loading
  • 4. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Planergruppe GmbH Oberhausen, Essen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Ute Aufmkolk, Noora Susimaa

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: REICHER HAASE ASSOZIIERTE GmbH, Aachen (DE), Vianden (LU), Aachen (DE), Dortmund (DE)

    Preisgeld
    4.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich durch eine eindeutige städtebauliche Struktur mit hoher baulicher Dichte und urbanem Anspruch aus. Unter Verlängerung der strahlenförmigen Ausrichtung der Bestandszeilen sowie punktuellen Ergänzungen durch Querriegel und Köpfe werden diese geschickt mit Höfen und damit neuen städtebaulichen Strukturen verbunden. Dazwischen prägen zwei konische Grünkeile den verbindenden Freiraum und vermitteln zwischen der steinernen historischen Achse im Süden und der eher lockeren Familienhausbebauung im Norden. Die Erschließung erfolgt über zwei separate Spangen in Ost-West Richtung, die über informelle Wegeverbindungen der Nord-Süd-laufenden Wohnwege durch die Höfe verknüpft werden. Das städtebauliche Gerüst ist damit robuste Grundlage für die Ausbildung der einzelnen Baufelder und Höfe. Die Arbeit liefert dafür mit dem Modulsystem einen flexiblen Baukasten für unterschiedliche eher städtische Wohn- und Mischnutzungsangebote und bietet Ansätze für stufenweise Entwicklung und Wachsen von urbanen Räumen.
    Kontrovers beurteilt wird die Frage, ob die markante städtische Ausbildung von Großformen, u.a. auch des Gewerbehofes im Osten sowie des mehrgeschossigen Wohn- und Mischbaus in den Höfen realistisch umgesetzt werden kann oder für den Standort Soest zu massiv und maßstabssprengend wirkt. Die langen Baufluchten in Verlängerung der Kasernenzeilen werden monoton empfunden. Die Bebauung der nördlichen Zeilenköpfe durch Querriegel bedarf des funktionalen und gestalterischen Nachweises im Verhältnis zum Denkmal. Hier wird seitens der Denkmalpflege deutlich Kritik formuliert.
    Eine innovative städtebaulich-organisatorische Lösung für die Profilierung des Themas "Kreativquartier" wird vermisst. Möglicherweise liegt die Antwort hierzu aber in der Schaffung einer städtischen und vergleichsweise dichten Atmosphäre der nutzungsgemischten Höfe. Diese bedürfte aber des Engagements größerer Träger und kann nur bedingt durch Einzelinvestoren und Selbstnutzer realisiert werden.