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  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Gerko Schröder

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus, Berlin (DE)
    Energieplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)
    Künstler: Studio Lukas Feireiss, Berlin (DE)
    Universitäten/ Hochschulen: Maike Brammer

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Nordwestlich der Münchner Maxvorstadt befindet sich eine 20 ha große, weitgehend unzugängliche Fläche, die sich der Stadt für eine neue Entwicklung öffnen wird. Auf dem großteils ungenutzten Areal haben sich in den letzten Jahren Zwischennutzer aus der Kunst- und Kulturszene angesiedelt. Hier soll ein urbanes Kreativquartier entstehen.
    Es stellt sich die Frage nach Voraussetzungen für einen Ort der Kreativität, nach Potenzialen und Entwicklungsperspektiven des Standorts und nach daraus resultierenden Konsequenzen für die Planung.

    Kreativität WO?
    an Orten, die Diversität und Kontraste bieten
    an Orten, die unreglementierten Raum und Handlungsoptionen bieten
    an Orten, die ein vielfältiges und bezahlbares Raumangebot bieten
    an Orten, die Interaktion fördern
    an Orten, die spielerischen Umgang mit Stadt und ständige Veränderung ermöglichen

    München WAS?
    München ist die am dichtesten besiedelte Stadt Deutschlands. Das Kreativquartier ist eine der wenigen zusammenhängenden, innerstädtischen Flächen, die Entwicklungspotenzial auf dem Maßstab eines Quartiers bietet.
    Die Bestandsgebäude im Nordwesten des Quartiers heben sich durch ihre gewachsene, verschachtelte Struktur von dem homogenen Stadtkörper ab. Die Gebäude sind einfach und funktional und fördern gerade dadurch neue Programme. Die Gassen, Zwischenräume und urbane Wildnis erzeugen spannungsvolle Situationen. Die bestehende Atmosphäre wird im Kontext der Stadt München als spezielle, erhaltenswerte Qualität angesehen.
    Vielfältige kulturelle Nutzungen haben sich angesiedelt. Das „Image“ eines Kreativquartieres ist bereits am Entstehen. Der Prozess einer informellen Stadtentwicklung hat im Nordwesten des Quartiers bereits begonnen. Ein Quartier mit einer starken Identität kann entstehen, wenn die lokalen Akteure in die Entwicklung miteinbezogen werden und vorhandene Qualitäten wie bestehende Gebäude und Nutzungen in ihrer Kleinteiligkeit erhalten werden. Im Gegensatz zum repräsentativen Kunstareal besteht hier die Möglichkeit, der freien Szene Raum zu geben.

    Kreativquartier WIE?
    Das Gesamtquartier wird in vier Kreativbausteinen gelesen und entwickelt: KREATIVPLATTFORM, KREATIVPARK, KREATIVLABOR und KREATIVFELD. Bestehende Qualitäten werden definiert, um diese im Prozess gezielt zu erhalten und zu fördern. Dazu gehören besonders der zwischengenutzte Bestand im Nordwesten des Quartiers, die Tonnenhalle und Jutierhalle, die Freifläche nördlich dieser Hallen, sowie die Atmosphäre der Heßstraße.
    Ein „Ventil“ für den Entwicklungsdruck ermöglicht es die Entwicklungsgeschwindigkeit der Bausteine individuell zu steuern und trotz des hohen Entwicklungsdrucks Raum für informelle Entwicklungen zu erhalten: Die Bausteine LABOR und PARK werden entlastet indem die beiden anderen rasch baulich verdichtet werden. Die hier vorhandenen freien Flächen fungieren als „Ventil“ für den Entwicklungsdruck des Gesamtquartiers. Dadurch werden Spielräume und Zeit gewonnen. Der Weg ist frei für eine prozessuale Transformation, die Raum für Kreativität erhält und wachsen lässt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit nimmt die Qualität des jetzt Exisiterenden auf und nimmt sie zum Ausgangspunkt der Entwicklung eines Kreativquartiers. Sie gibt Antwort auf Bestehendes und entwickelt dies schlüssig weiter. Die Freiräume der „Kreativwerkstadt“ sind roh und mutig. Sie verkörpern eine offene Atmosphäre, die in einer organischen Entwicklung, sukzessiver Aneignung und einer spezifischen Materialität zum Ausdruck kommt. Die zentrale Grünfläche öffnet das Gebiet zur Dachauer Straße und lockt damit die Kulturhallen aus der zweiten Reihe. Der Park wirkt großzügig und unerstützt die Bildung von einzelnen Quartieren mit sehr unterschiedlichem Charakter. Überzeugend sind auch die Freräume des Kreativlabors. Das Konzept nimmt hier die bestehenden öffentlichen Räume auf. Punktuelle Transformationen stärken strategische öffentliche Orte, eröffnen Zugang für neue Nutzungen und verleihen dem Gebiet einen Charakter, an dem München in Zukunft wachsen kann. Aus Sicht der bereits bestehenden kulturellen Nutzungen im Bestand bietet dieser Entwurf die besten Möglichkeiten, Vorhandenes weiter zu entwickeln und auf kommende Entwicklungen zu reagieren. Der Entwurf zeigt sich als Vision für ein zukunftsweisendes Wohnquartier, das zugleich flexibel auf zukünftige Entwicklungen antworten kann und enthält ein hohes Potenzial und eine gute Grundlage für eine abschnittsweise bauliche Umsetzung.


INFO-BOX

Angelegt am 21.05.2012, 10:20
Zuletzt aktualisiert 16.07.2014, 14:19
Beitrags-ID 4-55181
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