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  • DE-65929 Frankfurt-Höchst
  • 02/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-110870)

Städtebauliches Gutachterverfahren Wohnen und Arbeiten am Klinikum Höchst


  • 2. Rang


    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Leitidee
    Westlich der Zuckschwerdtstraße wir eine S-förmig mäandrierende Wohnbebauung vorgeschlagen. Die offene Bauweise wird gestalterisch durch eine „Terrassenplatte“ zu einer Einheit zusammengefasst. Diese „Terrassenplatte“ ist der obere Abschluss einer halb versenkten Tiefgarage, die für die Gebäude ein Hochparterre bildet. Die S-Form schließt zwei Höfe ein. Im westlichen Hof wird das Bibliotheksgebäude erhalten und kann zukünftig z.B. als Literatur-Café genutzt werden. Um das Literatur-Café wird ein Platz gestaltet, der den westlichen Auftakt eines öffentlichen Weges durch das Areal darstellt. Im östlichen Hof wird die 5-zügige Kita auf einem ca. 2000m² großen Grundstück angeordnet. Das Café und die Kita nehmen herausgehobene Positionen ein, indem sie die offenen Flanken der beiden Wohnblöcke besetzen. Das Hochparterre wurde gewählt, um die erdgeschossigen Wohnung vom öffentlichen Straßenraum abzuheben und um die Tiefgarage natürlich belüften zu können. Die Innenbereiche der Höfe, in denen sich gemeinschaftliche Grünflächen, Spielbereiche und das Grundstück der Kita befinden, liegen auf Geländeniveau. Die Bebauungsstruktur bietet eine klare Gliederung in öffentliche und private Freibereiche. Es wird durchgängig eine viergeschossige Bebauung vorgeschlagen, wobei durch Rücksprünge, Einschnitte und Dachterrassen, die Gebäudekörper - insbesondere auf den Hofseiten - aufgelockert werden. Zur Straßenseite wird eine klare Raumkante ohne wesentliche Vor- oder Rücksprünge gebildet. Die offene Bauweise bietet regelmäßige Zäsuren sowie Durchblicke vom Straßenraum in das Blockinnere. Die Anzahl der Geschosse orientiert sich an der bestehende Umgebung. Auf starke Sprünge in der Geschossigkeit wird zugunsten einer ruhigen und einheitlichen Erscheinung bewusst abgesehen.

    Wohnhaus Typen
    Es werden zwei verschiedene Wohngebäude genauer ausformuliert. Ein Stadthaustyp, der durch seine Reihung und durch seine durchgesteckte Erschließung, eine vertikale Fassadengestaltung erhält. Dies wird durch Einrahmungen gestalterisch hervorgehoben. Dieser Typus ist einerseits für Geschosswohnungen, jedoch besonders für zweigeschossige Einheiten geeignet. In diesem Typus werden mittlere bis große Wohnungen angeboten. Zum anderen wird ein Geschossbautyp angeboten, in dem ein breiter Wohnungsmix möglich ist und in dem - auch als Dreispänner - kleinere Einheiten untergebracht werden können. Um die Straßenräume möglichst klar zu definieren, wird der Geschossbautypus als Eckgebäude ausgeführt. Die Erschließung erfolgt über natürlich belüftete und belichtete Treppenhäuser. Insgesamt wird ein gehobener Wohnstandard angestrebt. Die Gebäude können als Passivhäuser errichtet werden. Sie weisen ein gutes A/V Verhältnis auf. Die Balkone können auch statisch und bauphysikalisch getrennt vom beheizen Baukörper errichtet werden. Die Tiefgaragen werden dezentral erschlossen, wobei in der Regel für zwei Wohnhäuser eine Zu-und Ausfahrt zur Verfügung steht. Die Einfahrten der Tiefgaragen sind in ausreichender Entfernung zu Kreuzungen und Einmündungen positioniert. Alle Wohnungen werden direkt von der Tiefgarage über Aufzüge erreicht. Mieterkeller, Technikräume und auch Müllräume werden im Untergeschoss angeordnet, sind aber auch im Erdgeschoss möglich. Fahrradstellplätze werden im Keller und auch vor den Häusern angeboten. Zur Straßenseite lässt der B-Plan Entwurf einen Grünstreifen zwischen den Häusern und dem Gehweg zu, der den Erdgeschosswohnungen Privatheit verleiht.

    Verkehrsplanung
    An der Windhorststraße sind geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen, insbesondere im Bereich des Literatur-Cafés, der Einmündung der Zuckschwerdtstraße sowie der McNair Kaserne, vorgesehen. Da in der Windhortststraße eine Buslinie fährt, wird zur Verkehrsberuhigung eine optisch wirksame Pflasterung und besondere Beleuchtung vorgeschlagen und keine Fahrbahnverengungen oder Bodenschwellen. Die Straßenquerschnitte können entsprechend der vorliegenden Verkehrsuntersuchung realisiert werden. Stellplätze werden gemäß der Stellplatzsatzung in Tiefgaragen und im öffentlichen Straßenraum zur Verfügung gestellt.

    Städebau östlich der Zuckschwerdtstraße
    Östlich der Zuckschwerdtstraße ist ein Blockrand in offener Bauweise vorgesehen, der an zwei Stellen zugunsten einer öffentlichen Durchwegung geöffnet ist. Es wird für die Wohnnutzung eine Fläche von insgesamt 35.000m² BGF mit einer durchschnittlich vier geschossigen Bebauung und einer GRZ von 0,3 erreicht. Die gesamte Bebauung ist in mehreren Bauabschnitten ausführbar. Der Baumbestand bleibt weitestgehend erhalten und wird zu einem wesentlichen identitätsstiftenden Element der Freiraumplanung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.