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  • DE-54634 Bitburg
  • 12/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-59789)

Verkauf des Post-Areals in Bitburg


  • 1. Preis Zuschlag

    Lageplan

    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Private Bauherren: gbt Wohnungsbau und Treuhand AG, Trier (DE)
    Architekten: Werner Schaack, Trier (DE)
    Landschaftsarchitekten: HDK Dutt & Kist GmbH, Saarbrücken (DE)

    Erläuterungstext
    Planungsintention
    Das neue Postquartier bildet am Rande der ehemaligen Stadtgrenze als Stadtentree den Auftakt zur Fußgängerzone - einen neuen Treffpunkt für Besucher und Einwohner der Stadt Bitburg, dem Zentrum der Eifel.
    Das Postquartier, als Schlüsselprojekt sorgt durch qualitativ hochwertige und nachhaltige neue Nutzungen mit einem angepassten innerstädtischen Nutzungsmix aus Handel, Dienstleistungen und Wohnen für die gewünschte Belebung des Areals.
    Ergänzt durch eine höherwertige Gastronomie, z.B. Tagescafes mit Außenbestuhlung und einer breiten öffentliche Treppe mit Sitzstufen wird der Platz belebt und lädt zum Verweilen ein.

    Städtebau
    Das Gebäudeensemble besteht aus vier Gebäudeteilen, welche durch Ihre Positionierung entlang der Poststraße und des Platzes ‚Am Spittel’ einen klaren Straßen – bzw. Stadtraum definieren.
    Das neue Gebäude am Platz ‚Am Spittel’, ist verglichen mit dem alten Postgebäude, um zehn Meter zurückversetzt, was mit einer Vergrößerung des Platzes einhergeht. Das hiermit erreichte Querraumprofil von 1 (h) : 3 (b) gilt als optimal. „Bei einem Augenaufschlagswinkel von 18° überschaut ein Betrachter zugleich mit der Höhe der Bebauung auch einen Teil des Himmels und der angrenzenden Nachbargebäude, d.h. die Situation, in der sich das Einzelgebäude im Verhältnis zu seinen Nachbargebäuden (also im städtebaulichen Kontext= „Situations-“Zone) befindet. [Zitat: Karl-Jürgen Krause Plätze: Begriff Geschichte, Form, Größe, Profil Umdruck 2 –FG SLG 2004]
    Eine Besonderheit ergibt sich aus der topographischen Gegebenheit des Höhenunterschiedes vom Platz ‚Am Spittel’ über 2,40m. Eine Verbesserung der jetzigen Situation wird erreicht, indem der Platz die neue 0-Ebene bildet, von welchem aus man ebenerdigen Zugang zu den Gebäuden erhält.
    Der zweigeschossige Pavillon definiert durch seine Gebäudekante die frühere Altstadtgrenze; ein Pendant zu ihm ist denkbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite der angedachten Erweiterungsfläche für das Krankenhaus.
    Als Solitär erhält er eine Sonderstellung, welche neben seiner Form auch durch seine Materialität erkennbar ist. Durch eine transparente Hülle vermittelt der Pavillon Offenheit und Zugänglichkeit.
    Eine Sondernutzung durch die Post (auf dem Postplatz) oder als Ärztehaus (Verbindung zum Marienhausklinikum) ist denkbar.
    Fußläufige Verbindung am südlichen Platzrand sowie zwischen Postplatz und Poststraße ermöglichen dem Fußgänger eine Durchwegung des Areals.
    Die Anordnung der Baukörper zueinander erzeugt neue spannungsreiche Stadträume mit Verengungen und Aufweitungen - ähnlich dem alten Stadtgefüge.


    Gestaltungsmerkmale
    Die Fassade der neuen Bebauung orientiert sich an klassischen Lochfassaden, wie sie im direkten Umfeld der Altstadt wieder zu finden sind.
    Die Höhe der Gebäude orientiert sich an der umgebenden Bebauung, sowie dem alten Postgebäude. Die geplante Viergeschoßigkeit vermittelt einen urbanen Charakter und wird der erweiterten Platzfläche gerecht.
    Die offene Sockelzone mit Gewerbe und Gastronomie orientiert sich nach zwei Seiten-Postplatz und Platz ‚Am Spittel’.
    Das Durchstecken der Gewerbeflächen im Erdgeschoß ermöglicht interessante Sichtverbindungen zwischen den beiden Plätzen und verhindert das Entstehen von Gebäuderückseiten.

    Materialität
    Die Fassade des Gebäudeensembles besteht in den Obergeschoßen aus einem Wärmedämmverbundsystem mit glattem Kalkzementoberputz. Die Versatzgeschoße zeigen sich in gleicher Materialität, farbig und in Putzkörnung abgesetzt. Die Sockelzone wird umlaufend in ortstypischem Naturstein ausgeführt, erhält aber nutzungsbezogen einen hohen Glasanteil. Die extensiv begrünten Dachflächen dienen als energetisch wirksame 5. Fassade im Blickfeld der oberen Klinikgeschoße. Die Gebäude werden energetisch optimiert, hochgedämmt in Niedrigenergiebauweise ausgeführt. Die Kubatur besitzt ein gutes A/V-Verhältnis.

    Freianlagen
    Grün vernetzt über die Altstadtgrenze hinweg
    Das Postquartier am südlichen Altstadtrand orientiert sich mit dem steinernen Platz ‚Am Spittel’ nach innen in Richtung der Altstadt - das introvertierte mittelalterliche Stadtbild. Kontrastierend dazu der Gartenhof (Postplatz) mit seinen Bauminseln zum Marienhaus Klinikum und dem Grünzug der Denkmalstraße -das extrovertierte Stadtbild der Gründerzeit.
    Durch den halböffentlichen Gartenhof entsteht eine starke fußläufige und barrierefreie Vernetzung zwischen Krankenhausquartier und Stadtplatz. Der Borenweg erschließt als Einbahnstraße die TG-Ein- und Ausfahrt. Stellplätze im öffentlichen Freiraum werden bis auf wenige Kurzzeitparklätze aus dem Stadtraum verbannt. 
    Spittelplatz
    Der ‚Multifunktionale Stadtplatz‘ mit linearen Entwässerungselementen ist horizontal in den geneigten Stadtboden eingeschnitten. Der Oberbelag ist in robusten, schwerbelastbaren Betonplatten im Großformat ausgeführt. Eine in die Randzone integrierter Sitztreppenanlage sowie revisionierbare Versorgungskanäle mit flexiblen Anschlusspunkten für Elektro, Wasser und Abwasser , ermöglichen eine größt-mögliche Flexibilität in der Raumnutzung für Wochenmärkte und Festivitäten.
    Der Großbaum als Identität stiftendes Element in der Platzrandzone, eine Stieleiche (Quercus robur) spendet Schatten.
    Posthof
    Der ‚Gartenhof’ erhält einen Belag aus Betonplatten mit Basaltvorsatz in Bändern und offene Basaltsplittflächen. Lineare Zierbänder im Wechsel mit linearen Entwässerungslinien nehmen die Gliederung des Platzes ‚Am Spittel’ wieder auf. Mittels Bauminseln wird ein grüner Gartenhof geschaffen. Dieser steht im Kontrast zum steinernen Stadtplatz und stärkt den Grünzug über die Altstadtgrenze hinweg nach Nord-Ost. Baumquartiere als Inseln mit mehrstämmigen kleinen Bäumen (Hainbuche / Carpinus betulus) sind eingerahmt durch Sitzbänke aus Basaltbeton. Die Abgrenzung zum Straßenraum ‚Borenweg‘ hin erfolgt durch eine Baumreihe (Schnurbaum / Sophora japonica). Hier sind vier Kurzzeitparkplätze geplant.

    Beleuchtungskonzept
    Das Stadtmobiliar auf dem Postplatz ‚ die Bauminseln als Sitzmöbel‘ heben sich vom Postplatz ab. Durch einen Materialwechsel und eine Schatten- bzw. Lichtfuge im Sockelbereich wird der Platz nachts mittels Bodenflutern angestrahlt.
    Zusätzlich werden die Baumkronen illuminiert, um atmosphärisch beleuchtete Zonen des halböffentlichen Platzes zu schaffen.
    Auf dem Platz ‚Am Spittel’ dienen drei Hochmastleuchten als Grundbeleuchtung des öffentlichen Platzes. Mastleuchten entlang von Fußgängerbereichen komplementieren das Beleuchtungskonzept.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 04.01.2012, 12:33
Zuletzt aktualisiert 05.01.2012, 18:47
Beitrags-ID 4-51824
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