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  • DE-83250 Marquartstein
  • 03/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-52237)

Neugestaltung Ortsmitte und Neubau Bürgerhaus


  • Anerkennung


    Architekten
    WerkGemeinschaft Guttenberger . Architektur • Stadtplanung, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Dieter Guttenberger

    Mitarbeit
    Alexander Kunert

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Jedamzik + Partner Landschaftsarchitekten, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU UND FREIANLAGEN
    Durch den Neubau der Bibliothek, die Nachverdichtungen und den Hotelneubau ergibt sich für die Gemeinde Marquartstein die große Chance ihre Ortsmitte im Sinne des ganzheitlichen Entwicklungskonzeptes, das zusammen mit den Bürgern entstanden ist, neu zu gestalten. Das neue Bürgerhaus als Ensemble - , im Dreiklang mit dem bestehenden Rathaus und der Pfarrkirche Heilig Blut ist hervorragend dazu geeignet, mit den Schwerpunkten Kultur, Vereinsleben und Verwaltung den sozialen und kulturellen Treffpunkt für die Bürger und Besucher zu bilden. Die Raumkanten der baulichen Nachverdichtungen im Bereich der Staudacher Straße, mit dem als Rechteck definierten neuen Marktplatz mit einem Baumdach, stärken das Quartier „Handel und Gewerbe".

    Zusammen mit dem Hotelneubau am Forsthaus im Nordosten des Wettbewerbsgebietes bildet sich somit eine lebendige Ortsmitte, bei der sich die Bereiche:
    • Handel und Gewerbe
    • Tourismus
    • Kultur, Soziales und Zusammenleben
    • Freizeitachse (unsere Grünanlage mit Lesestationen)
    gegenseitig bereichern und ergänzen.

    Unsere städtebauliche Idee mit den baulichen Strukturen, den Raumkanten, welche die Platz- und Freiräume bilden, den Blickbeziehungen und der Vernetzung der Fuß- und Radwege setzt diese Bereiche in eine direkte Beziehung - vom Standort am Ritter-Marquart-Brunnen hat der Betrachter eine Blickbeziehung nach Süden zum neuen Marktplatz und nach Westen zum Rathausplatz, dem neuen Bürgerhaus, bis zur Kirche. Für den Fußgänger sind die Bereiche über die Bundesstraße vernetzt (mit der Straßenbauverwaltung muss geklärt werden, wie weitreichend (geschliffenes und gestocktes Granitpflaster) die Fahrbahn unterbrochen werden kann. Die Fußgängerampel auf Höhe des Rathausplatzes soll Teil der Verkehrsberuhigung bleiben. Die Erschließung und die geforderten Stellplätze sind in unseren Plänen nachgewiesen.
    Der Marktplatz wurde von uns markant, als Baumplatz eigenständig gefasst. Die Atmosphäre wird durch unsere Perspektive sehr gut wiedergegeben. Über die Raumfolge Marktplatz - Rathaus -, Bürgerplatz wird von uns der gestalterische Bogen bis zum Kirchplatz gespannt. Das heute heterogene Ortsbild wird somit zu einer starken städtebaulichen Figur geformt, welche
    die zukunftsweisende Identität der Mitte von Marquartstein widerspiegelt. Die Raumkante, die das geplante Hotel im Nordosten des Wettbewerbsgebietes bildet, fasst die von uns gestaltete Grünanlage mit Lesestationen, dem Lesegarten der Bibliothek im Osten.

    HAUS UND FUNKTION
    Der aufgefächerte Baukörper des Bürgerhauses hat sich aus dem städtebaulichen Entwurf entwickelt und bildet das wichtigste Gelenk im städtebaulichen Entwurf. Das Haus formuliert die Raumkante zum Rathaus -, Bürgerplatz, stellt die Beziehung zum Rathaus her und lenkt, zusätzlich durch das gleichmäßig ansteigende Pultdach, zur Kirche. Gleichzeitig leitet der Baukörper mit dem durchgesteckten Foyer und dem Lesegarten vom Platz zur Grünanlage über.
    Das großzügige Foyer verknüpft sämtliche Funktionen räumlich miteinander. Offene Treppen- und Lufträume ermöglichen Blickbeziehungen über die Geschosse. Der vielfältig nutzbare Probenraum im 1. OG, barrierefrei über den zentralen Aufzug zu erreichen, orientiert sich mit seinem großen Panoramafenster zum Rathausplatz im Süden.
    Die zweigeschossige Bibliothek wird direkt vom Foyer aus erschlossen. Eine interne Wendeltreppe verbindet die Geschosse miteinander. Die Leseplätze reihen sich entlang der Nord- und Südfassade auf. Das Obergeschoss blickt über einen Luftraum hinab ins Erdgeschoss („Leseterrasse").

    MATERIAL UND KONSTRUKTION
    Der Monolith zeigt sich als verputztes Haus, damit das optische, nachbarschaftliche Zusammenspiel mit dem bestehenden Rathaus und der Kirche gestärkt wird. Die größeren Fensteröffnungen sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion in die Wände eingeschnitten. Dies verleiht dem Neubau eine zeitlos elegante Erscheinung und gewährleistet einen geringen Wartungsaufwand im Betrieb.
    Im Inneren des Hauses dominiert im Foyer ein Natursteinboden, während die angrenzenden Räume mit Eichenparkett belegt sind.
    Die Geschossdecke ist aus wirtschaftlichen Erwägungen als unterzugloses Flachdeckensystem aus Stahlbeton ausgeführt. Die Dachkonstruktion mit einer Alu- oder Titanzinkdeckung wird durch 70 cm hohe Holzbinder getragen. Die Außenwände bestehen aus einem Stahlbetonskelett, das ausgemauert und mit einem Wärmedämmverbundsystem überzogen wird.

    WIRTSCHAFTLICHKEIT UND ÖKOLOGIE
    Durch die Nähe zum Rathaus besteht die Möglichkeit, dass die dort vorhandene Heizungsanlage, als Synergieeffekt, mit genutzt werden kann. Die bereits ausgeführten Pflasterungen auf dem Rathausplatz, dem Marktplatz wurden von uns, um Kosten zu sparen, respektiert und ergänzt.
    Die Verwendung dauerhafter, robuster Materialien bildet die Grundlage für ein nachhaltiges Gebäudekonzept. Hochwärmegedämmte Fassaden minimieren Energieverluste und verringern so den Heizbedarf. Das Regenwasser wird auf der Dachfläche gesammelt und für die WC - Spülung und die Bewässerung der Grünflächen verwendet.
    Auf den Pultdächern des Hotelneubaus ist eine Photovoltaikanlage angedacht.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.