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  • DE-46049 Oberhausen
  • 05/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-74820)

Wohnpark Bebelstraße


  • 2. Preis

    Wiese der Nationen und AWO-Cafe

    Landschaftsarchitekten
    Förder Landschaftsarchitekten, Essen (DE), Luxembourg (LU) Büroprofil

    Erläuterungstext
    PROMENADENQUARTIER OBERHAUSEN LIRICH

    Die Stärkung eines nachbarschaftlichen Zusammenspiels und die Ausbildung einer neuen Identität zu einem Parkquartier steht im Mittelpunkt aller Entwurfsgedanken.
    Der defizitären Maßstäblichkeit der baulichen Struktur der Siedlung wird durch eine prägnante und selbstbewusste Freiraumplanung entgegengewirkt und eine wesentliche freiraumplanerische Grunderneuerung des gesamten städtebaulichen Areals angestrebt.
    Damit wird die Öffnung und Integration des Quartiers für den Stadtteil selbst angestrebt. Als städtebauliches Merkzeichen ensteht eine Landmarke in Anlehnung an den Förderturm der gegenüberliegenden Straßenseite.
    Für das Quartier selbst wird eine Zonierung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräumen vorgeschlagen um vor allem dem Anspruch des höchsten Gutes eines nachbarschaftlichen und international bunten Lebens Rechnung zu tragen, wie es die Grundphilosophie der sozialen Stadt NRW vorsieht.
    Gerade die eindeutige Zuordnung von Quartiersflächen trägt hier in bewährter Form zur Aneignung durch die Nutzer bei.

    Freiraumkonzept
    Als Antwort auf die Orthogonalität der Quartiersgrenzen sowie den vorgefundenen städtebaulichen Groß -Maßstab setzt die Freiraumplanung drei übergeordnete raumprägende Quartiersschwerpunkte unterschiedlichen Inhalts. Verbunden über eine Quartierspromenade geben sie dem Quartier ein neues Gesicht, Orientierung und Ruhe zugleich.
    Darüber hinaus werden an den bestehenden Anknüpfungspunkten des Quartiers drei neu gestaltete Quartierseinfahrten räumlich klar definiert, die über die reine Erschließungsfunktion hinaus auch Entreewirkung für das Areal haben.
    Der Charakter des Freiraumes zeigt sich an den Quartiersgrenzen eher städtisch während er im Innern des Quartiers parkartig geprägt ist. So weist die Lindenpromenade entlang der Bebelstraße einen steinernen Charakter mit dem klar definierten Endpunkt der Landmarke auf während die Quartierspromenade den kurzen Weg durch die parkartige Gestaltung des Inneren des Areals sucht.

    Quartiersschwerpunkt – Lindenpromenade
    Die Lindenpromenade bildet den räumlichen Abschluß des Quartiers zur Bebelstraße. Um eine Stufe erhaben zum angrenzenden Radweg verläuft das Band von Süd nach Nord wo der Unterstand der Haltestelle und die Landmarke platziert sind - das weithin sichtbare Merkzeichen des Quartiers. „Sehen und gesehen werden“ ist das Motto dieses Treffpunktes für Jugendliche. Flanieren, sitzen, skaten – alles geht auf dem farbigen Asphaltband mit der Jugendlounge, dem Skaterband und den Gräserinseln.

    Quartiersschwerpunkt – Wiese der Nationen
    Gerahmt von einem Platzspiegel befindet sich im Zentrum des Quartiers eine langgestreckte, großzügige Wiesenskulptur. In unterschiedliche Richtungen geneigt bietet sie Raum für alle Bewohner des Quartiers. Hinsichtlich ihrer Nutzungsmöglichkeiten ist sie ein wahrer Verwandlungskünstler: Treffpunkt für Familien, Liegewiese, Picknickfläche, Spielfläche für die Kleinen, alles ist möglich. Das Potential zum Fussballspiel hat sie aufgrund ihrer Schräglage und Wegeunterbrechungen jedoch nicht. Zierkirschen, Sitzstufen und Liegestühle bilden die Ausstattung dieser Fläche.

    Quartiersschwerpunkt – Spielanger
    Das nördliche Entree des Quartiers wird durch den Spielanger gebildet, eine langgestreckte Wiesenfläche, gerahmt von einem Platzspiegel. Ausgestattet mit Spielfeldern und Blütenbäumen ist sie der ideale Spielort für die jüngeren Schulkinder.

    Quartierspromenade
    Der „schnelle“ Verbindungsweg durchstreift das parkartige Innere des Areals und verknüpft die wesentlichen Quartiersschwerpunkte von der Lindenpromenade über die Wiese der Nationen bis hin zum Spielanger. Die Promenade bietet damit Orientierung und Raumerlebnis zugleich.

    Spiel- und Sportnutzung
    Das Angebot an Spiel- und Sportnutzungen umfasst alle Altersklassen. Altersspezifische Angebote finden sich nördlich des AWO Treffs für die Kleinsten in geschützter Lage mit einem Weidenlabyrinth, einem Wasserspielplatz, Schaukel, Balancierbalken und Rutsche. Der Spielanger beherbergt das Angebot für die Grundschüler mit einem Kletterfeld, Schaukel- und Ballspielfeld. Angebote für Jugendliche finden sich an der Lindenpromenade mit einem Skaterband, der Jugendlounge und dem Jugendtreff. Eine Sport- und Kommunikationsfläche für ältere Menschen befindet sich am südlichen Entree des Ensembles. Angebote für alle Altersklassen bietet insbesondere die zentrale Wiesenskulptur.

    Einbindung der Bewohner in die Freiraumkonzeption
    Mit der flächengreifenden Einbindung der Bewohner in das Freiraumkonzept möchte der Entwurf die Akzeptanz der Anlage durch die Bewohner als qualitativ hochwertiges Ensemble langfristig sichern. So erhalten alle Erdgeschosswohnungen zu beiden Seiten der Wohnungen großzügige Mietergärten,die niveaugleich zum Erdgeschoss ausgebildet werden. Die Gartenbegrenzung erfolgt über heckenbepflanzte Böschungen.
    Darüber hinaus sieht die Konzeption Gärten für die Obergeschosse in begrenzer Anzahl zur freien Vermietung vor.
    Besondere Bedeutung wird der räumlichen Ausdehnung des Bewohnertreffs der AWO in den Aussenraum beigemessen. In zentraler Lage erhält der Treff sowohl eine südorientierte Sonnenterrasse mit Pergola wie auch eine nordorientierte Schattenterasse. Wünschenwert wäre an dieser Stelle ein temporär bewirtschaftetes AWO Cafe.

    Grünstrukturen
    Das Konzept verfolgt die Idee des klar strukturierten, offenen, parkartigen Charakters mit urban geprägten Rändern. Die Anzahl der Bäume im Innern der Anlage wird dabei dezimiert was durch Neupflanzungen von hochstämmigen Bäumen in den Randbereichen ausgeglichen werden kann. Auch die Anzahl und Grösse der Pflanzflächen wird zugunsten weitläufiger Wiesenflächen dezimiert. Die Planung sieht lediglich niedrige Heckenpflanzungen zur Abtrennung der pivaten Gärten und einzelne Gräserfelder vor. Damit kann die Pflege der Grünflächen äußerst wirtschaftlich erfolgen.
    Lichtwege und Lichtspuren
    Die primären Elemente der Freiraumstruktur werden durch Licht akzentuiert und erlebbar gemacht. Wichtige Endpunkte werden im Sinne des Point de Vue illuminiert. Die Promenaden erhalten wegebegleitende Lichtstelen. Hinsichtlich der allgemeinen Sicherheit im Sinne der Kriminalprävention werden Parkplätze und Tiefgaragenaufgänge hinlänglich ausgeleuchtet.

    Verkehr und Entsorgung
    Die Erschließung des Quartiers erfolgt für den Individualverkehr über drei klar definierte Zufahrtsbereiche im Norden, Süden und Osten der Anlage mit Andienung der ober- und unterirdischen Stellplätze. Die Anzahl der Stellplätze wird im Osten des Quartiers über Schrägparker an der Bebelstraße gegenüber dem Bestand erhöht. In den anderen Bereichen bleibt die Stellplatzbilanz gegenüber dem Bestand unverändert.
    Auch die Fahrflächen innerhalb des Quartiers für Rettungs- und Müllfahrzeuge bleiben gegenüber dem Bestand mit Mindestbreiten von 4 m unverändert .

    Bauliche Ergänzungen im Quartier
    Als bauliche Ergänzungen sieht die Konzeption eine Landmarke, die Überdachung und Aufwertung der Tiefgaragenzugänge, eine Pergola am AWO Treff sowie eingehauste verschließbare Müllstandorte vor.

    Phasierung
    Die Umsetzung des Konzeptes kann sowohl als Ganzes wie auch in zeitlich gegliederten Bauabschnitten für die einzelnen Quartiersschwerpunkte erfolgen.



    Mitarbeit:
    Matthias Förder
    Natacha Chevreau
    Wili Landers

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 16.06.2011, 11:29
Zuletzt aktualisiert 24.06.2011, 17:21
Beitrags-ID 4-45638
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