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  • AT-3100 St. Poelten
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-89586)

LTEINS®


  • 1. Preis

    Visualisierung: expressiv.at

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    STADTHAUS - PROTOTYP

    Das neue Büro- und Geschäftshaus gehört zur Familie der freistehenden Villen in seiner Nachbarschaft.
    Durch sparsame Verformungen des Grundbaukörpers wird die umliegende städtebauliche Struktur aktiv beeinflusst:

    Ein Knick in der Gesamtform stellt allseitig den Bezug zur Umgebung her, konsolidiert die angrenzenden Straßenzüge und schafft einen benutzbaren Vorplatz.
    Die Rückstaffelung der Geschosse an den Schmalseiten nimmt auf unterschiedliche Größen und Belichtungsbedürfnisse der Nachbarhäuser Rücksicht, verbessert den Zusammenhalt der umliegenden Straßen und gibt dem Gebäude eine eigenständige Form.

    In seinem Inneren wird das Gebäude durch das Foyer geprägt, das mit seinen mehrgeschossigen Lufträumen das kommunikative Zentrum bildet.
    Die daran angeschlossenen Nutzflächen sind dank ihrer strukturellen Offenheit nutzungsneutral und damit individuell gestaltbar.

    Die Gliederung der Fassade weist das Gebäude als einen zeitgenössischen Nachfahren der benachbarten Barockbebauung aus.
    Als „Stadt-Regal“ nutzt es die Vielfalt seines Innenlebens, um den nötigen Detailreichtum in der Fassade zu erreichen, den es für ein lebendiges Straßenbild braucht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf zielt darauf ab, am signifikanten Standort .Linzertor' ein vertikal nutzungsgemischtes und langfristig für verschiedene Nutzungsszenarien offenes "Stadthaus" zu entwickeln. Dabei tritt das Erdgeschoß in unmittelbaren Kontakt mit den öffentlichen Stadträumen und erweitert diese. Der Dialog zwischen dem Innen und Außen im Erdgeschoß ist über die dargestellte Lösung hinaus noch entwicklungsfähig (Rücksprünge, .Arkaolerunqen", temporäre Öffnungen, Durchlässigkeiten usw). Dieser konzeptionelle Ansatz bestimmt sowohl die strukturelle Offenheit der Geschoßgrundrisse, wie den Charakter der Fassaden als "Stadtregale" , die immer wieder unterschiedlich gefüllt werden können. Die Transparenz der Fassaden garantiert, dass die Belebung dieser baulichräumlichen Struktur vom öffentlichen Raum aus lesbar wird. Dieses Konzept führt zu einem lebendigen Erscheinungsbild, das als "analoge Medienfassade" zu werten ist. So wird an diesem Standort eine zukunftsweisende urbane Qualität etabliert. Die
    Beschattungsproblematik ist im Zusammenhang mit der Fassadengestaltung noch zu lösen, ohne dass der Charakter des äußeren Erscheinungsbildes in Frage gestellt werden soll. Ein präzise positioniertes, nicht gestaffeltes vertikales Fassadenelement befindet sich in der Blickachse von der Linzerstraße stadtauswärts unmittelbar an der Gebäudekante und ist an dieser Stelle im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Gebäudehöhe signifikant und wichtig. Im Unterschied dazu entstehen durch die sensible Staffelung der Geschoße, sowohl zum Solitär der HTL hin, als auch in der Flucht der Josefstraße interessante
    räumliche Aufweitungen. Das Prinzip der Rückstaffelung wird nicht nur auf die Dachzone beschränkt, sondern zum raumbildenden Thema der Baukörperkonfiguration. Die räumliche Wirkung dieser Aufweitungen ergibt aus der Festlegung der Abknickungen des Baukörpers in den Grundrissen. Die Grundrisse zeichnen sich durch ein Optimum an struktureller Offenheit aus und erlauben damit langfristige funktionelle Durchmischungen (zentral liegende Vertikalerschließung, Modularität, zonierte Grundrisse usw). Das großzügige durchbindende Foyer im Bereich des Gebäudeknicks ist überzeugend. Die Tiefgaragenein- und -ausfahrt liegt richtig, wodurch die großzügige Foyer- und Entreezone auch vom Westen her erreichbar ist. Insgesamt führt die Situierung (Festlegung der Baulinien) und
    Durchmodellierung des vorgeschlagenen Baukörpers zur Klärung und Beruhigung der heterogenen stadträumlichen Situation. Eine von Grünraumelementen geprägte Vorplatzsituation im Norden wird vorgeschlagen, könnte aber noch deutlicher ausformuliert werden. Die im Projekt erkennbare Absicht, der Front zur Josefstraße Boulevardcharakter zu verleihen, ist in diesem Sinne konsequent zu verfolgen.
    Das klare Gebäudekonzept verspricht Zeitlosigkeit, Wirtschaftlichkeit und langfristige Entwicklungsfähigkeit. Es stellt im Sinne von Leitbildern der Nachhaltigkeit einen programmatischen Beitrag zur aktuellen städtebaulichen und gebäudetypologischen Diskussion dar.


INFO-BOX

Angelegt am 28.10.2011, 15:38
Zuletzt aktualisiert 02.11.2011, 15:56
Beitrags-ID 4-49345
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