loading
  • DE-95444 Bayreuth
  • 05/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-55894)

Landesgartenschau Bayreuth 2016


  • 5. Preis

    Blick vom Bellevue über die Aue, © bwp Bode, Williams + Partner

    Landschaftsarchitekten
    bwp Bode, Williams und Partner - Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Benjamin Boye

    Erläuterungstext
    Entworfen wurde eine terrassierte, dynamische und großformatige Park- und Flusslandschaft, die Freizeit- und Erholungs-angebote für die Bayreuther aufnimmt. Zwischen historischer Innenstadt und Eremitage bildet unser Parkentwurf für Bay-reuth einen klar strukturierten Freiraum für die, vom Roten Main geprägte, wilhelminische Kulturlandschaft. Der Park in der Oberen Mainaue besteht aus einem intensiv benutzbaren Rand und einem weitgehend extensiven naturnahen Inneren. Die neuen Aufenthaltsqualitäten für die Bevölkerung schaffen eine Verbindung zwischen den bestehenden Parkanlagen und den angrenzenden Stadtteilen.
    Landschaftliche Räume werden in angemessener Weise und stilvoll inszeniert. Die herausgebildeten Bereiche der Kultur-landschaft sind selbstverständlich, nachvollziehbar und bilden für Bayreuth eine Synthese aus Bedarfslage, vorhandenem Raum, Natur-, Kultur- und Naherholungslandschaft. Die neue Parkanlage bildet den Rahmen für das Ausstellungskonzept der Landesgartenschau Bayreuth 2016. Die künstlerische Inszenierung der Wege und die Modellierung des Reliefs betont die zurück gewonnene Weite der Fluss- und Auenlandschaft. Über dass zweckmäßige, notwendige hinaus wurde ein nach-haltig wirksamer und gut funktionierender wirtschaftlicher Ansatz gefunden, der sowohl für die Bevölkerung, als auch die Besucher zur Zeit der Landesgartenschau eine attraktive Adresse darstellt.
    Die Landesgartenschau in Bayreuth wird zum Impuls für einen am Prozess orientierten Freiraum. Die Gestaltung erfolgt in sparsamer, angemessener und selbstverständlicher Art und Weise und belebt den Ort nachhaltig und dauerhaft. Die Frei-räume bleiben offen für die Aneignung, Beteiligung und Veränderung durch Bürger, Vereine und Initiativen. Der formge-bende Panoramawegs ist mit tatsächlich veränderbaren Freiräumen kombiniert, worin die kulturelle Identifikationsmög-lichkeit für die Bürger und Besucher Bayreuths besteht. Teilhabe durch Mitmachen sei es in der Gartenschau, als auch bei der räumlichen Aneignung wird erfahrbar und möglich. Die konsumierbaren Bestandteile sind die Landschaft und die Na-tur, die zu erarbeitenden Bestandteile sind die Kulturerlebnisse und die Bewegung im Raum.

    Der Entwurf verknüpft die historische Innenstadt und die Eremitage durch eine Grünverbindung miteinander und schafft einen weiten Übergang zum östlichen Landschaftsraum. Die Parkanlage bildet die vom Auslober benannten wichtigen Funktionen für die Bevölkerung ab.

    Flusslandschaft - Die dynamische Flussaue ist das prägnante energetische Bild, der Rote Main wird mäandrierend ange-legt, die auentypischen Lebensräume werden ausgebaut, inszeniert und erweitert. Die Befestigung der Ufer wird weitge-hend rückgebaut und der Baumbestand dem Ufer angepasst werden. Die alte, denkmalgeschützte Brücke am Roten Main bleibt unverändert erhalten und wird als geschichtliches Zitat belassen. Der Altarm wird insgesamt durch aufweiten und verengen renaturiert, so dass unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten entstehen. Die neuprofilierte und gestaltete Fluss- und Altarmlandschaft ermöglicht eine durchgängige, übergeordnete Fuß- und Radwegeverbindung anzubieten. Die natur-nahe Gestaltung des Baches als mäandrierendes Gewässer, mit Flach- und Steilufern, engem und weitem Grabenprofil, of-fenen und gehölzbestandenen Uferbereichen, wechselnden Wasserständen (nass bis trocken) bietet ein gutes Potential für Kompensation und Entwicklung dieses Landschaftsraumes zu einem prägenden Bestandteil der neuen Freizeit und Erho-lungslandschaft. Durch partielle Anhebung der Sohle und Schaffung eines naturnahen Bachbettes mit unterschiedlichen Tiefen und örtlichen Aufweitungen des Profils, Abflachung der Böschungen und Aufweitung der Grabensohle, entstehen Feuchtbereiche bzw. temporäre Kleingewässer. Diese variieren im Raum als Skulptur, als farbige Auenwiese, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Entlang der Uferwege werden Angebote zur Naturerfahrung und Vermittlung ausgebildet und the-matisch ausgearbeitet werden: - Lebenserfahrungs-, Spiel- und Lernraum Gewässer, Ufer, Tier und Pflanze. Die Patenschaft, Bereitschaft zur Mitwirkung der Fachverbände und Naturschutzvereine wird vorausgesetzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.