loading
  • DE-73430 Aalen
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-59072)

EU-Leuchtturmprojekt Innovationszentrum Stadt Aalen


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Energieplaner: BLS Energieplan GmbH, Berlin (DE), Eisenhüttenstadt (DE), Greifswald (DE), Luxembourg (LU), Frankfurt a. M. (DE)
    Landschaftsarchitekten: Ernst + Partner, Trier (DE)

    Erläuterungstext
    Landmark
    Mit dem Bau des EU-Leuchtturmprojekts - Innovationszentrum Stadt Aalen - wird die
    Fachhochschule Aalen um einen wichtigen Baustein erweitert.
    Das geplante Gebäude integriert sich mit seinem Sockelgeschoss in die städtebaulich
    vorhandene, lineare Campusstruktur, zeigt aber Eigenständigkeit, einen eigenen
    Charakter.
    Durch seine zukunftsweisende Funktion als Mittler zwischen Wirtschaft, Öffentlichkeit
    und Hochschule sowie durch sein markantes Erscheinungsbild, setzt der Bau des
    Innovationszentrums ein weithin sichtbares Zeichen - eine Landmark.

    Der Ort
    Das Wettbewerbsgebiet schließt sich westlich an das Campusgelände an und liegt
    zwischen den FH-Gebäuden und der nahegelegenen B29.
    Der Footprint des Gebäudes ergibt sich als logische Konsequenz aus der vorhandenen
    Bebauungsstruktur und dem Zuschnitt des Planungsgebiets, des Baufeldes.
    Das Gebäude ist im nördlichen Bereich des Baufeldes verortet. Der
    Erschließungsstruktur des Campus folgend, befindet sich der zentrale Zugang des
    Gebäudes am Durchgang zwischen Hörsaalgebäude und Optik.

    Form follows function
    Das Raumprogramm sieht zweierlei Nutzungsarten vor. Laborräume unterschiedlichster
    Größe, sowie kleinere Büroeinheiten, die ihrerseits kombinierbar sein werden.
    Resultierend aus diesem Anforderungsprofil setzt sich das Gebäude aus zwei Volumina
    zusammen.
    Im zweigeschossigen Sockel befinden sich die „Großlabore“ sowie der
    Eingangsbereich mit Seminarräumen, Teeküche, sowie den notwendigen
    Nebenfunktionen.
    Durch das Ausnutzen des vorhandenen Geländeverlaufs können die im Untergeschoss
    angeordneten Labore angedient und natürlich belichtet werden.
    Auf dem zweigeschossigen Sockel lagernd, nimmt der fünfgeschossige Turm die
    geforderten Büroflächen sowie die Kleinlabore auf. Durch die horizontale Verschiebung
    des Turms über den Sockel hinaus, orientiert sich das Gebäude klar zum Campus und
    definiert eine eindeutige und Funktionale Eingangssituation.

    Materialität und Nachhaltigkeit
    Durch die verschiedenen Kubaturen und die Verwendung zweier Materialien, für Sockel
    und Turm, wird die Lesbarkeit des Gebäudes unterstützt.
    Der Sockel wird in einem Sichtbeton (Innen und Außen) realisiert. Dieses robuste,
    nachhaltige Material im Zusammenspiel mit den Profilglaselementen (Reglit o.ä.)
    unterstreicht den Werkstattcharakter und gibt den Laboren eine der Nutzung
    angemessene Atmosphäre.
    Die rationale Fassade des Turms spiegelt die klare innere Struktur der Geschosse
    wieder. Die gewählten Materialien Glas und Aluminium geben dem Gebäude einen der
    Nutzung angemessenen Charakter.
    Die umlaufend gleiche Fassadenstruktur ermöglicht ein Höchstmaß an
    Grundrissflexibilität.
    Das Verhältnis von geschlossenen und transparenten Fassadenflächen ermöglicht eine
    optimale Belichtung der einzelnen Büroeinheiten.

    Flexibilität und Erweiterbarkeit
    Die Grundstruktur beider Baukörper, Sockel und Turm basiert auf einem Raster von
    1,35 x 1,35 Meter. Dies ermöglicht ein Höchstmaß an Flexibilität.
    Hierdurch kann das Gebäude nachhaltig, über lange Zeit den wechselnden
    Anforderungsprofilen gerechtt werden.
    Aufgrund des variierenden Nutzungsprofils sind die Grundrisse beider Baukörper nach
    unterschiedlichen Grundrisstypologien konzipiert.
    Sockelgeschoss:
    Flurzone und Laboreinheiten liegen parallel zueinander.
    Außenwände und Flurwand nehmen tragende Funktionen auf und ermöglichen somit
    eine flexible Anordnung der Labortrennwände.
    Diese Struktur ermöglicht Problemlose ebenfalls eine vertikale Erweiterung dieses
    Gebäudeteils.
    Büroturm:
    Die horizontale Erschließung erfolgt über einen zentralgelegenen Kern, welcher
    ebenfalls die technische Versorgung beinhaltet.
    Eine umlaufende Flurfläche ermöglicht die Erschließung der einzelnen Büro-/
    Laboreinheiten.
    Fassade und Kern übernehmen die statische Tragfunktion. Alle Zwischenwände sind in
    Leichtbauweise konzipiert. Dies, und die auf das Raster abgestimmte
    Fassadenaufteilung ermöglicht eine flexible und nutzungsorientierte
    Grundrissgestaltung.
    Als kompakter Quader besitzt das Bürohaus ein günstiges Verhältnis von Gebäudehülle
    zu Rauminhalt. Die gut gedämmte Außenhülle und Fenster mit Dreifachverglasung
    minimieren Wärmeverluste.
    Über die Anordnung der Büros und Labore auf fünf Ebenen entsteht die Möglichkeit
    kleine, abgeschlossene Büroeinheiten zu generieren.
    Durch die Verteilung von Gemeinschaftsnutzungen (Teeküche, Multifunktionsraum,…)
    über alle Ebenen, wird die gewünschte Durchmischung und Kommunikation gefördert.

    Erschießung und Parken
    Das Gebäude wird über die vorhandenen Campusstraßen erschlossen. Zusätzlich wird
    das vorhandene Straßennetz um eine Anlieferungsstraße ergänzt, die auf dem Baufeld
    zwischen Innovationszentrum und B29, parallel zum Neubau verläuft.
    Die geforderten Parkplätze sind vor dem Gebäude entlang der Erschließungsstraße
    angeordnet.

    Phasierung
    Für zukünftige Erweiterungen des Innovationszentrums der Stadt Aalen kann die
    Basis/das Sockelgeschoß als Gleis/Schiene begriffen werden, auf der dann in loser
    Reihenfolge und Dimension weitere Türme gesetzt werden um weiteren Unternehmen
    Raum für ihre Innovationen zu geben.

    Energiekonzept
    Das neu zu errichtende Innovationszentrum Stadt Aalen soll bei der Energieversorgung
    und im Verbrauch einen innovativen Charakter besitzen, der sich in einer Zertifizierung
    nach DGNB-Silber dokumentiert.
    Gleichzeitig ist ein Standard für das Gebäude vorgegeben, der unter 25 % der EnEV
    2009 liegt.

    Energieversorgung
    Das Gebäude soll an das Nahwärmenetz eines vorhandenen BHKW angeschlossen
    werden. Um die oben angegebenen Standards über den Primärenergiefaktor zu
    erfüllen, sollte das gasbetriebene BHKW nach Wegfall der KWK-Zulage mit Bioerdgas
    (durchgeleitetes Biogas) versorgt werden.
    Soweit das BHKW die Effizienzkriterien erfüllt, ist mit dieser Lösung ein
    Primärenergiefaktor von 0,3 möglich.

    Energieverbrauch – Wärme
    Das Gebäude wird, da auf Lüftungsanlagen der Büroräume verzichtet werden soll,
    ohne Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der
    spezifische Energieverbrauch für Wärme wegen des aus hygienischen Gründen
    erforderlichen Lüftungswärmebedarfs bei 35 W/m² bzw. 60 kWh/m²,a liegt.

    Energieverbrauch – Kälte
    Eine Kältemaschine ist nicht vorgesehen, da die Büroräume eine natürliche Lüftung
    enthalten und nur die Konferenzräume eine Be- und Entlüftung haben und dies in den
    Laboren nur optional vorgesehen ist.
    Daher wird eine adiabate Kühlung gemäß Anlage vorgesehen. Diese Kühlung basiert
    auf dem Prinzip der Entstehung von Kälte bei der Verdunstung von Wasser. Hierfür wird
    Regenwasser verwendet, das dem Wärmetauscher zur Verdunstung zugeführt wird.
    Diese Methode spart die Investition für eine Kältemaschine sowie Strom auf der
    Betriebskostenseite ein.

    Energieverbrauch – Elektro
    Die beeinflussbaren Faktoren sind die Beleuchtung und die Optimierung aus
    Fenstergröße und Raumtiefe zur Vergrößerung des Anteils an natürlicher Beleuchtung.
    Die Beleuchtung erfolgt im Flur und öffentlichen Bereichen über Anoden, die über
    Präsenzmelder geschaltet sind.

    Energieverbrauch - Sanitär
    Der in einem Bürogebäude schon niedrige Wasserverbrauch wird über wassersparende
    Armaturen optimiert. Es wird nur Kaltwasser im Toilettenbecken zur Verfügung gestellt.

    Lüftungstechnische Ausstattung
    Für die Labore werden lüftungstechnische Anlagen für Zu- und Abluft vorgehalten. Die
    Lüftungsanlage wird zu der adiabaten Kühlung geführt, die bei Bedarf erweiterbar ist.
    Die Zuführung der Kanäle erfolgt über die Flure und wird sichtbar im Flurbereich der
    Labore angeordnet.

    Digestorien
    Digestorien werden nur in Laboren für Chemie/Werkstoffe/Kunststoffe vorgesehen und
    Vorhaltung für alle Labore ist möglich.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 19.07.2011, 15:21
Zuletzt aktualisiert 14.08.2013, 10:00
Beitrags-ID 4-46327
Seitenaufrufe 912