loading
  • DE-28217 Bremen
  • 01/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-84339)

Neubau von zwei Bürogebäuden am Stephanitorsbollwerk


  • Teilnahme

    kein Bild vorhanden
    Architekten
    WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA, Bremen (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Städtebau:

    Leitbild für die städtebauliche Ordnung des erweiterten Wettbewerbsgebietes war die Entwicklung eines Quartiers mit eigenem Charakter und übergeordneter Einbindung in die Überseestadt.
    Die neue Bebauung entwickelt sich entlang der Strasse auf der Muggeburg mit 5 -geschossigen, straßenparallelen dicht angeordneten Baukörpern und entlang des Weserufers mit 5 - geschossigen Durchblick bietenden Porthäusern.
    Durch die versetzte Anordnung der Gebäude ergeben sich sowohl für die Gebäude in 2. Reihe, wie auch für den inneren neuen Erschließungsraum eine Vielzahl von Durchblicken und Ausblicken auf die Weser.
    Die neue Erschließungsstraße verläuft parallel zur Weser, alle Gebäude des neuen Energiequartiers werden aus der Mitte des Quartiers über diese neue Strasse erschlossen.
    Querungen und raumbildende Grünflächen zonieren die Straße und den öffentlichen Freiraum. Innerhalb dieser Zonen ist auch der ruhende Verkehr untergebracht. Ein Parkhaus für das neue Gebiet ist nicht geplant, der ruhende Verkehr kann durch den Geländeversprung kostengünstig in Tiefgaragen in den einzelnen Gebäuden organisiert werden.
    Fussgänger haben vielfältige Möglichkeit entlang der Porthäuser direkt an die Weser zu gelangen.
    Die beiden neuen Bürogebäude bilden durch die baukörperliche Überhöhung und die stadträumliche Verengung den Auftakt des neuen Quartiers.


    Städtebauliche Einbindung

    Die Gebäudekubatur der neuen Bürogebäude stellt eine Fortsetzung der städtebaulichen Taktung dar und ermöglicht somit dem Kanzleigebäude, welches sich in 2. Reihe befindet, den Ausblick auf die Weser.
    Adresse und Zugangssituation der Gebäude erfolgt über die Straße Stephanitorsbollwerk, um eine Hervorhebung der beiden Gebäude im Ensemble des Quartiers darzustellen.
    Gleichermaßen wird somit eine identitätsprägende Adressenbildung ermöglicht unter Berücksichtigung des Fortbestands der Kellogg’s-Logistikhalle.
    Die Gebäude reagieren in ihrer Höhe mit 6 Geschossen auf die geplante Bebauung am Ostende des Europaparks. Mäandrierend staffeln die Gebäude ihre Höhe herunter auf 3 bzw. 4 Geschosse, um der geplanten Bebauung im Quartier einerseits als auch der überwiegenden Bebauungshöhe in der Überseestadt andererseits gerecht zu werden.


    Innere Organisation der Häuser

    Beide Häuser werden auf Grundlage eines Hoftypus entworfen und ermöglichen damit die Organisation von neuen Arbeitswelten um einen Lichthof herum. Prägendes Element dieser neuen Arbeitswelten sind in beiden Häusern die durch die Lichthöfe hervorgehobenen kommunikativen Bereiche. Die Nutzer der Häuser erleben die Gebäude somit immer wieder aufs Neue und dennoch stetig über den gleichen Innenhof mit einem hohen Orientierungswert. Einblicke in die Arbeitswelten des Unternehmens einerseits und Ausblicke auf die Weser andererseits prägen den Charakter der räumlichen Bezüge innerhalb eines Hauses. Differenzierte Baukörpertiefen und wechselnde Anordnung der Gebäudeflügel ermöglichen somit verschiedenste Arbeitsformen für klassische Einzelbüros, Kombibüros und Großraumbüros.

    Der Geländeversprung am Weserufer ermöglicht für das WPD - Gebäude eine Anhebung der öffentlichen Funktionen auf das 1. Obergeschoss und die Unterbringung des ruhenden Verkehrs im Sockelgeschoss, welches aus der neuen Erschließungsstraße erschlossen wird. Dem Besucher wird somit ein Höchstmaß an repräsentativem Empfang von der Platzsituation am Stephanitorsbollwerk geboten, welcher sich bis in den Konferenzraum ins 1.OG mit Blick auf die Weser fortsetzt.


    Gestaltung

    Die Fassadensprache der beiden Gebäude entspricht seiner inhaltlichen Verwandtschaft der Arbeitswelten:
    Ein über beide Gebäude gespanntes Fassadenraster reagiert auf die optimale Flexibilität der dahinterliegenden Arbeitswelten und stellt ein Grundmodul der Fassadenordnung über alle Geschosse dar.
    In der 2. Ordnung des Fassadenbildes wird an beiden Gebäuden ein sehr differenziertes Spiel dieser strengen Struktur mit folgenden Mitteln erreicht:
    Kanzleigebäude: Eine vor die klassische Fensterkonstruktion diagonal über die Leibungstiefe gestellte Prallscheibe lässt ein facettenreiches Wechselspiel in der Fassadenstruktur entstehen und die Strenge des Ordnungsprinzips brechen. Die Prallscheibe bietet darüber hinaus zu jeder Jahreszeit Möglichkeiten der natürlichen Be- und Entlüftung und bietet Raum für den äußeren Sonnenschutz im Scheibenzwischenraum.
    WPD-Gebäude: Die schräggestellten perforierten Leibungsbleche ermöglichen eine natürliche Be- und Entlüftung zu jeder Jahreszeit durch den dahinterliegenden Öffnungsflügel und dienen gleichzeitig als Absturzsicherung.

    Die Fassadenelemente werden bei beiden Häusern als Weißbetonfertigteile hergestellt und reagieren somit auf die hafentypologischen Vorbilder früherer Gewerbearchitekturen.


    Wirtschaftlichkeit:

    Das gewählte Konstruktionsraster ermöglicht ein darauf aufbauendes frei wählbares Ausbauraster im Rhythmus von 1,25 m. Die Spannweiten sind mit herkömmlichen und wirtschaftlichen Bewehrungsanteilen herstellbar. Die Fassade ist durchgängig mit einheitlichen Fenster- bzw. Fassadenmodulen ohne die Verwendung von Sonderbauteilen herstellbar.
    Das konstruktive Gerüst des Hauses berücksichtigt die Verwendung überwiegend in Fertigteilbauweise herstellbarer und vorkonfektionierbarer Stahlbetonelemente.
    Das schräg gestellte Windschild vor den Fenstern des Kanzleigebäudes ermöglicht das natürliche Be- und Entlüften der dahinter befindlichen Räume und bietet ausreichend Schutz für den dazwischen liegenden - und somit vor Windeingriffen geschützten - außen liegenden Sonnenschutz.
    Im WPD-Gebäude wird dieser Schutz durch die schrägen perforierten Leibungsbleche gewährleistet.
    Die thermische Hülle befindet sich durchgängig in der hinteren Tiefe des Leibungsfeldes, nur das gläserne bzw. metallene Windschild folgt der gestalterisch alternierenden Fassadenschuppung.
    Die Dachfläche des Hauses bietet gleichermaßen Aufstellflächen für Photovoltaikanlagen zur Stromeinspeisung und Solarthermiemodulen zur Brauchwasserwärmung und Heizungsunterstützung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 08.09.2011, 17:49
Zuletzt aktualisiert 09.09.2011, 10:07
Beitrags-ID 4-48000
Seitenaufrufe 685