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  • CH-4001 Basel
  • 01/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-76604)

Stadtplätze Erlenmatt


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    Mitarbeit
    Nils Lüpke, Walter Vetsch, Niklaus Arn, Martin Moser

    Erläuterungstext

    Erlenmatt

    Das städtebauliche Konzept für die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofareals der Deutschen Bahn sieht neben dem Erlenmattpark, als Herzstück des Quartiers und Grünkorridor zur Wiese und zur Langen Erlen, drei weitere Freiräume (Stadtterminal, Stadtplatz und Im Triangel) vor, die übergeordnet Teil einer Freiraumsequenz sind und sich an zwei Arealseiten als Quartiereingänge mit der bestehenden Stadtstruktur verbinden.
    Als frequentierte Orte mit einem befrachteten Programm, weisen die Freiräume eine hohe Nutzungsintensität auf und haben Platzcharakter. Der in das Areal integrierte und von der Bebauung gefasste Stadtplatz nimmt in der Anordnung eine vermittelnde, quartierinterne Stellung ein.

    Stadtterminal und Stadtplatz

    Die Freiräume werden durch zwei raumbildende Setzungen gefasst, die analog zur Typologie des Blockrandes auf einem nutzungskonzentrierten Rahmen basieren und einen nutzungsoffenen Hofraum aufspannen. Als ablesbare Freiraumfelder reihen sie sich als Freiraum-Blockränder in die Baufeldreihen ein und führen deren städtebauliche Struktur als strassenraumprägende Volumen mit Hofraum fort. Nutzungsprogramm und soziokultureller Hintergrund manifestieren sich in der differenzierten Ausformulierung und Gestaltung.

    Erlen-Pavillon

    Der Erlen-Pavillon nimmt als Infrastrukturgebäude die verschiedenen geforderten
    Quartiernutzungen auf. Als punktförmiger, eingeschossiger Baukörper, umgeben von einem Hain aus Säulenpappeln, kommuniziert er allseitig mit dem Umfeld.

    Westschollenstrasse

    Ein stufenloser Asphaltbelag ohne Strassenprofil bildet die Grundlage für die verbindende Begegnungszone mit Tempo 20. Einzig ein eben eingelassener Bundstein markiert die Fahrbahn und organisiert deren Entwässerung. Stadtterminal und Stadtplatz stossen an den Strassenraum, sind Teil von diesem und haben, ohne gängiges Verkehrsmobiliar, zonierende Wirkung für den Individualverkehr. Eine Baumreihe begleitet die Westschollenstrasse und reagiert mit einem Wechsel der Strassenseite auf die räumliche Beziehung zwischen den beiden Stadtplätzen.

    Stadtterminal

    Für den Stadtterminal, der verschiedene Freizeitaktivitäten für Jugendliche anbieten und den Verkehrsgarten aufnehmen soll, wird eine möglichst grosse, nutzungsflexible Fläche bereitgestellt, die in einem zweigeschossigen Frachtcontainer-Blockrand aufgespannt wird. Dieser reagiert auf die unterschiedlichen Platzseiten in seiner Ausbildung, schafft eine klare räumliche Trennung zum Riehenring und definiert ein gut überschaubares Spielfeld. Das vielfarbige Geviert bildet einen einprägsamen Auftakt in die Erlenmatt. Es steht für ein vielfältiges Angebot mit jungem Publikum und versprüht, als Reminiszenz an die Güterzüge von früher und an die dynamische Zwischennutzung des Areals, den Charme des Mobilen und Unfertigen. In Abhängigkeit mit dem stattfindenden Entwicklungsprozess des Areals, wird eine auf dem Baukastenprinzip basierende Struktur etabliert, die mit dem Grundmodul des Frachtcontainers vielseitig nutzbare Räumlichkeiten und Installationen zu grenzenlosen und erweiterbaren Konstellationen (Schattendach, Witterungsschutz etc.) möglich macht. Die maximale Flexibilität und der stetige Wandel sind Programm.

    Stadtplatz

    Vier Baumhallen, aus je einer heimischen Baumart (Waldföhre, Silberweide, Zitterpappel und Grauerle), stehen im Dialog mit den Platzseiten und fügen sich zum raumbildenden Baum-Blockrand mit offener Platzfläche zusammen.
    Die im Aufforstungsprinzip in einem Raster von 5x5 Meter gepflanzten Pioniergehölze sind Referenz an die spontane Vegetation der Gleisschotter- und Brachflächen des Areals. Die Rasterpflanzung schafft gleichwertige Standortverhältnisse für das Baumwachstum und legt eine räumliche Grundstruktur für den Stadtplatz fest, auf deren Basis eine systematische Entwicklung, verbunden mit dem Transformationsprozess des Areals, erfolgen kann. Mit der Pflanzung unterschiedlicher Baumgrössen wird der stattfindende Prozess, die Sukzession, von Beginn weg initiiert.
    Im Baum-Blockrand können auf künftige Nutzungen abgestimmte Freiräume entstehen, die langfristig durch auslichten oder verdichten adaptierbar sind. Die festgelegten Baumlichtungen werden mit je einem nutzungsspezifischen Platzmöbel akzentuiert, welches den Baumhallen zusammen mit der jeweiligen Baumart eine individuelle Stimmung und Erfahrbarkeit verleiht. Der Sonntagsmarkt oder andere temporäre Nutzungen, wie Openair-Kino oder -Konzert, können in diesem gemütlichen Rahmen stattfinden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.