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  • DE-45127 Essen
  • 07/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-91372)

Grüne Mitte


  • 2. Preis


    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE)
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Erläuterungstext
    Leitidee zur Gestaltung der Baukörper
    Die vorhandene städtebauliche Masterplanung wird als dem Ort angemessen eingeschätzt und daher für den Entwurf übernommen. Die Anordnung von je einem L-förmigen und einem punktförmigen Baukörper auf dem Grundstück ergibt eine Orientierung zum Park bei gleichzeitig guter Ausrichtung entsprechend der Himmelsrichtungen. Die L-förmige Bebauung wird mit einer Zäsur versehen, um angenehme Gebäudegrößen herzustellen, Sichtbeziehungen zu öffnen und auch um ungünstige Wohnungen oder Erschließungen in einer Ecke zu vermeiden. Die Baukörper sind also etwas anders unterteilt als beim benachbarten Projekt von Hochtief Solutions, zumal bei diesem auch im Osten ein öffentlicher Weg verläuft. Entsprechend des zulässigen Maß der baulichen Nutzung und respektive der Höhe der Nachbarbebauung, werden vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss nach BauO vorgesehen. Bei einer GFZ von 1,2 und eine GRZ von 0,4 werden auf dem Grundstück 98 Wohnungen erstellt. Die Zurückstaffelung wird zum maßgebenden gestalterischen Thema der Gebäudekörper weiterentwickelt. Zur Straßenseite im Norden des Grundstücks und zu den östlichen Seiten sind die Gebäudevolumen schlicht und geradlinig gehalten; hier springen lediglich die Staffelgeschosse parallel zurück. Auf den parkseitigen Süd- und Westseiten werden die Gebäudekörper durch Staffelungen bis hinunter zum 1.Obergeschoss strukturiert. Durch diese Rücksprünge wird für jede Wohnung eine Terrasse mit Süd-West Ausrichtung geschaffen, die zudem gut gegen Einblicke geschützt ist. Die Staffelung des Gebäudevolumens zu einer kubischen Skulptur gibt der Bebauung seinen speziellen Charakter. Die unterschiedliche Behandlung der Gebäudeseiten ergibt ein spannungsvolles Spiel zwischen der Zugangs- und der Parkseite sowie der Baukörper untereinander.
    Leitidee zu den Grundrissen
    Die Wohnungsgrundrisse werden durch zwei Prinzipien besonders geprägt. Erstens wird, wie von außen ablesbar, innerhalb der Wohnungen in eine Zugangs- und Parkseite differenziert. An der Nordseite werden die Schlafräume und Bäder positioniert, an der Parkseite sind die Wohnräume und Küchen angeordnet. Die Wohnungen werden durch ein asymmetrisch positioniertes Wandelement strukturiert, das diese beiden Zonen voneinander trennt. Dieses Wandelement schließt neben dem Wohnungszugang am Treppenkern an. Es wird in Trockenbauweise erstellt und nimmt Wandschränke ebenso auf wie auch Stützen. Zweitens wird dem Thema des Mehrgenerationenwohnens durch das Anbieten von Schaltzimmern entsprochen. Die Schaltzimmer sind Zimmer, die ihren Zugang im Bereich des Wohnungseingangs haben und denen ein Duschbad zugeordnet ist. Das gewisse Maß an Eigenständigkeit dieses Bereichs innerhalb einer Wohnung, erleichtert die Möglichkeit, dass beispielsweise ein älterer Mensch oder ein erwachsenes Kind, zusammen mit einem Paar in einer Wohnung zusammen lebt. Auf Grund der Zugänglichkeit am Wohnungseingang und aus dem Verständnis als „eigenständige Wohneinheit“ heraus, sind die Schaltzimmer jeweils südlich vom Erschließungskern angeordnet. Etwa 40 % der Wohnungen in den vier Wohnriegeln verfügen über ein solches Schaltzimmer. Flexibilität entsteht in den Grundriss durch mehrere Aspekte. Zunächst lässt das Tragwerk eine freie Grundrissgestaltung zu. Zudem kann gewählt werden, welcher Wohnung das Schaltzimmer zugeordnet wird. Es könne auch zwei Wohnungen im Bereich der Schaltzimmer zusammengeschlossen werden. Außerdem lassen die Größen und Zuschnitte der Räume verschiedene Nutzungsszenarien zu. Jede Wohneinheit verfügt über einen Abstellraum von 1,5 m² in der Wohnung. Zudem gibt es je Wohnung einen Mieterkeller von 6,0 m². Insgesamt werden 100 Wohnungen erstellt. Davon sind 28 x 2-Zimmer Wohnungen, mit 42 x 3-Zimmer Wohnungen und mit 28 x 4-Zimmer Wohnungen. Die 2-Zimmer Wohnungen haben eine Größe zwischen 60 m² und 70 m². Die 3-Zimmer Wohnungen haben eine Größe zwischen 80 m² und 100 m². Die 4-Zimmer Wohnungen haben eine Größe zwischen 100 m² und 130 m². Die Terrassen sind mit jeweils 50% der Fläche angerechnet.
    Erschließung
    Trotz des Höhenversprung von einem Meter zum Park werden die Häuser alle ebenerdig, barrierefrei erschlossen. Jedes Haus verfügt über einen rollstuhlgeeigneten Aufzug. Die Planung ist entsprechend der DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen Planungsgrundlagen – Wohnungen erstellt. Dies gilt für die gesamte Gebäudekonzeption, die Zugänglichkeit im EG und UG sowie für die einzelnen Wohnungen. Insbesondere durch die barrierefreien Bäder an den Schaltzimmern wird auf das Thema Mehrgenerationenwohnen eingegangen. Die Fußwege gliedern sich in drei Abstufungen. Erstens die Wege, die das Planungsgebiet einfassen. Zweitens der mittige Weg zwischen den beiden Baufeldern, sowie der Stichweg zum quadratischen Gebäude, die beide Zuwegungen darstellen und auch von der Feuerwehr befahren werden. Drittens die schmalsten Wege, die vor den Gärten entlangführen. An den Kreuzungen der Wege werden Aufenthaltsflächen mit Sitzgelegenheiten geschaffen. Beide Baufelder sind direkt an die südliche Parkanlage angebunden. Zufahrten auf das Grundstück, Zu-/Ausfahrten Tiefgarage Untergeschoss Es ist eine Tiefgarage geplant, die nach Bedarf auch in zwei unabhängig funktionierende Garagen geteilt werden kann. Insgesamt werden 118 Stellplätze hergestellt, davon ist bisher je Haus ein Behindertenstellplatz ausgewiesen. Überdachte Fahrradstellplätze werden in der Tiefgarage und in im Außenraum angeboten. Im Untergeschoss werden auch Wirtschaftsräume, Waschräume und ein Lagerraum für den Hausmeister angeordnet.
    Wohnungskonzept
    Alle Küchen liegen an der Außenfassade und sind natürlich belichtet und belüftet. Die Küchen können entweder als separater Raum oder auch als offene Küche zum Ess- bzw. Wohnbereich hin ausgeführt werden. Alle Bäder sind natürlich belichtet und belüftet. Die Bäder verfügen über eine Badewanne, eine Dusche und eine Waschmaschinenanschluss. Die Bäder der Schaltzimmer sind rollstuhlgeeignet und verfügen über eine bodengleiche Dusche. 3-Zimmer Wohnungen verfügen über ein Gäste-WC, das bei 4-Zimmer Wohnungen über eine Dusche verfügt. Die Bäder der Schaltzimmer haben eine Dusche und können als Gäste-WC genutzt werden. Die Bäder und Schächte liegen grundsätzlich geschossweise übereinander. Es wird vorgeschlagen, eine Wohneinheit als Hausmeisterwohnung auszuweisen.
    Materialien
    Um die skulpturale Wirkung der Gebäude zu stärken, wird mit einem hellen Ziegel ein homogenes Fassadenmaterial gewählt. Das Thema der Staffelung wird mit der Fassade verstärkt, indem zwei verschiedene Ziegelformate gewählt werden. Ein Standardformat und ein ausgestelltes Sonderformat werden im Mittleren Läuferverband gesetzt. So ergibt sich sowohl ein glattes, helles Wandbild als auch ein raues und durch Schattenwurf dunkleres Wandbild. Die Zurückgestaffelten Wände werden in der raueren Erscheinung aus Sonderformaten gefertigt. In Hinsicht auf eine umweltverträgliche und langlebige Materialwahl, wird ein Ziegel verwendet und bewusst auf ein WDVS verzichtet. Die Flachdächer werden als Umkehrdach ausgeführt und extensiv begrünt.


    Freiraumplanung
    Im Zentrum des freiraumplanerischen Entwurfs steht eine Atmosphärische „Insellandschaft“. Freie Formen mit abwechselnder Ausprägung ziehen sich wie an einer Perlenkette aufgereiht durch den Freiraum. Bespielt mit verschieden Themen wie Entspannung, Kommunikation, Spiel und Sport und durch vielfältige Bepflanzung, beleben die „Inseln“ das Gebiet. Locker eingestreute Bänke laden zum Verweilen ein. Unterschiedlich bepflanzte „Inseln“ mit Gräsern, Stauden oder als Wiesenfläche verleihen dem Quartier einen einzigartigen grünen Charakter. Locker verteilte Bäume verstärken diesen Eindruck und beleben den Raum. Ein geschwungenes Netzt aus befestigten Wegen erschließt das Quartier. Flächen aus Wassergebundener Wegedecke zwischen den Inseln verstärken die Parkähnliche Anmutung. Fahrradstellplätze liegen dezentral angeordnet an den jeweiligen Eingängen. Die Privatgärten mit Terrassen sind durch Hecken eingefasst und bieten einen direkten Zugang zum Freiraum. In den beiden Höfen werden Spielmöglichkeiten für Kleinstkinder ermöglicht. Spielplatzangebote für größere Kinder sind außerhalb des Grundstückes vorhanden. Die im Süden angrenzende Hecke zum Park ist in die Planung mit aufgenommen und wird von keinem weiteren Element überragt. Die Standorte der Leuchten und die Baumstandorte sind in der Planung integriert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.