und Bibliothek stößt weit in den Lichtraum der Hauptstraße vor. Sie bricht damit deren schier unendliche Gerade und bindet sie ins Stadtgewebe ein.
    Von der abseits im Park gelegenen Tramstation führt eine geradlinige Verbindung zum Stadtplatz. Sie bietet den Ankömmlingen auch im Nebel einer Novembernacht eine klare Orientierung.
    Die lange Südfassade der Schranne bildet die Wegführung zum Rathaus. Zugleich öffnet sie sich nach Süden zur Sonne und zum Anger mit der offenen Markthalle und einem Biergarten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die grundlegende Entwurfsidee ist die zentrale Situierung von Kulturhaus und
    Bibliothek, deren erhöhter Baukörper in die städtebauliche Hauptachse der Bgm.-
    Wohlfarth-Straße ragt und damit einen weit einsehbaren Orientierungspunkt setzt. Die
    Gliederung der östlichen anschließenden Baukörper wie Parkhaus, Ärztehaus etc.
    wirkt maßstäblich und stimmig. Zusammen mit der südlich gelegenen Wohnbebauung
    definieren sie einen sehr klaren langgestreckten Raum, dessen östliches Ende
    sichtbar vom Rathaus betont wird. Die Länge des Raumes wird in selbstverständlicher
    Weise mit der langgestreckten, durchlässigen Außenschranne und einer doppelten
    Baumreihe verknüpft und gegliedert. Gleichzeitig ist eine geschickte Korrespondenz
    zwischen der Außenschranne und der gegenüberliegenden Innenschranne erkennbar,
    die ein vielfältiges und lebendiges Nutzungsspektrum offen lässt. Sehr überzeugend
    ist auch die städtebaulich räumliche Weiterentwicklung nach Westen bis zum
    zentralen Omnibusbahnhof und der künftigen Straßenbahnendstation. Es gelingt,
    zwischen Rathaus und Omnibusbahnhof eine schlüssige, orientierungsgebende
    Raumfolge zu schaffen, die angemessenes urbanes Leben ermöglicht. In der
    Gesamtschau bildet der Verfasser eine neue Stadtmitte, die zum einen die bislang
    harte Zäsur der Bgm.-Wohlfarth-Straße aufweicht und zum anderen deren Flanken
    mit attraktiven Räumen aufwertet. Das südlich anschließende Wohngebiet fügt sich
    bis zum angemessen gestalteten Europaplatz in stimmiger Weise in den
    Gesamtentwurf ein. Die funktionalen und konstruktiven Belange der Baukörper wie
    Kulturhaus, Bibliothek, Märkte, Parkhaus etc. erscheinen grundsätzlich schlüssig
    gelöst. Die vorgesehene transparente Membranhülle des markanten Kulturhauses ist
    adäquat zur Sonderstellung und Präsenz dieses exponierten Baukörpers vorstellbar.
    Abschließend ist festzustellen, dass nahezu sämtliche Bereiche des Entwurfs auf
    gleichmäßig maßstäblichem Niveau durchgedacht sind. Eine Realisierung in
    kontinuierlichen Bauabschnitten ist machbar.
    Die Konzeption mit zwei unterschiedlich ausgeformten Plätzen, die sich an der Bgm.-
    Wohlfarth-Straße versetzt entwickelt, zeigt in Verbindung mit den Gebäuden eine
    hohe Signifikanz im Straßenraum.
    Die räumliche Fassung der Platzräume bedingt eine etwas umwegige Anbindung des
    westlichen Landschaftsparks über die Bushaltestelle. Die große Länge des Platzes
    wird mit dem Schrannendach und den Baumreihen wohltuend zoniert. Der Platz lässt
    in Verbindung mit den angrenzenden Nutzungen eine gute Belebung erwarten bei
    weiterer Ausgestaltung auch eine entsprechende Aufenthaltsqualität. Der Platz mit
    dem Wasserspiel unterstützt den repräsentativen Anspruch des Kulturhauses, trägt aber durch die Straße getrennt nicht wesentlich zur Aufenthaltsqualität des
    Kulturcafes bei.