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  • ein 1. Preis Zur Überarbeitung aufgefordert

    neue städtebauliche Situation des Oertelplatzes

    Architekten
    Maisch Wolf Architekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: realgrün Landschaftsarchitekten, München (DE)

    Preisgeld
    11.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept

    Die zentrale Aufgabe ist die Akzentuierung des Örtelplatzes als städtebauliche Mitte Allachs. Neben einem Quartierszentrum als Standort für Einzelhandel, Dienstleistung sowie Gastronomie soll unter Berücksichtigung der gewachsenen örtlichen Struktur auch eine immissionsgeschützte Wohnbebauung mit attraktiven Freiflächen entwickelt werden.

    Der Rückbau der Lautenschlägerstraße und die verkehrliche Neuordnung der Haupterschließungsstraße nach Osten zwischen Gewerbe und Wohnen ermöglichen eine klare Struktur innerhalb des Quartiers und optimale Entwicklungsräume für die unterschiedlichen Funktionsbereiche.

    Der Örtelplatz mit dem Bahnhof erhält als räumlichen Abschluss zu den Bahngleisen zeichenhafte bauliche Seitenflügel. Im EG sind Shops für die Nahversorgung, kleine äden, Gastronomie, Kiosk, etc., in den oberen Geschossen befinden sich Dienstleistungsflächen für Praxen, Büros, Kanzleien, usw.

    Im Anschluss entwickelt sich nach Süden hin ein „Gewerbeband“ mit großflächigen Einzelhandelsflächen für Fachmärkte und einen Lebensmittelvollsortimenter. Um die Fassade dieses Einkaufszentrum entlang der neuen Straße maßstäblich gliedern zu können, werden hier untergeordnete Gebäuderiegel für Dienstleistungs- oder Forschungs-
    und Entwicklungsbetriebe in die Bebauung integriert. Im Süden liegt der große Anlieferhof für den Lebensmittelvollsortimenter. Die Neuordnung des Verkehrs ermöglicht eine weitere zusätzliche gut erreichbare Anlieferung für die Fachmärkte auf der Längsseite des
    Einkaufszentrums. Hier sind auch die Zu- und Abfahrten zu den Tiefgaragen für den Einzelhandel und P+R verkehrstechnisch günstig angeordnet. Die leicht auffindbare P+R-Garage ist auf kurzem Wege an den Bahnhof angebunden.

    Von der verkehrlichen Neuordnung profitiert am meisten die Wohnbebauung auf den Teilflächen 1+2. Nach Westen hin können sich immissionsgeschützt großzügige Wohnhöfe mit hochqualitativen Freiflächen entwickeln. Dreigeschossige Wohngebäude werden von der Ausrichtung, Typologie und Höhenentwicklung so konzipiert, dass
    zeitgemäße Wohnverhältnisse mit sehr guten Tageslichtbedingungen entstehen. Die Stellplätze für die Wohnnutzung sind in Tiefgaragen entlang der neuen Erschließungsstraße angeordnet. In einem der Wohnhöfe liegt auch die Kinderkrippe für 3 bis 4 Gruppen mit der erforderlichen Freispielfläche.
    Im südlichen Bereich an der Hintermeierstraße schirmt ein Baukörper mit gewerblicher Nutzung die Wohnbebauung zum angrenzenden Gewerbegebiet baulich ab.

    Freiraumplanerisches Konzept

    Ziel des vorgeschlagenen Gestaltungskonzeptes ist die städtebauliche und reiraumplanerische Aufwertung und Neubestimmung des Oertelplatzes. Die Herstellung eines ablesbaren Quartierzentrums im übergeordneten städtebaulichen Kontext ist entwurfsbestimmend. Der Entwurfsaufgabe folgend wird ein identitätsstiftender, multifunktionaler Platzraum für das Quartier geschaffen. Seiner Zentrumsfunktion entsprechend partizipieren alle angelagerten „Akteure“ an den neu geschaffenen Atmosphären und Aufenthaltsqualitäten des Platzraumes.
    Die funktionale Ausprägung eines Bahnhofsvorplatzes wird mit intensiv gestalteten Zonen verwoben und somit in ein lebendiges Quartierzentrum überführt.
    Die Integration und Weiterentwicklung ortsbildprägender Bestandstrukturen, wie das alte Postgebäude, der Hochbunker und die schützenswerten Baumbestände tragen in hohem Masse zur nachhaltigen Entwicklung und Identitätsbildung des Quartiers bei.
    Infrastrukturelemente, wie Bushaltestellen, Taxistände und Kurzzeitparkplätze werden integrative Bestandteile der straßenübergreifenden Platzfläche.
    Langgestreckte Sitzelemente als Sonnen- und Schattenplätze unter Bäumen, ein Wassertisch und qualitätvolle Aussengastronomieflächen laden zum Verweilen ein oder dienen als Warte- und Aufenthaltszonen für den ÖPNV.
    Durch die vorgeschlagene verkehrliche Neuordnung, mit Rückbau der Lautenschlägerstrasse als untergeordnete Wohn- und Anliegerstrasse innerhalb der bestehenden Straßenbegrenzungslinien und einer Verlagerung der Erschließungsverkehre des Quartierzentrums und des P+R- Bereiches auf die nach Norden abgewinkelte Hintermeierstrasse wird eine klare städtebauliche Gliederung und
    Zuordnung von Wohnen und gewerblicher Nutzung erreicht. Wohnungsbezogene Freiflächen, Kinderspielbereiche und öffentliche Grünflächen können abseits der Haupterschließungsstrassen qualitätvoll entwickelt werden.
    Neue Quartierwege für Radfahrer und Fußgänger verknüpfen in Verbindung mit der rückgebauten Lautenschlägerstrasse und dem übergeordneten Rad- Fußweg entlang der Gleistrasse das Quartier und den umgebenden Siedlungsraum mit dem übergeordneten
    Erschließungsstrukturen.


    Überarbeitung 1. Preis

    Die prämierte Wettbewerbsarbeit wird im Rahmen der Überarbeitung in ihren wesentlichen Aussagen beibehalten. Das Preisgericht würdigte die Selbstverständlichkeit dieser Wettbewerbsarbeit mit der klaren städtebaulichen Struktur, der Verteilung der notwendigen Verkehre innerhalb des Quartiers und der hohen Wohnqualität des
    neuen Wohnbebauung im Südwesten. Anmerkungen des Preisgerichts wurden in folgenden Punkten überarbeitet:

    Oertelplatz und ÖPNV

    Für den Bereich des Oertelplatzes schlagen wir nach intensiverAbstimmung mit der erkehrsplanung und der MVG folgendes neues Verkehrskonzept vor. Die Zusammenführung der Vasaliusstraße, der Georg-Reismüller-Straße und der neuen Erschließungsstraße ist nun als klare Verkehrskreuzung am Oertelplatz ausformuliert. Der Busverkehr mit seinen Haltestellen wird nun übersichtlich auf der
    nördlichen Hälfte des Oertelplatzes über eine Umfahrungs- oder Wendeschleife (unter Einhaltung der notwendigen Schleppkurven) organisiert. Der wertvolle Baumbestand und die geplanten baulichen Raumkanten des Oertelplatzes können somit erhalten werden, der Platz erfährt somit eine stärkere Belebung. Diese Maßnahmen
    erlauben die Abhängung der bestehenden Lautenschlägerstraße von der Vasaliusstraße. Somit wird der Bereich um den ehemaligen Bunker - geplante Hotelnutzung - aufgewertet.
    Der Oertelplatz als städtebauliche Mitte Allachs wird somit als Kristallisationspunkt des Quartiers gestärkt.

    Alte Lautenschlägerstraße - Aufwertung

    Die Lautenschlägerstraße wird als Wohn- und Anliegerstraße innerhalb des bestehenden Straßenprofils aufgewertet und durch Grünstreifen mit Baumpflanzungen und Längsparkplätzen für Anwohner und Besucher ergänzt. Die Durchfahrtsverbindung zur
    Vasaliusstraße kann durch die verkehrliche Neuordnung am Oertelplatz aufgegeben werden.

    Neue Lautenschläger - Erschließungsstraße

    Das Profil der neuen Erschließungsstraße wird durch Grünstreifen und durch Vor- und Rücksprünge des Einzelhandel-Baukörpers gegliedert. Durchgesteckte Fachmärkte und Baukörper mit Dienstleistung und gewerblicher Nutzung beleben das Straßenbild. Die Tiefgaragenzu- und -abfahrten werden für die Wohnbebauung auf das notwendige
    Maß reduziert. Seiteneingang Ladenpassage und seitliche Anlieferung
    Der seitliche Zu- und Ausgang der Ladenpassage nimmt nun auf die Fußwegeführung des Wohnquartiers Rücksicht. Dadurch werden auch die seitliche Anlieferungs- und die Tiefgaragenzu- und - abfahrtssituation verbessert.

    Neue Situation im Süden des Wohnquartiers
    Der geplante Gewerberiegel im Süden wird durch den zweigeschossigen Neubau der Kindertagesstätte ersetzt. Diese orientiert sich mit ihren Gruppenräumen schallgeschützt) zu einer Angerfläche hin, die im Bereich der fußläufigen Verbindung von der Robert-Hartig-Straße zur Hintermeierstraße neu angelegt wird. Somit
    werden die stadträumliche Situation im Süden und die Wohnqualität in den Wohnhöfen nochmals gesteigert.


    MAISCH WOLF ARCHITEKTEN

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.