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  • 4. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    A24 Landschaft, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HINRICHS WILKENING ARCHITEKTEN, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept

    Der Entwurf schlägt eine Zusammenführung der heute vollständig voneinander ge-trennten Campusbereiche des Philosophikum I und II vor.

    Unter Berücksichtigung aller bestehenden Bauten und funktionalen Abhängigkeiten wird eine Strategie entwickelt, die in vier Etappen umgesetzt werden kann.
    Die Identität des Philosophikum II als Campus im Wald wird dabei aufgenommen und neu interpretiert. So werden drei Bausteine in diesem Bereich erhalten und bilden zusammen mit den Neubauten ein Ensemble, das sich um einen gemeinsamen zent-ralen langgestreckten Freiraum gruppiert. Dieser Campus mit seinem zentralen Frei-raum erstreckt sich über das gesamte Wettbewerbsareal und konzentriert sich an einem Campusplatz. Dieser Platz, umgeben von der Bibliothek, der Mensa und den Seminargebäuden stellt die neue Adresse des Philosophikum Giessen dar. Er liegt auf dem ehemaligen Areal des Philosophikum I an der Rathenaustrasse und bildet den Auftakt für den Campusfreiraum, der sich nach Südosten über das Areal des ehemaligen Philosophikum II erstreckt. In zwei- bis dreigeschossiger Bauweise grup-pieren sich entlang dieses Freiraums die Bestands- und Neubauten. Erdgeschossig orientieren sie sich zum Campus mit entsprechenden Nutzungen. Rückwärtig liegen diese Bauten eingebettet in die vorhandene Waldstruktur und orientieren sich im Sü-den entlang der Klingelbachaue. Weitere Bausteine ergänzen die zentrale Campus-anlage und stellen entlang der Klingelbachaue die Verbindung zum Zentrum der Stadt Giessen her. Die geplante Gebäudekonfiguration nimmt vorhandene Qualitäten der Umgebung auf und vermittelt zwischen den Landschaftsräumen der bestehenden Klingelbachaue und der geplanten Campusfreifläche.



    Freiraum Konzept

    Die zentrale Freifläche wird das neue Herz des Universitätscampus Philosophikum. Als räumliche Spange verbindet sie die beiden Hälften des Campus über die Rathe-naustraße hinweg.

    Das steinerne Forum an der Rathenaustraße ist das Entree des Hochschulstandorts. Hier sind die stark frequentierten Nutzungen wie Bibliothek und Mensa angeordnet. Der belebte Platz wird zum neuen kommunikativen Zentrum des Campus. Ein Gledit-schienhain bietet hier schattige Aufenthaltsmöglichkeiten und ein Café bespielt die Platzfläche.

    Die zentrale Freifläche jenseits der Rathenaustraße ist im Gegensatz zum steinernen Forum ruhiger und grüner. Hier steht die Erholung im Grünen im Vordergrund. Eine großzügige Rasenfläche mit Bestandsbäumen verleiht ihr einen parkartigen Charak-ter. Sitzgruppen aus Betonelementen laden zum Verweilen ein.

    Den Abschluss zur Rathenaustraße bildet ein Wasserbecken. Das Wasserbecken wird durch die Oberflächenentwässerung der Dachflächen gespeist. Ein Bodenfilter mit Schilfbestand reinigt das Wasser. Das Wasserbecken ist Teil des Entwässe-rungsmanagements des gesamten Campus. Ein großer Teil der Dachentwässerung dient zur Regulierung des Wasserbeckens und verdunstet. Überschüssiges Wasser wird auf dem Gelände in Mulden und Rigolen versickert.

    Außerhalb der zentralen Freifläche teilt sich der Campus in zwei konträre Hälften: Einen Wald Campus mit dichtem Baumbestand und einen Wiesencampus.
    Der unterschiedliche Charakter des Philosophikums 1 und 2 wird auch in den neuen Campus transportiert. Mit dem Altbaumbestand des Philosophikums 2 wird schonend umgegangen und die neuen Baukörper werden in den Baumbestand integriert. Der offene Charakter des Philosophikums 1 wird durch den Wiesencampus mit einzelnen Baumgruppen und Solitärbäumen unterstrichen. Auch die Freiraumnutzungen stär-ken den unterschiedlichen Charakter der beiden Campushälften: Im Waldcampus ist der Waldspielplatz der KITA angesiedelt, die Lehrgärten und Sportfelder im Wiesen-campus.

    Wegeachsen verbinden den Campus mit der Klingelbachaue und beziehen sie in den Campus mit ein. Holzpodeste an den Achsenenden werden zu Aufenthaltsbereichen mit Blick über die weiten Wiesen der Aue.

    Die Skulpturen des Skulpturenwegs werden sensibel in die neuen Freiräume integ-riert und erhalten entsprechend ihrer künstlerischen Aussage eine Neukontextuie-rung.



    Erschließung

    Die ÖPNV-Anbindung erfolgt über die Rathenaustraße. Im Bereich des Forums sind Bushaltestellen in beide Fahrtrichtungen vorgesehen. Die Einrichtung einer Buswen-deschleife über die überfahrbare Platzfläche des Forums ist möglich.

    Die Zufahrt für den IPNV zu den Stellplatzflächen Parken 1 im Nordwesten mit 1075 Stellplätzen und Parken 2 im Südosten mit 630 Stellplätzen erfolgt von der Straße Alter Steinbachweg.
    Parken 1 kann noch um 467 Stellplätze erweitert werden.

    Nördlich der Bibliothek ist eine überdachte Fahrradstellplatzanlage mit 640 Stellplät-zen vorgesehen. Eine Erweiterungsfläche für ca. 600 überdachte Stellplätze ist im Bereich von Parken 2 vorgehalten.

    Weitere werden 760 Fahrradstellplätze ohne Überdachung werden dezentral den Instituten zugeordnet.



    Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

    Die Neukonzeption des Campus Philosophikum sieht die Errichtung von kompakten einfachen Baustrukturen vor, die den Anforderungen einer modernen Universität ge-recht werden.

    Sämtliche Hauptgebäude, wie Bibliothek, Mensa, Audimax und Seminargebäude ori-entieren sich zum Campusfreiraum uns sind von dort erschlossen, eine eindeutige Adressbildung entsteht. Erdgeschossig sind dem Campus die hochfrequentierten Nutzungen, wie Läden, Cafes und Serviceeinrichtungen zugeordnet. Die Institutsbau-ten verteilen sich dazwischen und verknüpfen entlang der Klingelbachaue den Cam-pus mit dem Stadtzentrum.

    In Anlehnung an die zu erhaltenden Bestandsbauten des ehemaligen Philosophikum II sind sämtliche Bausteine als kompakte Blockfiguren mit einem grünen Innenhof konzipiert.



    Etappierung

    Der Ausbau des neuen Campus Philospohikum wird in vier Etappen geplant.

    In der ersten Etappe werden die Bibliothek, zwei Seminargebäude und ein Baustein für Drittmittelprojekte realisiert. Der neue Campusplatz an der Rathenaustrasse ent-steht, das Wasserbecken als Auftakt des grünen Campusbereichs wird angelegt. Die drei Bausteine Bibliothek und zwei Seminargebäude verschränken die beiden ge-trennten Areale miteinander und lassen einen neuen gestalteten Freiraum im Zent-rum entstehen.

    Im zweiten Schritt werden neue Institutsgebäude entlang der Klingelbachaue errich-tet und stellen so die Verbindung zum Zentrum der Stadt Giessen her. Nach Ersatz und Abriss der alten Institutsgebäude ist im dritten Schritt die Komplettierung des gesamten inneren Freiraums des Campus möglich. Weitere Institute werden zwi-schen den Bestandsbauten platziert und eine offene Randbebauung des Campus wird so hergestellt.

    Im nächsten Schritt wird die Bibliothek erweitert und das Gästehaus neu errichtet. Nun können sämtliche überflüssig gewordenen Bestandsbauten entfernt werden und dadurch zusätzliche potenzielle Baufelder geschaffen werden.

    Die gesamte Etappierung ist so geplant, dass in jedem Zwischenschritt eine eigene Qualität geschaffen wird. Die Neubauten platzieren sich jeweils strategisch zwischen die Altbauten in vorhandenen Freiräumen oder auf Parkplätzen und lassen einen ein-fachen Umzugsrhythmus zu, ohne temporäre Zwischenlösungen entstehen zu las-sen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.