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  • 3. Preis

    © ASTOC

    Stadtplaner
    ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Keller Damm Kollegen GmbH Landschaftsarchitekten Stadtplaner, München (DE)

    Erläuterungstext
    Der Bereich um den Oertelplatz bietet aufgrund seiner zentralen Lage in Allach die Chance, als neues Stadtteilzentrum entwickelt zu werden. Ziel der Entwicklung dieses Standortes ist die Mischung unterschiedlicher Nutzungen und Typologien zu einem für den Ort eigenständigen Stadtquartier, mit abwechslungsreichen öffentlichen und privaten Außenräumen.

    Diese für ein Stadtteilzentrum wichtige und als Reaktion auf die heterogene Umgebung notwendige Mischung unterschiedlicher Nutzungen und Typologien stellt eine Herausforderung an die Planung dar. Die direkte Nachbarschaft von Wohnen, Dienstleistungsangeboten und Einzelhandelseinrichtungen birgt Konflikte, sie kann aber auch als Chance für die Entwicklung eines lebendigen Stadtquartiers gesehen werden.

    Die Maßstäblichkeit der geplanten Gebäude muss sich dabei an den vorhandenen Strukturen des Ortes orientieren. Das städtebauliche Konzept sieht insbesondere für die vorgesehenen Einzelhandelsgebäude eine Interaktion mit der Umgebung vor, über die teilweise Öffnung von Ladenzonen nach aussen und die Gliederung der geschlossenen Handelsfasssaden.

    Als Verknüpfung der Funktionen dient der zentral gelegene Freiraum, der einerseits der angrenzenden Wohnbebauung ausreichend öffentliche Freiflächen zur Verfügung stellt, andererseits die lange geschlossene Handelsfassade mittels vorgelagerter Funktionen wie Begrünung, Bewässerung oder über Freizeitangebote in den öffentlichen Raum mit einbezieht. Die Zonierung des Areals sieht im Osten - entlang der Bahn und als Lärmschutz - eine Handelsbebauung vor. Diese Bebauung erstreckt sich in mehreren Abschnitten vom Oertelplatz im Norden bis hin zu einem im Süden des Areals gelegenen Dienstleistungsgebäude, daß den Übergang zu den bestehenden Gewerbebetrieben südlich der Entwicklungsflächen darstellt.

    Im Westen werden Wohnhöfe vorgeschlagen, die den Übergang zu der bestehenden Wohnbebauung herstellen. Die Wohnhöfe geben der Lautenschlägerstraße eine neue räumliche Fassung und orientieren sich zur Straße hin. Im Norden bekommt der Oertelplatz durch Handels- und Dienstleistungsgebäude sowie die Gestaltung des Platzes ein neues Gesicht und eine räumliche Fassung. Die bestehenden Bushaltepunkte werden optimiert, ein Pavillon auf dem Platz beherbergt die notwendigen Fahrradstellplätze.

    Der Oertelplatz wird durch eine neue bauliche Kante im Osten und von Süden her gefasst und als Platz mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet. Dieser Platz hat direkten Anschluss an den Zugang zum Bahnhaltepunkt Allach. Nördlich davon wird die heute schon vorhandene Bushaltestelle erweitert und neu gestaltet, wobei diesem Bereich des Oertelplatzes eine eher funktionale Rolle zukommt. Die Busverbindungen werden hierdurch in sämtliche Richtungen verbessert und sind zentral auffindbar.

    Zentraler Freiraum
    Der zentrale öffentliche Freiraum entwickelt sich aus der vom Hotelturm kommenden Gasse entlang des Handelsgebäudes. Der geschlossenen Außenwand werden Funktionen wie eine Kletterwand oder die Spiel-Arena vorgelagert und beziehen so die Wand in die Konzeption mit ein. Das Wegesystem verbindet die öffentlichen Flächen mit den privaten Freiräumen und setzt sich durch das Dienstleistungsgebäude weiter nach Süden bis zur Bahnunterführung fort.

    Erschließung
    Die im Westen gelegenen Wohnhofe haben Ihre Adresse an der Lautenschlägerstraße und werden von dieser über Zufahrten in gemeinsame Tiefgaragen erschlossen.
    Das Dienstleistungsgebäude im Süden wird von der Hintermeierstraße erschlossen, ein platzartiger Vorbereich bietet ausreichend Fläche für die Unterbringung von oberirdischen Stellplätzen und als Vorfahrt für mögliche gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss.
    Die Hintermeierstraße wird bis zum Handelsgebäude verlängert und der Kreisverkehr verlagert, so dass der zukünftige Anlieferungsverkehr ausreichend Platz zum rangieren hat. Die nördlich daran angrenzende Anlieferungsgasse und Zufahrt für den Kundenverkehr liegt auf privater Fläche.

    Die dem Handel zugewiesenen Tiefgaragenstellplätze können sowohl von Norden, über die Zufahrt zum Park&Ride Parkplatz durch eine Verbindung der Tiefgaragen erreicht werden, als auch von Süden über die Hintermeierstraße. Dies führt zu einer Verteilung der Verkehrsströme und Entlastung des bestehenden Netzes.

    Wohnhöfe
    Private, gegenüber dem umgebenden öffentlichen Raum erhöhten Innenhöfe grenzen sich durch dicke Pflanzkissen von der Umgebung ab und schaffen so private Rückzugsräume. Vorgesehen ist eine Dreigeschossigkeit der Gebäude, wobei das letzte Geschoss zurückgesetzt ist und nach Süden orientierte Terrassen ermöglicht. Entlang der Lautenschlägerstraße sind die oberen Geschosse ebenfalls eingerückt, die Traufhöhe nimmt dadurch Bezug zur Umgebungsbebauung.

    Kindertagesstätte
    Die Kindertagestätte ist im Inneren des Quartiers angeordnet, geschützt vor den Lärmeinwirkungen der Bahn und mit direktem Anschluss an den zentralen Freiraum. Sie ist im Erdgeschoss des südlichen Wohngebäudes untergebracht, mit Zugängen von der Straße und über einen halböffentlichen Innenhof von Osten. Die ausreichend große Außenspielfläche der Kita schließt den Grünzug im Süden räumlich ab und verbindet das System aus privaten und öffentlichen Flächen.

    Handelsgebäude
    Der Einzelhandel ist in mehreren eingeschossigen Gebäuden untergebracht, die über eine Gasse miteinander verbunden ist. Diese Gasse soll als halböffentlicher Raum eine Verbindung von Oertelplatz und westlich angrenzender Wohnbebauung herstellen, wobei eine Überdachung denkbar ist. In dieser Gasse ist eine zentral gelegen Rolltreppe angeordnet, die die unterirdischen Kundenparkplätze mit den Handelseinrichtungen verbindet und außerhalb der Öffnungszeiten abschließbar ist. Auf Teilfläche 2 ist eine Kombination von Handel im Erdgeschoss und darüber liegender Wohnbebauung vorgesehen. Die vom Hotelturm kommenden Gasse entlang des Handelsgebäudes ist als Fussgängerzone gestaltet und verbindet neben den Einzelhandelseinrichtungen den Oertelplatz im Norden mit dem zentralen Freiraum im Inneren des Quartiers.

    Die Grundstücke entlang der Lautenschlägerstraße auf der „Teilfläche 2“ können in einer ersten Entwicklungstufe bestehen bleiben. Das Gesamtkonzept sieht die Möglichkeit einer stufenweisen Entwicklung vor. Die südlich dieser Grundstück geplanten Wohnhöfe können unabhängig davon entwickelt werden. Die Einzelhandelsbebauung bietet die Möglichkeit einen ersten Bauabschnitt mit Rücksicht auf die Bestandsgrundstücke zu entwickeln.

    Im Endausbau werden an die geschlossene westliche Fassade der Handelbebauung (Brandwand) die restlichen Ladeneinheiten angebaut, die sich dann nach aussen hin orientieren und auch vom Platz angedient werden können.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.