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  • DE-91161 Hilpoltstein
  • 03/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-90666)

Neues Wohnen im Quartier südlich der Rother Straße


  • 2. Preis

    Reihenhäuser

    Architekten
    baum - kappler architekten gmbh, Nürnberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Andreas Baum , Dr. Dietrich Kappler

    Mitarbeit
    Tobias Schwarz, Pierre Kucera

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Lorenz Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Nürnberg (DE)

    Preisgeld
    12.500 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Über die Rother Straße wird das neue Wohngebiet zentral über 2 Anbindungen erschlossen. Die Erschließung erfolgt im Einbahnstraßenverkehr, zweispurig, um die Verkehrsflüsse in Zeiten hoher Frequentierung zu entzerren. Diese u-förmige Haupterschließung führt in das Zentrum des neuen Quartiers und geht über in einen shared space. Die Emmissionen [Lärm und Staub] der Rother Strasse werden durch einen Grünsaum abgeschirmt, der sich aus dem angrenzenden Waldareal entwickelt. Innenhalb des Grünsaums wird das Gelände modelliert und so ein natürlicher Lärmschutzwall geschaffen. Zwischen den beiden Erschließungsstraßen entwickelt sich ein Quartierspark mit hoher Aufenthaltsqualität. Die verdichtete Begrünung an der Rother Straße lockert sich Richtung Platz auf, im Gegenzug verdichten sich die Oberflächenbeläge.
    Das Wohnbauquartier ist charakterisiert durch eine Nord-Südausrichtung mit einer Hauptachse, an der sich mittig ein Quartiersplatz angliedert. Rechtwinklig zur Hauptachse führen Straßen bzw. Wege zu den einzelnen Wohnquartieren und erschließen diese.
    Aufgrund der topografischen Lage, die weite Blickbeziehungen ins südöstliche Umland ermöglicht und der harmonischen Verzahnung zur offenen Landschaft, Lorenzer Reichswald im Nordwesten, fügt sich das neue Quartier gut in die bestehende Nachbarschaft ein und bietet wohnungsnahe Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten für die zukünftigen Bewohner.

    Grünkonzept
    Das Grünkonzept unterteilt sich einerseits in streng aneinandergereihte grüne Verbindungsachsen, andererseits in spielerisch verteilte Baumgruppen, die besonders in den Randbereichen den Übergang zur freien Landschaft bilden. Die Baumreihen entlang der Haupterschließungsachse und der beiden Wohnstraßen strukturieren das neue Gebiet in Nord-Süd Richtung. Als grünes Leitsystem führen sie zum Quartiersplatz bzw. zu den umliegenden Naherholungsgebieten.
    Der Platz selbst bildet die Quartiersmitte. Ausgestattet mit Wasser, Sitzmöglichkeiten unter einem Baumdach und einem Spielbereich ist er Treffpunkt für Jung und Alt. An der Nordseite befinden sich kleine Ladenlokale für Waren des täglichen Bedarfs mit der Möglichkeit von Außenbestuhlung auf dem südlich vorgelagerten Platz.
    Ein Rundumweg für Fußgänger und Radfahrer, der begleitet wird von kleineren Wasserflächen [Rigolen für Oberflächenwasser] mündet im Quartiersanger. Dieses Wegenetz ist an die überörtliche Erschließung angebunden.

    Materialien – Ökologie
    Der Versiegelungsgrad wird minimiert durch großflächige Vegetations- und Rasenflächen bzw. durch die Verwendung von versickerungsfähigen Belägen z.B. im Stellplatzbereich bzw. in den nicht intensiv befahrenen Bereichen. Die Pflanzung von Bäumen wirkt sich stadtklimatisch günstig aus, da sie im Sommer nicht nur Schatten spenden, sondern auch Staub filtern und Sauerstoff liefern. Bei der Auswahl der Pflanzen werden heimische Arten wie Vogel- Nähr und Nistgehölze verwendet.

    Verdichtung
    Die Bebauungsdichte folgt der durch die zentrale Anordnung der Gebiets-erschließung sowie des Quartiersplatzes. Entlang des Platzes entwickeln sich kleinstädtische Geschoßwohnungsbaustrukturen. Zu den Rändern des Gebietes lockert die Bebauung wesentlich auf, ebenso reduziert sich die Höhe der Baukörper.

    Modularität
    Alle angebotenen Haustypen folgen Regeln der Modularität. Die 4 Reihenhaustypen mit einer Achsbreite von 6,60m gliedern sich in 2 Funktionsspangen. Diese sind getrennt durch eine multifunktionale Wandscheibe zur Aufnahme von technischen Installationen, Schrankeinbauten, Kamin etc. Die schlanke Raumspange nimmt die dienenden Funktionen [Windfang, Treppe, Bäder bzw. Küchen] auf, die breitere Raumspange Wohnfunktionen. Somit ist ein durchwohnen ermöglicht. Eine Anordnung diverser Räume ist flexibel möglich. In den oberen Ebenen können zusätzliche Qualitäten durch Dachterrassen geschaffen werden. Durch die Erschließung der Gebäude sowohl von Norden wie auch von Süden kann die Anzahl an Wohnstraßen reduziert werden und großzügige Grünbereiche zwischen den einzelnen Häusern geschaffen werden.
    Der Geschoßwohnungsbau folgt den Prinzipien des Reihenhausbaus und bietet sowohl Maisonettetypen wie auch kleinere Appartements mit Laubengang-erschließung an. Ergänzt wird das Angebot durch den Baustein „Studio“ für Mehrgenerationenwohnen bzw. als Büro für Selbstständige.
    Die Grundrisse der Einfamilienhäuser sind winkelförmig organisiert. Somit werden geschützte Freibereiche geschaffen. Das Prinzip des Durchwohnens wird auch hier aufrecht gehalten. Der Wohnbereich befindet sich im Erdgeschoß mit Außenbezug zum Garten. Im Obergeschoß sind nutzungsneutrale Schlafräume mit flexiblem Grundraster untergebracht. Die Decken spannen von Außenwand zu Außenwand.
    Aus dem Typ des winkelförmigen Einfamilienhauses entwickelt sich das Garten-hofhaus mit geringerem Grundstücksbedarf.
    Die Grundstücksgrößen betragen für Reihenhäuser 200m², für Gartenhofhäuser 460m² und für Einfamilienhäuser 580m².
    PKW- und Fahrradstellplätze werden bei Einfamilien- und Reihenhäusern auf dem Grundstück nachgewiesen. Zweit- und Besucherstellplätze befinden sich entlang der Haupterschließungsachse. Die Geschoßwohnungsbauten verfügen über eine gemeinsame Tiefgarage.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.