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  • DE-13355 Berlin
  • 12/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8366)

Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße


  • 2. Rundgang

    Perspektive Infopavillon Gedenkstätte

    Architekten
    Swillus Architekten, Werder / Havel (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Joachim Swillus , Steffan Robel

    Erläuterungstext
    Infopavillon Gedenkstätte Berliner Mauer

    Konzept. An der Position des Infopavillons auf Westberliner Seite ist die Mauer als direktes Gegenüber verschwunden. Der Rundweg startet am Ort der aufgelösten und abgetragenen Mauer. Die ersten Fragmente der Mauer, auf die der Besucher beim Rundgang stößt, weissen markante Spuren der „Mauerspechte“ auf und erinnern an den Prozess des physischen Abtrags einer Grenze, die lange das Symbol für die Teilung Deutschlands und der Welt war. Nach dem Fall der Mauer wurden Bruchstücke der Mauer zum begehrten Souvenir, das mit Zertifikat als Erinnerungsstück in alle Welt exportiert wurde.

    Die Hülle des Infopavillons aus mattiertem Edelstahl greift die Materialität der Gedenkstätte auf. Edelstahl versinnbild-licht dort die Fortsetzung des Mauerstreifens als diffuse Spiegelung durch die Projektion des Ausschnittes. Die Fassade des Infopavillons reflektiert dahingegen die Leere des Mauerstreifens und der durch den Mauerfall veränderten Umgebung und verweist auf die abwesende Mauer. Die Perforation der Hülle stellt eine ikonographische Verknüpfung zu den dislozierten Souvenirs der Berliner Mauer her.

    Städtebau. Die städtebauliche Setzung des Infopavillons sieht eine Ausrichtung des Körpers parallel zur Gartenstraße vor. Der Pavillon wird ideell und räumlich an den Gedenkort angebunden. Die Ausrichtung nimmt Bezug auf den ehemals um 90 Grad abknickenden Mauerverlauf an der Ecke Bernauer Str. / Gartenstraße. Der Pavillon orientiert sich als „Kopfbau“ zur Bernauer Straße und liegt, wie das Dokumentationszentrum, parallel zum ehemaligen Mauerverlauf. Die Platzfläche bietet einen großzügigen Startpunkt für Fuß- und Radgruppen.

    Gebäudeorganisation. Der Infopavillon besteht aus einer Addition von Funktionsschichten mit umschließender Hülle. Diese Schichten bilden die Anfangssequenz der Themenbänder. Die Funktionen des Pavillons sind analog den Themenbänder linear organisiert. Die Hierarchie der Organisation bestimmt die Verweildauer der Besucher: Foyer: 5 Min., Foyer& Film: 15 Min., Foyer& Film & Vortrag incl. Cafe: 45 Min.
    Um einen reibungslosen Serviceablauf zu ermöglichen sind alle besucherintensiven Funktionen ebenerdig organisiert. Der Eingang liegt gut sichtbar für die ankommenden Besucher zur Bernauer Straße. Über den überdachten Außenbe-reich, innerhalb der Hülle als Vorzone, betreten die Besucher das Foyer mit Information und Rezeption. Zum Foyer öffnet sich der Buchladen mit einführenden Büchern im EG und vertiefenden Publikationen in der oberen Ebene. Ein separater Eingang ermöglicht den Betrieb des Ladens auch außerhalb der Öffnungszeiten der Information. Die Zirkulation der Besucher durch das Gebäude erfolgt gegen den Urzeigersinn. Nach einer Zwischenzone mit Toiletten (EG+UG) und Garderobe folgt der Filmraum mit zuschaltbarem großem Gruppenraum. Diese Raumschichten haben raumhohe zur Hülle öffen-/verschiebbare Wandelemente, die veranstaltungsabhängig eine maximale Öffnung zu den Erschließungsflächen erlauben oder konzentrierte Veranstaltungen ermöglichen. Die separate Nutzung/ Vermietung des Film- und großen Gruppenraumes für externe Veranstaltungen unabhängig vom Betrieb des Infopavillons bzw. Abends ist denkbar. Die den öffentlichen Bereich des Gebäudes abschließende Raumschicht bildet das Automatencafe mit dem kleinen Gruppenraum. Im oberen Geschoß über kleinem Gruppenraum und Lager befindet sich der administra-tive Bereich mit Büro, Aufenthalt für die Referenten und WC/ Umkleiden. Dieser Bereich verfügt wie das Lager über einen separaten Zugang der Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten der Information gewährleistet.
    Die Zirkulation durch das Gebäude kann bei höherem, saisonalem Besucheraufkommen während der warmen Jahreszeit durch zusätzliche Ausgänge angepasst werden.
    Um eine ausreichende Belichtung der Aufenthaltsräume zu gewährleisten sind öffenbare Elemente der Fassade für diese Räume eingeplant.

    Materialität. Die Hülle besteht aus mattierten, mit Mauerbruchstück-Icons per Laserschnitt perforierten Edelstahlplat-ten vor einer Isolierglasfassade. Die Oberflächen der Raumschichten bestehen aus rötlich beschichteten Multiplexplat-ten, wie bereits im Dokumentationszentrum eingesetzt. Die Materialfarbe stellt einen Bezug zum bestehenden Dokumentationszentrum sowie den neuen Ausstellungsskulpturen und Informationspaneelen her.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.