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  • 3. Preis


    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz (AT), Wien (AT), St. Gallen (CH), Paris (FR), München (DE)
    Landschaftsarchitekten: Ernst + Partner, Trier (DE)

    Erläuterungstext
    MAISON RELAIS ‘OP HUDELEN‘

    Städtebauliche und freiräumliche Integration in die Umgebung

    Schulcampus Hudelen als Bindeglied zwischen Natur und Siedlung
    Auf den ersten Blick scheint es als befremdlich eine Quartiersschule an den äußeren Rand einer Siedlung zu legen und nicht zentral zur Quartiersmitte hin, um den Kindern einen möglichst kurzen Schulweg zu bieten.

    Auf den zweiten Blick überwiegen die Vorteile der Lage der Schule in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden und zu erhaltenden Biotopen sowie die Qualität des zukünftigen Schulweges durch die Grünachse der Siedlung.

    Die öffentliche Funktion Schule offeriert einen harmonischen Übergang von der Natur zur Siedlung und schafft eine ‘Win-Win-Situation‘ zwischen Funktionalität, Lebensqualität und Naturschutz.

    Die Schule schließt die Siedlung ab mit klaren, sich von den Wohnstrukturen abhebenden Gebäudegeometrien und bietet ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb des städtebaulichen Gesamtgefüges.

    Die Strukturen sind aufgelockert und leiten mit ihrer Gebäudestellung die Natur in die Siedlung hinein. Es wird eine prägnante Verbindung mit dem geplanten Grünzug aus der Wohnsiedlung und dem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Wald-Biotop geschaffen.

    Die Schulgebäude grenzen direkt an diese grüne Ader und markieren den öffentlichen Raum durch ein Hervorspringen gegenüber der Bebauungslinie der Wohnbebauung.
    Die Adressbildung verstärkt sich zusätzlich dadurch, dass die jeweiligen Gebäudeeingänge in die Nord-Süd und Ost-West verlaufenden Straßenachsen gelegt wurden. Der öffentliche Charakter der Gebäude wird somit hervorgehoben.

    Die Eingänge orientieren sich zur Siedlung. Der Rückwärtige Bereich der Gebäude sowie die angrenzenden Schulhöfe orientieren sich zur Natur. Besonders sanft und unbeeindruckt durch die Bahn, stellt sich der Übergang durch den Sportplatz, die Sporthalle und der rückwärtige Hof der Grundschule dar. Hier bildet die unmittelbar angrenzende Waldstruktur eine natürliche und schützende Kulisse.

    Die sanfte Mobilität wird sicher und qualitativ hochwertig durch den zusammenhängenden Grünzug der Siedlung bis zur Schule geführt und darüber hinaus an den bestehenden Radweg, Richtung Noertzange angebunden. Kinder können sicher von einem zum andern Gebäude zirkulieren und erreichen, ohne die Straße zu queren, von den süd-westlich gelegenen Kiss & Go- oder Busparkplätzen den Vorplatz und Eingangsbereich ihres Schulgebäudes.

    Die Andienung der Schule durch den öffentlichen und den Individualverkehr wird getrennt, über die neue Nord-Süd-Verbindung mit der rue de Noertzange gewährleistet und durch einen Loop um die westlich der Schule liegenden Baugrundstücke für öffentliche Einrichtungen auf kurzem Wege aus der Wohnsiedlung herausgeleitet. Geplante Fußwege durch die Siedlung werden bis in den Schulcampus hinein geführt. Eine neue Fuß- und Fahrradverbindung unter der Bahn zum angedachten nördlich angrenzenden Soltgen-Bebauungsgebiet könnte an dem tiefer liegenden Platz zwischen Maison Relais und Kita angesiedelt werden. Dieser stärkt dessen multifunktionalen Charakter als Schulhof- und Spielplatzgelände, welche auch den Bewohnern des Quartiers zugänglich sein sollen.

    Die städtebauliche und freiräumliche Integration des Schulkomplexes in seine Umgebung wird naturräumlich über die Verlängerung des bestehenden Parks erreicht, welcher sich in Form eines öffentlich zugänglichen Grünbandes entlang der Gebäude Maison Relais und Précoce fortsetzt.

    Die für die erste Phase geplante Maison Relais wird durch die Verlängerung der Parkachse in den Kontext eingebunden, gliedert sich in der zweiten Phase in die Gesamtstruktur ein.



    Architekturkonzept Maison Relais

    Das Gebäude der Maison Relais integriert sich in die Topografie des Geländes und wird über den vorgelagerten Grünbereich erschlossen. Der Eingangsbereich wird durch einen Gebebäudeunterschnitt deutlich markiert.
    Das Gebäude zeigt sich zum Grünzug zweigeschossig und zur Bahnlinie dreigeschossig. Der kubische Baukörper weist eine klare Fassadengliederung auf.

    Bei Betreten des Gebäudes gelangt man unmittelbar in das Herzstück, das zentrale Foyer. Es nimmt sowohl die horizontale als auch die vertikale Erschließung auf und dient gleichzeitig als Kommunikationszone, Aufenthaltsbereich und Pausenhalle.

    Eine großzügige Treppe mit Sitzstufen, welche dem natürlichen Geländeverlauf folgt, verbindet das Foyer mit der Mensa im Untergeschoss. Die Mensa öffnet sich durch eine großzügige Öffnung zum vorgelagerten Außenbereich. Die Versorgung der Küche
    erfolgt über einen Lastenaufzug in der Nähe des Eingangs, in unmittelbarer Nähe zum Personenaufzug und weiteren Technikschächten.

    Durch den sich über der Sitztreppe befindlichen Luftraum kommunizieren alle drei Ebenen miteinander. Über Einschnitte im Flachdach dringt das natürliche Licht bis in das Untergeschoß ein und stellt durch den Ausblick in den Himmel weiteren Bezug zur Natur dar.

    Alle Nutzungen sind ringförmig um den zentralen Kommunikationsbereich angeordnet. Gruppenräume orientieren sich nach Osten, Westen und Süden. Nebenfunktionen sind nach Norden zur Bahn hin orientiert.

    Die Gruppenräume sind großzügig verglast, Sitzbänke vor den Fenstern ermöglichen Kontakt nach außen. Die einzelnen Räume sind durch Verbindungstüren untereinander schaltbar. Anhand flexibler Trennwände ist jeder Gruppenraum nochmals teilbar und bietet so ein hohes Maß an Flexibilität.

    Das Materialisierungskonzept basiert auf den Grundprinzipien Nachhaltigkeit und ökologische Optimierung. Der Einsatz von Holz als nachwachsender Rohstoff mit neutraler CO2 Bilanz unterstützt dieses Ziel. Holz schafft aber auch im Innenraum eine kindgerechte, behagliche Atmosphäre für die Maison Relais und damit eine hohe Akzeptanz bei Kindern und Eltern. Den Innenraum bestimmen warme und natürliche, haptisch ansprechende Materialien. Die Außenfassade ist ebenfalls als vertikale Holzverschalung geplant.



    Freiraumplanung

    Unsere Freiraumgestaltung nimmt vorgefundene und gepl. (PAP) Grünstrukturen auf und entwickelt diese differenziert weiter.
    Als zentrales Element wurde ein zusammenhängender Grünzug entwickelt, der die bisher als „Pocketpark“ konzipierte Grünfläche westlich des Plangebietes über die Vorfläche von Maison Relais, Prescolaire und Primaire mit dem östlichen Landschaftsraum verbindet.
    Kleinkronige schirmartig gezogene Gehölze (Felsenbirnen o. Zierkirschen) vereinen sich zu ein durchgängigen zusammenwirkenden Gründach.
    Es bietet Schatten, lädt zum Verweilen rein und vermitteln ästhetisch zwischen Grünfläche und dem neuen Gebäudeensemble.
    Schollenartige „Inseln“ mit differenzierten Nutuzungsmöglichkeiten (Spielen, Pflanzungen, Rasen, Aufenthalt, Wasserspiel) vernetzen den Freiraum, ähnlich wie Trittsteine.
    Der tiefer liegende nördliche Bereich ist als Freifläche für KIGA und Maison Relais geplant.
    Die vorgesehenen „Inseln“ sollen bewusst einen Bezug zur Gestaltung des Grünzuges herstellen. Sie beinhalten vielfältige Spielangebote für die Nutzer der Einrichtungen.

    Der Höhenunterschied (Geschoßhöhe) zwischen den Gebäuden Maison Relais und Prescolaire wird über eine „gefaltete“ grüne Rasenböschung mit Treppenlauf und Sitzblöcken gelöst.

    Die unten angeordneten, ineinander geschobenen bangartigen Platzflächen sind für beide Einrichtungen als Begegnungs- und Nutzungsflächen gedacht. Mit der Rasenböschung als Tribüne können sie für Feste oder Veranstaltungen genutzt werden.
    Für den täglichen „Schüler Bring- und Abholverkehr“ ist eine großzügige Kiss & Go / Bus - Spur mit Bushaltestellen und Buswarten südlich der Vorfläche vorgesehen.
    Die Erschließung erfolgt über die Fortführung der von Westen kommenden Strasse und der Straßenanbindung von der „Rue de Noertzange“ im Süden.
    Zur Begrünung sind bevorzugt heimische Gehölze vorgesehen.
    Einfluss auf die Umwelt und Energiekonzept



    Energieerzeugung

    Als zentrale Erzeugungsanlage für alle Gebäudeteile wird eine Erdwärmepumpe in Verbindung mit Sonnenkollektoren eingesetzt. Die Wärmeversorgung erfolgt vollständig über die Wärmepumpe, die teilweise mit im Winter vorhandenen Niedertemperaturpotenzialen aus den Kollektoren unterstützt wird. Im Sommer erfolgt die Warmwasserbereitung ausschließlich über die Kollektoren, eventuell vorhandene Überschusspotentiale können zur Regenerierung des Erdreichs wieder eingelagert werden. Diese Kombination erhöht die Jahresnutzungszahl der Wärmepumpe deutlich.

    Über die Gebäudelüftung kann das Gebäude im Sommer gekühlt werden. Dies kann durch die direkte Nutzung des niedrigeren Temperaturniveaus des Erdreichs erfolgen sowie bei höheren Leistungen durch die Umschaltung der Wärmepumpe von Heizen auf Kühlen.
    Ergänzt werden kann die Energiebilanz des Komplexes durch die Integration von Photovoltaikmodulen, die die ökologische Gesamtenergiebilanz des Gebäudes dadurch noch verbessern.



    Energieverteilung

    Das Gebäude wird über Heizkörper erwärmt. Auf eine Fußbodenheizung wird wegen der unterschiedlichen temporären Nutzung der verschiedenen Räume verzichtet, weil dieses System sehr träge ist und eine eingeschränkte Regelungsfähigkeit aufweist.

    Zur Sicherstellung eines hygienischen Luftwechsels werden die Gebäude mit einer Lüftungsanlage versehen. Die Lüftungsanlage kann gleichzeitig die Funktion der Gebäudekühlung übernehmen.

    Grundsätzlich ist die Lüftungsanlage mit einer Rückgewinnungsanlage zur Wärme- oder Kälterückgewinnung ausgestattet.


    Kenndaten zur Auslegung
    spez. Wärmebedarf 30 W/m²
    Wärmerückgewinnungsgrad 0,7
    Wärmeverbrauch ca. 36 kWh/m²

    Beurteilung durch das Preisgericht

    alle Angaben siehe bei unserem Partner WW+