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  • DE-54595 Prüm
  • 12/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-76972)

Neubau eines Betriebs- und Verwaltungsgebäudes in Prüm


  • 2. Preis

    Lageplan

    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Werner Schaack, Trier (DE)
    Landschaftsarchitekten: HDK Dutt & Kist GmbH, Saarbrücken (DE)

    Erläuterungstext
    Genius Loci – Einbettung in die hügelige Eifel-Landschaft

    Der Neubau des Betriebs- und Verwaltungsgebäudes, Hauptsitz des zukunftsorientierten Unternehmens KNE, bildet den städtebaulich wichtigen Auftakt zur anstehenden Erweiterung des Gewerbegebietes L11, Niederprüm. Der klare, kubische Baukörper fügt sich mit seiner prägnanten Länge in das abschüssige Gelände und wie selbstverständlich und selbstbewusst in die hügelige Landschaft. Das Gebäude ist eine Landmark im Landschaftsraum am Gablungsdreieck von der B410 und der L11. Der massive Sockel in Beton, nimmt das Geländegefälle auf, schiebt sich in die vorhandene Topografie und verbindet das zweigeschossige Verwaltungsgebäude und das durch den Betriebshof abgesetzte Betriebsgebäude. Das Gebäudeensemble wird geprägt durch eine vorgesetzte, vertikale Holzverschalung und passt sich gut ein in das landschaftliche Umfeld. Die äußere Materialität greift den ökologischen Zukunftsgedanken des Unternehmens auf und spiegelt den landschaftlich geprägten Standort des Gebäudes wieder.


    Funktionales Gebäudekonzept

    Das Gebäudeensemble ist funktional klar ablesbar, zeigt eine selbstsichere Haltung in Bezug auf Proportion und Materialität. Der Eingang des Verwaltungsgebäudes ist präzise ausformuliert und der Örtlichkeit angemessen inszeniert. Der östliche Teil des Gebäudes nimmt über zwei Geschosse die Büros der Verwaltungsfunktion auf. Eingangsbereich mit Foyer und vertikaler Erschliessung, erdgeschossig der geforderte Multifunktionsraum und der darüber befindliche Sozial- und Pausenraum bilden die räumliche Separation zu den betriebstechnischen Funktionen, die sich westlich angliedern. Darauf folgt der Betriebshof, der die Verbindung zu den Lagern, Werkstätten und der Fahrzeughalle bildet. Die Abwendung des Neubaus von der B410 wird bewusst vermieden, ebenso ein eventuell hieraus resultierender „Rückseitencharakter“. Sowohl die nach Norden ausgerichteten Büros, wie die großzügig verglaste gemeinschaftliche Kommunikationszone als Bindeglied zwischen den Funktionen profitieren vom freien Blick in den herrlichen Landschaftsraum jenseits der Bundesstrasse.Das Sockelgeschoss beinhaltet die technischen Versorgungsräume, Archive und Lagerräume beider Funktionen, sowie einer Anzahl an überdeckten und witterungsgeschützten Stellplätzen. Das statische Konzept wird über Aussenwände und eine flurbegleitende Tragstruktur abgeleitet. Dies ermöglicht maximale Flexibilität in der heutigen und zukünftigen räumlichen Aufteilung des Gebäudes. Die Fassadenaufteilung ist in der Lage, den sich ändernden Anforderungen an das räumliche Konzept Rechnung zu tragen, ohne formalästhetische Einschränkungen hinnehmen zu müssen.


    Externe Erschliessung

    Die klare Gebäudestruktur findet sich auch in der Verkehrsführung, der Erschliessung der Funktionen wieder. Es wird Wert gelegt auf eine klare Trennung zwischen Betriebsbereich (Störbereich) und Besucher-, bzw. Mitarbeiterparkplatz Das Zurücksetzen des Gebäudes um ca. 20m zur Strassenkante schafft eine platzartige Vorfläche, die einerseits die Erschliessung des Betriebsgebäudes und -hofes aufnimmt und zum anderen dem Verwaltungsgebäude als angemessene, multifunktional bespielbare Vorzone dient (Rekreationszone für die Mitarbeiter. Ort für Festivitäten, „Tag der offenen Tür“, etc.)


    Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

    Das Gebäudekonzept berücksichtigt energetische Aspekte um den späteren Heizwärmebedarf, bzw. die Bewirtschaftungskosten des Gebäudes möglichst gering zu halten. Der Primärenergiebedarf wird 25% unter den Anforderungen der EnEV 2009 liegen, was sich zuträglich auf die Gesamtreduktion des Energiebedarfs auswirkt. Durch eine nachhaltige Planung bei der Materialwahl und diverser Energiesparsysteme entsteht ein energie- und kostenoptimiertes und nachhaltiges Gebäude ganz im Sinne des Leitbildes und der Philosophie des Unternehmens. Die angedachte Baukonstruktion ist einfach, robust und bewährt. Das Materialisierungskonzept basiert auf den Grundprinzipien Nachhaltigkeit und ökologische Optimierung. Der Einsatz von Holz im Inneren, sowie in Form der vertikalen Holzverschalung für die Fassade, als nachwachsender Rohstoff mit neutraler CO2-Bilanz unterstützt dieses Ziel. Als zentrale Energieerzeugungsanlage für alle Gebäudeteile wäre eine Erdwärme-pumpe in Verbindung mit Sonnenkollektoren denkbar. Die ökologische Gesamtenergiebilanz des Gebäudes könnte durch Integration von Photovoltaik-modulen aufgewertet werden. Ein schlüssiges Gesamtenergiekonzept sollte jedoch gemeinsam mit den entsprechenden Fachingenieuren zu gegebenem Zeitpunkt erarbeitet werden.


    Barrierefreiheit

    Das Gebäudeensemble ist so konzipiert, auch für den Fall einer zukünftigen Erweiterung, das es im vollen Umfang für mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar ist. Mitarbeiter der KNE, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, erhalten durch behindertengerechte Parkplätze innerhalb der Untergeschosszone einen wettergeschützten Zugang mit direkter Anbindung an den Aufzug.
    Kunden und Besucher des Unternehmens nutzen die barrierefrei gestalteten Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum erdgeschossig angeordneten Eingangsplateau und dem Haupteingang.


    Erweiterbarkeit und Ausbau des Standortes

    Das Gebäudeensemble wird so auf dem Wettbewerbsgrundstück platziert, daß es einer optimierten Ausnutzung der vorhandenen Grundstücksfläche entspricht. Eine zukünftige Erweiterung in Form eines nördlich vorgelagerten Gebäuderiegels ist konzeptionell berücksichtigt. Die angedachte Erweiterung kann bedarfsweise über eine gläserne Passerelle an den Bestand angebunden werden. Sie soll sich architektonisch, gestalterisch und städtebaulich an den Bestand anlehnen und sich harmonisch in das Gesamtgefüge einbetten. Der 2. Bauabschnitt kann störungsfrei und ohne grosse strukturelle Eingriffe angegliedert werden. Gleichzeitig, oder in einer weiteren Bauphase kann das Betriebsgebäude in westliche Richtung erweitert werden. Die angedeutete Erweiterung entspricht einer flächenmäßigen Ausdehnung zum initialen Raumprogramm von mindestens 80%, wobei die zur Verfügung stehende Grundstücksfläche weiteres Ausbau-Potential bietet.


    Freianlagen/Aussenanlagen

    Betriebsflächen
    Das Betriebs- und Verwaltungsgebäude erhält einen separaten Betriebshof zwischen den Gebäuden. Anschließend an den Betriebshof entsteht eine großzügige befestigte Betriebsfläche als ebene Vorzone, die die Eingangssituation des Betriebs- und Verwaltungsgebäude miteinander verbindet. Der Betriebsfläche begleitend entsteht eine Baumreihe die als Raumkante dient und das Planungsgebiet zur Straße hin abgrenzt. Vor dem Haupteingang bilden unterschiedlich amorph geformte Wasserinseln den repräsentativen Eingangsbereich des Unternehmens.


    Parksituation

    Die Parkflächen werden separiert und auf unterschiedlichen Ebenen angeordnet angepasst an die vorhandene Hangsituation. Die Stellflächen sind getrennt nach Mitarbeiter und Besucher. Der Bereich für die 10 Besucherparkplätze befindet sich in unmittelbarer Nähe des Haupteingangs, die 40 Mitarbeiterparkplätze, die terrassiert angeordnet sind, befinden sich auf der Nordseite des Geländes und sind über ein Rampensystem erschlossen.


    Retentionsfläche

    In die Topographie modelliert entstehen Retentionsmulden, die durch einen mäandrierten Wasserlauf mit einander verbunden sind. Dieser Wasserlauf umspielt die Mulden und bildet mit den Retentionsflächen einen naturnahen Charakter mit standortgerechter Vegetation, die als Pufferzone zur angrenzenden Straße dient.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.